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Lesetipps politische Bücher: Die Diktatur wird neu erfunden

Sachbücher über tyrannische Regime, Überwachungstechnologien und das Völkerrecht.
Rolf App/Arno Renggli

Ein Jahr voller Veränderungen

Das Jahr 1918 bringt das Ende des Ersten Weltkriegs und die Ausrufung parlamentarischer Demokratien in Deutschland und Österreich. Eine stabile Nachkriegsordnung ist damit nicht erreicht. Sie wird im Jahr darauf diskutiert – dem Jahr, in dem, wie Birte Förster im Untertitel zu ihrem Buch schreibt, «ein Kontinent sich neu erfindet». Und während in Paris die Diplomaten miteinander verhandeln und das Bauhaus Bewegung in die kulturelle Szene bringt, treffen sich in Zürich Frauen zu einem Friedenskongress. Sie stellen Forderungen auf, die zum Teil erst nach dem nächsten Weltkrieg Beachtung finden – zum Beispiel Frieden und Freiheit für alle Kolonien. (R. A.)

Birte Förster: 1919 – Ein Kontinent erfindet sich neu. Reclam, 232 S., Fr. 32.90

Chinas Zukunft im Internet

Ja, in den Anfängen, da wurde das Internet als ein Raum der Freiheit gepriesen. Heute, da China seine Möglichkeiten erkennt, sieht die Sache anders aus. Kai Strittmatter berichtet seit Jahrzehnten aus China. Er beschreibt in seinem Buch, wie unter Xi Jinping ein digitaler Überwachungsstaat entsteht. «‹Retter des Sozialismus› nennt die Partei Xi», schreibt er. «Und sie meint: ‹Retter unserer Macht›.» China setzt auf Überwachungstechnologien wie kein zweites Land. «Die Partei glaubt, mit Big Data und Künstlicher Intelligenz Steuerungsmechanismen schaffen zu können, die ihre Wirtschaft in die Zukunft katapultieren und ihren Apparat krisenfest machen. (R. A.)

Kai Strittmatter: Die Neuerfindung der Diktatur. Piper, 288 S., Fr. 34.90

Englands Weg in den Brexit

Einigermassen fasziniert beobachtet man als Schweizer, wie Grossbritannien um den Brexit kämpft, der am Wochenende auf dem EU-Gipfel eine weitere Etappe genommen hat. Und natürlich ist dies auch Gelegenheit, die Frage zu stellen, was die Briten eigentlich umtreibt, und zwar nicht erst seit gestern, sondern mindestens seit den Römern. Ralf Grabuschnig nimmt uns mit auf einen Streifzug durch die Geschichte. Er zeigt dabei auch, wie tief das Misstrauen gegen die EU auf der Insel schon immer gesessen hat. Dass es aber zuletzt doch einzelne unbedachte Entscheidungen gewesen sind, die das Land in den Brexit geführt haben. Denn zwangsläufig ist nichts in der Geschichte. (R. A.)

Ralf Grabuschnig: Endstation Brexit. Tectum Sachbuch, 199 S., Fr. 27.90

Timothy Snyder kämpft erneut

Mit seinem Buch «Über Tyrannei» gelang dem US-Historiker Timothy Snyder ein kämpferisches Buch, das weltweit Beachtung fand. Das neue Buch schliesst daran an und zeigt, wie in Russland, Europa und den USA autoritäre Regimes aufsteigen und auch mit der manipulativen Hilfe von sozialen Medien ihre Macht vergrössern. Im Besonderen betrachtet er auch die aus seiner Sicht fatale Symbiose zwischen Wladimir Putin und Donald Trump. Seine Hoffnung ist, dass mündige Bürger von unten die Zerstörung von demokratischen Strukturen und Werten erkennen und dagegen ankämpfen. Ein zentrales Element dabei sei die Wahrheit, um die man sich vermehrt bemühen müsse. (are)

Timothy Snyder: Der Weg in die Unfreiheit. C. H. Beck, 375 S., Fr. 39.–

Das Völkerrecht und die Schweiz

Mit dem Nein zur Selbstbestimmungs-Initiative hat sich die Schweiz auch zum Völkerrecht bekannt. Oliver Diggelmann, Professor an der Uni Zürich und Spezialist für diesen Themenbereich, zeigt, wie die Idee eines Völkerrechts entstand. Den Ausgangspunkt bildete die frühe Neuzeit, Meilensteine waren der Völkerbund oder das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Überzeugung, dass sich eine solche Katastrophe nicht wiederholen darf. Der Autor erläutert rechtliche Grundlagen, Organisation und die Probleme der Durchsetzung. Immer wieder blickt er auf die Schweiz, womit er auch die anspruchsvolle Verflechtung von Völkerrecht und innerstaatlichem Recht thematisieren kann. (are)

Oliver Diggelmann: Völkerrecht. Hier und Jetzt, 215 S., Fr. 27.–

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