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LUCERNE FESTIVAL: Inseli-Übertragung fällt aus – Kindheit, Kosmos und Kooperationen

Das Lucerne Festival im Sommer widmet sich dem Thema Kindheit. Neben einer Überraschung am Eröffnungsabend wartet auch der Erlebnistag am 26. August mit spannenden Projekten auf.
Katharina Thalmann
Wird es dieses Jahr nicht geben: Übertragung des Eröffnungskonzertes des Lucerne Festivals auf dem Inseli. (Bild: LF/Patrick Hürlimann (12. 8. 2016))

Wird es dieses Jahr nicht geben: Übertragung des Eröffnungskonzertes des Lucerne Festivals auf dem Inseli. (Bild: LF/Patrick Hürlimann (12. 8. 2016))

Katharina Thalmann

kultur@luzernerzeitung.ch

Für die Eröffnung am 17. August wagt sich das Festival an ein neues Konzept: Auf die Inseli-Übertragung wird verzichtet. Stattdessen findet um 17 Uhr ein grosses Gratis-Open-Air-Konzert auf dem Europaplatz statt. So eröffnet das National Youth Wind Orchestra of Great Britain das Festival quasi vor der Eröffnung. Dass es ein Jugendorchester ist, passt wunderbar zum Festivalthema Kindheit. Die über 60 Musikerinnen und Musiker sind alle zwischen 14 und 21 Jahre alt und somit der Kindheit gerade erst entwachsen.

Diese Nähe zum Festivalthema habe den Ausschlag gegeben, die Eröffnung so zu gestalten, heisst es auf Anfrage beim Lu­cerne Festival. Das Doppelpack Liveübertragung am Inseli und Konzert auf dem Europaplatz wäre rein logistisch schwierig gewesen, und die beiden Veranstaltungen würden sich zudem teilweise überschneiden. Ob auch in kommenden Jahren auf die Übertragung des Eröffnungskonzertes verzichtet wird, konnte man gestern noch nicht beantworten. Der Event beim Inseli erfreute sich beim Publikum jeweils grosser Beliebtheit.

Das KKL schraffieren

Andere Erfolgsgeschichten werden dagegen weitergeführt: etwa der Erlebnistag. Dieser steht ganz im Zeichen der Kindheit. Die speziellste Performance dürfte hier ein grosser Mitmachevent mit Composer in Residence Fritz Hauser sein: Für sein Werk «Schraffur» werden 300 Mitwirkende gesucht. Sie alle schwärmen aus, um mit der reizvollen Kindergartentechnik des Schraffierens das KKL zu schraffieren. Das Durchpausen, das Kratzen des Bleistifts auf Papier, das ist Musik. In einem grossen Finale treffen sich alle Mitwirkenden im Konzertsaal, begleitet von der Lucerne Festival Academy und ihren Alumni.

Überdies findet ein Instrumentenparcours für Kinder im Kunstmuseum statt. Das erleben Primarschülerinnen und Primarschüler zwar jährlich an den Musikschulen, jedoch dürften die Academy-Alumni die Instrumente mitsamt erweiterten Spieltechniken vorstellen und so Experimentierfreude wecken. Ebenfalls am Erlebnistag spielen der Ar­tiste étoile Sol Gabetta und der ehemalige Artiste étoile Patricia Kopatchinskaja mit Duos für Violine und Cello aus fünf Jahrhunderten. Im selben Konzert wird auch der zweite Artiste étoile zu erleben sein: Der Regisseur Dan Tanson ist Erzähler in Camille Saint-Saëns’ «Karneval der Tiere». Im Jahr 2014 ist Tanson mit der Young-Performance-Inszenierung «Heroïca» ein Gross­erfolg gelungen, der am 16. September wieder aufgenommen wird.

Drei Generationen im «Kosmos Stockhausen»

Gemeinsam mit Sergei Prokofjews «Peter und der Wolf» gehört der «Karneval der Tiere» seit eh und je in den Kanon der «Einsteigerklassik» für Kinder. Einen anderen Akzent in der musika­lischen Annäherung an das Thema Kindheit könnte etwa Maurice Ravels gruselig-witzige Oper «L’Enfant et les Sortilèges» unter der Leitung von Sir Simon Rattle am 10. September setzen.

In der grossen Reihe «Kosmos Stockhausen» wird der 90. Geburtstag des 2007 verstorbenen Komponisten Karlheinz Stockhausen gefeiert. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht das Grossprojekt «Gruppen». Dieses Werk braucht drei Dirigenten. Mit Sir Simon Rattle, Matthias Pintscher und Duncan Ward werden hierbei drei Dirigentengenerationen repräsentiert.

Im Gesamtprogramm fallen zahlreiche Kooperationen auf: Für «Gruppen» spannt die Academy mit dem London Symphony Orchestra zusammen, in einem anderen Konzert treffen die Academy-Alumni auf das Chamber Orchestra of Europe, Heinz Holliger und András Schiff. Und die Formate werden durchlässiger, nicht zuletzt dank Composer in Residence Fritz Hauser, der auch als Perkussionist vom Konzertsaal bis zum Neubad sämtliche Spielstätten bedient.

Das Publikum von morgen

Parallel zu all diesen spannenden und selbstbewussten Eigenproduktionen findet auch das alljährliche Schaulaufen der globalen Spitzenorchester wieder statt. Ob man diese Sinfoniekonzerte nun nach wie vor als Gerüst des Festivals versteht oder ob nicht vielmehr die starke Academy das Publikum von morgen, also die Kinder, diesen Sommer ins KKL lockt, wird sich zeigen. So oder so darf man sich auf Spitzenkonzerte gefasst machen. Besonders freuen sollte man sich in der letzten Festivalwoche auf Mirga Gražinyte-Tyla mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Marin Alsop mit dem London Philharmonic Orchestra.

Hinweis

Der Kartenverkauf startet am 5. März um 12 Uhr.

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