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LUCERNE FESTIVAL: Bald ist sie im KKL mit Jugendlichen kreativ

Elim Chan begeisterte bei ihrem Dirigierdebüt. Und empfahl sich als Teamplayer für den nächsten Auftritt in Luzern.
Gerda Neunhoeffer
Elim Chan bei ihrem Auftritt im Luzerner Saal. (Bild LF/Patrick Hürlimann)

Elim Chan bei ihrem Auftritt im Luzerner Saal. (Bild LF/Patrick Hürlimann)

In der Debut-Reihe gab es am Dienstag ein doppeltes Debüt. Erstmals ­wirkte – wie künftig jedes Jahr in einem Konzert der Reihe – ein Orchester mit. Und zum Festivalthema «PrimaDonna» gab eine Frau am Pult des Orchesters der Lucerne Festival Academy ihr Debüt als Dirigentin. Dass sich die in Hongkong geborene Engländerin Elim Chan durch Charisma, Ausdruckskraft und Klarheit auszeichnet, spürte man auf Anhieb im ausverkauften Luzerner Saal des KKL.

Gemeinsam mit den Musikern

Stellen Werke der Moderne, wie sie auf dem Programm standen, besondere Herausforderungen dar? «Ich versuche, bei aller Musik, die Partitur genau zu kennen und zu ergründen, was der Komponist wollte. Das steht immer im Vordergrund», sagt sie im Gespräch nach dem Konzert und nennt doch eine zusätzliche Dimension, die zeitgenössische Musik bietet: «Bei Neuer Musik kann ich gemeinsam mit den Komponisten kreativ sein, das ist ganz besonders interessant.» Im Übrigen versteht sie sich dabei, wie heute viele andere Dirigenten, als Teamplayer: «Ob modern oder klassisch: Stets versuche ich, die Musik zusammen mit den Musikern umzusetzen.»

Das gelang ihr mit dem Orchester der Lucerne Festival Academy hervorragend. Sie gestaltete «The Chairman Dances» von John Adams (*1947) hoch differenziert, liess den pulsierenden Rhythmus an- und abschwellen und gab den Einwürfen der Bläser und Schlagzeuger klare Akzente. Sie modellierte exotische Klänge sorgsam aus dem Orchester heraus und gab tänzerischen Elementen Raum. Sich überlagernde Rhythmen und rasante Beschleunigungen mündeten in ruhige Wellen, die am Ende wie im Nichts verschwanden.

Übersicht in allen Tempi

Und aus dunklem Nichts heraus entwickelte sich auch Kaija Saariahos «Terra Memoria» für Streichorchester. Die Finnin (*1952) verbindet darin Erinnerung und Gegenwart, wofür wiederkehrende Motive und gespenstische Flageoletttöne stehen. Tiefe Seufzer klangen irrlichternd auf, selbst kleinste Vorschlagsnoten liess Elim Chan zu Gesten ausformen. Und wenn sich ein langes Unisono aller Streicher in fugenartige Themen aufsplittert, wird das unter ihren Händen zum intensiven Klangereignis.

Im Konzert für Orchester von Béla Bartók gelang der Dirigentin der Spagat zwischen der Ironie und der Düsternis, die dem 1943 entstandenen Werk inne ist. Das grosse Orchester folgte ihr mit hoher Aufmerksamkeit, und all die vielen kleinen Soli, denen Elim Chan immer Raum und Zuwendung gab, wurden ausgezeichnet gespielt. Der Choral im zweiten Satz wurde plastisch herausgehoben, und die mit tiefer Ruhe gestaltete «Elegia» stand in krassem Gegensatz zu den schrillen Themen des Intermezzo. Mit grosser Übersicht führte Elim Chan das Orchester durch die halsbrecherischen Tempi des Finale.

Neues Werk von Christoph Blum

Übrigens kann man Elim Chan schon bald wieder in Luzern erleben: Am 12. März dirigiert sie das Luzerner Sinfonieorchester in einem Familienkonzert, das in einem weiteren Sinn von Teamgeist geprägt sein wird. Zur Uraufführung kommt die «Ranft-Suite» des jungen Obwaldners Christoph Blum, in der Schüler aus Obwalden mitwirken.

Gerda Neunhoeffer

Hinweis

Familienkonzert des Luzerner Sinfonieorchesters unter der Leitung von Elim Chan: Sonntag, 12. März, 11 Uhr, Konzertsaal, KKL, Luzern

www.sinfonieorchester.ch

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