LITERATUR: Kriminelles Lesefutter in heissem Ambiente

In den zwei Bänden «Gefährliche Ferien – Italien» und «Gefährliche Ferien – Südfrankreich» führen internationale Autoren durch einige der schönsten Urlaubsgegenden Europas. Dort lauern Gefahren der unterschiedlichsten Art.

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Auch Kommissar Maigret ist in der Geschichtensammlung vertreten. Im Bild verkörpert von Rowan Atkinson für eine neue BBC-Produktion.

Auch Kommissar Maigret ist in der Geschichtensammlung vertreten. Im Bild verkörpert von Rowan Atkinson für eine neue BBC-Produktion.

Frauke Kaberka, dpa

Insgesamt 24 Geschichten aus Südfrankreich und Italien sorgen für Spass und Spannung, aufgeschrieben von namhaften Autoren aus aller Welt – von Patricia Highsmith und Donna Leon über Alberto Moravia bis hin zu F. Scott Fitzgerald, George Simenon und Paulo Coelho. Manche davon wurden exklusiv für diese Bücher geschrieben.

Eine dieser Exklusivgeschichten, die titelgebend ist, stammt vom Erfinder der «Bruno»-Bände, Martin Walker. Sein Chef de Police sorgt dafür, dass eine Gruppe von Urlaubern im Périgord schöne statt gefährliche Ferien erlebt, obwohl sie um ein Haar Opfer eines Anschlags auf ihre Fremdenführerin geworden wäre.

Erotisches Abenteuer

Marguerite Duras berichtet von einem jungen Mädchen, dem «Der Zug von Bordeaux» ein erotisches Abenteuer beschert – nicht ganz ungefährlich. Von Gefahren ganz anderer Art berichtet Paulo Coelho in «Loni»: Es ist vor allem die Bedrohung des Krieges. Wer Coelhos mystische Gedankenspiele kennt, wird sich aber auch um den seelischen Zustand seiner Protagonisten sorgen.

Zumeist aber geht es kriminell zu und her, wie in Patricia Highsmiths Erzählung «Das grosse Kartenhaus». Es spielt in der Provence, einer Region, die die Altmeisterin des Psychothrillers aus eigenem Erleben bestens kennt. Der Vater des klassischen französischen Kriminalromans George Simenon lässt seinen Kommissar Maigret an der Côte d’Azur auf Verbrecherjagd gehen, denn «Der zweifelhafte Monsieur Owen» ist aus seinem Hotelzimmer in Cannes verschwunden, in dem ein toter Fremder gefunden wurde. Auch den amerikanischen Autor F. Scott Fitzgerald hat es in die Gegend verschlagen, wo seine – eher romantische als gefährliche – Erzählung «Liebe in der Nacht» spielt.

Symbiose von Gut und Böse

Klar, dass die Amerikanerin Donna Leon ihre Wahlheimat Venedig zum Handlungsort erkoren hat. Ihre gefährlich klingenden «Tretminen» entpuppen sich allerdings als Hundehäufchen. Weniger harmlos ist Patricia Highsmiths grandiose Geschichte aus der Lagunenstadt, «Die tapferste Ratte von Venedig».

Was alle Autoren in diesem Band wunderbar verstehen, ist die Symbiose von Gut und Böse, Schön und Hässlich im Land des Dolce Vita. So bieten sie allesamt beste kurzweilige Unterhaltung – nicht nur für die Ferien.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

«Gefährliche Ferien – Italien» und «Gefährliche Ferien – Südfrankreich»: Diogenes, 272 bzw. 288 Seiten, je Fr. 13.90.