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LITERATUR: Autor von Antikriegs-Roman «Die Brücke» ist gestorben

Er schrieb aus eigenen Kriegserfahrungen das berühmte Buch «Die Brücke». Gregor Dorfmeister starb mit 88 Jahren.
ARCHIV - 20.02.2004, Bayern, Bad Tölz: Der Journalist Gregor Dorfmeister, der 1958 unter dem Pseudonym Manfred Gregor den Bestseller "Die Brücke"veröffentlichte. (zu dpa "Gregor Dorfmeister tot - Autor des Antikriegs-Romans «Die Brücke»" vom 06.02.2018) Foto: Frank Mächler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Frank Mächler) (Bild: Frank Mächler / DPA / Keystone)

ARCHIV - 20.02.2004, Bayern, Bad Tölz: Der Journalist Gregor Dorfmeister, der 1958 unter dem Pseudonym Manfred Gregor den Bestseller "Die Brücke"veröffentlichte. (zu dpa "Gregor Dorfmeister tot - Autor des Antikriegs-Romans «Die Brücke»" vom 06.02.2018) Foto: Frank Mächler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Frank Mächler) (Bild: Frank Mächler / DPA / Keystone)

Im Alter von 88 Jahren ist der Autor des Antikriegsromans «Die Brücke», Gregor Dorfmeister, gestorben. Das stark autobiografisch geprägte Drama wurde vor allem durch die mehrfach ausgezeichnete Verfilmung in der Regie von Bernhard Wicki im Jahr 1959 weltberühmt.

Dorfmeister starb bereits am vergangenen Sonntag im Spital seiner oberbayerischen Heimatstadt Bad Tölz, wie seine Familie gestern bestätigte. Zuerst hatte der «Münchner Merkur» darüber berichtet.

Der am 7. März 1929 im württembergischen Talfingen geborene Autor wurde noch in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges 1945 als Jugendlicher zum Volkssturm eingezogen und nahe Bad Tölz zur Verteidigung einer kleinen Brücke über die Loisach eingesetzt.

Roman unter Pseudonym verfasst

Sein Roman basiert auf den dramatischen Ereignissen dieser sinnlosen Aktion, bei der bis auf Dorfmeister alle starben. 1958 erschien das Buch, Dorfmeister schrieb es unter dem Pseudonym Manfred Gregor. Der Roman wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und erzielte eine Millionenauflage – nicht zuletzt durch die Verfilmung.

Für die Filmrechte erhielt Dorfmeister nur einige tausend Mark. Zwar wirkte er am Drehbuch mit, doch war das Verhältnis zum Regisseur nicht ungetrübt, wie Dorfmeister selbst einräumte. «Das Kapitel ist für mich abgeschlossen», sagte er später ohne Verbitterung darüber, dass ihm der grosse Erfolg als Autor verwehrt blieb. «Bernhard Wicki hat einen ausgezeichneten Film aus meinem Roman gemacht», meinte er im Rückblick.

Bis zuletzt engagiert für Behinderte

Der studierte Theaterwissenschaftler und Journalist leitete fast 30 Jahre lang die Tölzer Heimatausgabe des «Münchner Merkur». In seiner Freizeit engagierte sich Dorfmeister bis zuletzt für Behinderte. Nach dem Tod seiner Ehefrau lebte er weitgehend zurückgezogen im Kreise seiner Familie. (sda)

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