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LIEDERABEND: Stimme, Wortlaut und Klavierklang verschmelzen

Sopranistin Dorothea Röschmann und Pianistin Mitsuko Uchida im Duo: Da wird ein Schumann-Liederzyklus zum Ereignis.
Fritz Schaub
Eloquent und gefühlsecht: Pianistin Mitsuko Uchida (links) und Sopranistin Dorothea Röschmann im KKL Luzern. (Bild: Lucerne Festival/Peter Fischli)

Eloquent und gefühlsecht: Pianistin Mitsuko Uchida (links) und Sopranistin Dorothea Röschmann im KKL Luzern. (Bild: Lucerne Festival/Peter Fischli)

Das Rezital 2 am Dienstagabend im grossen Konzertsaal des KKL war der einzige Liederabend des Sommer-Festivals und bildete Teil der Reihe mit dem diesjährigen Artiste étoile, der Pianistin Mitsuko Uchida, um ihr die Möglichkeit zu geben, sich auch als Liedbegleiterin zu präsentieren.

Begonnen hatte die Sopranistin Dorothea Röschmann als lyrischer Sopran, sang vor allem Mozart-Rollen. Jetzt stand eine 46-jährige, gereifte Frau auf dem Podium, die inzwischen zu Richard Strauss (Marschallin) und Wagner (Eva und Elsa) vorgestossen ist. «In der Fremde», das Eröffnungslied des Liederkreises op.39 von Robert Schumann, sang sie, wie man es von einer Vertreterin der jüngeren Generation gewohnt ist: aus dem Text heraus, schlank, «wissend» um den Inhalt.

Damit lag sie genau auf der Linie Schumanns, der diese zwölf Gesänge nach Eichendorff nicht naiv, sondern auch mit dem Intellekt und auf das Wort bezogen komponierte. Dann aber zeigte sich, dass die Stimme nicht nur reifer, sondern auch dunkler und schwerer geworden ist und Registerwechsel nicht immer bruchlos erfolgen.

Höhepunkt zum Schluss

Das romantisch Singende und Fliessende, etwa im hoch poetischen «Mondnacht», blieb daher mehr dem eloquenten Klavierspiel Uchidas überlassen. Dafür kamen die dunkleren, zum Mezzosopran drängenden Register den «Sieben frühen Liedern» von Alban Berg sehr zustatten, hier korrespondierten Klavier und Stimme enger miteinander.

Der Höhepunkt aber kam am Schluss: In Schumanns Zyklus «Frauenliebe und Leben» für Mezzosopran oder Alt verschmolzen Stimme, Wortlaut und Klavierklang vollkommen. An der Gefühlsechtheit dieses Monodramas, das das ganze Leben einer Frau vom mädchenhaften Liebesrausch bis zu frühem Witwentum umfasst, ist nicht zu zweifeln. Echt erschüttert empfand man den brüsken Umschlag in den Tod, womit sich der Kreis schloss und Liebe und Tod – gerade auch im Klavierpart – als eins dargestellt werden. Der Bann im Publikum war endgültig gebrochen, und mit zwei Mignon-Liedern Schumanns folgten noch grossartige Zugaben.

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Lesen Sie morgen über zwei Konzerte der Berliner Philharmoniker, die unter der Leitung von Simon Rattle Werke von Mozart und Strawinsky spielen.

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