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LUCERNE FESTIVAL: Bühnenjubiläum voller Kontraste

Der italienische Altmeister Maurizio Pollini steigerte sich in seinem Rezital kontinuierlich. Und begeisterte sein Publikum am Ende restlos.
Seit 40 Jahren auf Luzerner Bühnen: Maurizo Pollini. (Bild: PD/Lucerne Festival/Priska Ketterer)

Seit 40 Jahren auf Luzerner Bühnen: Maurizo Pollini. (Bild: PD/Lucerne Festival/Priska Ketterer)

Maurizio Pollini krönte sein 40-Jahr-Bühnenjubiläum in Luzern am Mittwochabend im Konzertsaal des KKL mit drei Zugaben, die all seine musikalische Erfahrung, seine Weisheit und Ausdruckskraft zu bündeln schienen. Die zahlreichen Zuhörer ehrten den italienischen Pianisten mit stehenden Ovationen und frenetischem Applaus. Im Programmheft konnte man seine 34 Konzerte in Luzern seit seinem Debüt 1976 nachlesen – eine erstaunliche Vielfalt –, in denen er nicht nur als Solist, sondern auch als Kammermusiker und Wegbereiter Neuer Musik zu hören war (Pollini-Projekte und Pollini Perspectives).

Eintauchen in die Klangfarben

Zu Beginn spielte Pollini im Gedenken an Pierre Boulez «Sechs kleine Klavierstücke» op. 19 von Arnold Schönberg. Er interpretierte die Miniaturen auf seinem eigenen Flügel mit intensiver Ruhe und feiner Artikulation. In dem Prélude cis-Moll op. 45 und den Balladen 3 (As-Dur op. 47) und 4 (f-Moll op. 52) von Frédéric Chopin entfaltete sich die Meisterschaft des Pianisten aber eher zögerlich. So schlichen sich immer wieder Ungenauigkeiten und mit Pedal verwischte Läufe ein, und man vermisste den grossen Bogen vor allem in den Balladen.

Die zwei Nocturnes op. 27 hatten dann aber diesen unnachahmlichen Sog, der Chopins Musik unter Pollinis Händen zum Ereignis werden lässt. Da war die Magie, der Zauber seiner Interpretation zwingend, da tauchte man ein in die Klangfarben, die Chopin wie in wechselnden Beleuchtungen hörbar zu machen versuchte. Robert Schumann sagte über die beiden Nocturnes, es sei «das Herzinnigste und Verklärteste, was nur in der Musik erdacht werden könne».

Und in Pollinis Interpretation konnte man dem durchaus zustimmen. Das Scherzo Nr. 1 h-Moll op. 20 spielte der Pianist dann mit Klarheit in allen noch so schnellen Läufen; er kostete das Innehalten zwischen Vehemenz und Drang aus, löste die dämonische Düsternis durch lichte Ruhe auf und machte damit das polnische Wiegenlied im Mittelteil zu einer kleinen Kostbarkeit.

Grosse Ausdrucksfähigkeit

Nach der Pause gestaltete Maurizio Pollini die zwölf «Préludes pour Piano, deuxième livre» von Claude Debussy mit ausgefeilter Charakteristik. Wie die Nebel in «Brouillards» schwebten, wie der Rhythmus der Habanera in «La Puerta del Vino» durchklang, wie dann die Feen («Les Fées sont d’exquises danseuses») wirklich exquisit tanzten und der «Général Lavine» stapfte, war laut- und klangmalerisch ein Genuss. Das Mondlicht des siebten Préludes glänzte unter Pollinis Fingern silbern auf, während das Zitat von «God Save The King» in «Hommage a S. Pickwick» überraschend aufgefächert wurde. Die beiden letzten Préludes lebten von unbändiger Virtuosität und Spielfreude.

Mit der ersten Zugabe, «La cathédrale engloutie» von Debussy, zeigte Pollini nochmals seine Ausdrucksfähigkeit, die er dann in der Ballade Nr. 1 g-Moll von Chopin verfeinerte. Nachdem der Beifall immer noch nicht hatte enden wollen, verabschiedete sich der Altmeister mit Chopins «Berceuse» op. 57 Des-Dur; zart und filigran klang so das Rezital aus.

gn

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