Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

LUCERNE FESTIVAL: Konkurrenz unter Festivals und zwischen Medien

Weniger Direktübertragungen am Radio, mehr Livestreams im Internet: Mit den sozialen Medien verändert sich auch die Medienpräsenz von Lucerne Festival.
Openair-Übertragung eines Konzerts des Lucerne Festival Orchestra beim Luzerner Inseli (Archivbild). (Bild: Maria Schmid (Luzern, 20. August 2010))

Openair-Übertragung eines Konzerts des Lucerne Festival Orchestra beim Luzerner Inseli (Archivbild). (Bild: Maria Schmid (Luzern, 20. August 2010))

Im Rahmen von Weltklasse 2017 bei SRF Kultur werden auch dieses Jahr wieder mehrere Konzerte des Lucerne Festival übertragen. Begonnen hat es am Freitagabend, 11. August, mit dem Eröffnungskonzert des Lucerne Festival Orchestra, das direkt aus dem KKL Luzern nicht nur aufs Inseli, sondern auch von Radio SRF 2 Kultur ausgestrahlt wurde.

Ab heute Donnerstag werden noch neun weitere Konzerte des Lucerne Festival übertragen. Allerdings befindet sich darunter nur noch ein einziges Livekonzert, jenes vom Dienstag, 29. August, mit dem Orchestre de l’Opéra de Paris unter dem Schweizer Dirigenten Philippe Jordan und mit dem Pianisten Bertrand Chamayou als Solisten.

Diese Übertragungen haben eine lange Tradition und tragen wie jeweils die Konzertübertragung des Eröffnungskonzerts auf dem Inseli dazu bei, dem Festival seinen elitären Charakter zu nehmen. Umso bedauerlicher ist es, dass dieses Jahr nicht mehr Liveübertragungen möglich sind.

Barbara Gysi, Programmleiterin von SRF 2 Kultur, rechtfertigt dies unter anderem damit, dass man ein möglichst vielseitiges Spektrum von Konzerten der Klassikfestivals in der Schweiz und im Ausland anbieten möchte. Dazu gehören vor allem die Musikfestivals von Gstaad und Verbier. Unter den 39 Übertragungen zwischen 31. Juli und 14. September sind auch die Sparten neue Musik, Jazz und Weltmusik vertreten.

Rechtliche Gründe als Hindernis

«Wir verschicken jedes Jahr eine Liste an die einschlägigen Festivals, die uns angeben, welche Konzerte das Radio übertragen darf. Dabei zeichnet sich gegenüber früher vermehrt ab, dass aus rechtlichen Gründen keine Übertragungen zugelassen werden, weil Dirigenten, Orchester oder Solisten ihr Veto einlegen», erklärt die Programmleiterin. Sehr gut eingeführt hat sich in den vergangenen Jahren jeweils die Kritikerrunde, bei der eine Moderatorin zusammen mit zwei Musikexperten unmittelbar nach dem Konzert das Gehörte unter die Lupe nimmt.

Beim Eröffnungskonzert wurde sie freilich aus programmtechnischen Gründen auf sechs Minuten reduziert (normalerweise stehen zehn Minuten zur Verfügung). Logischerweise gibt es jetzt nur noch eine Kritikerrunde, eben jene bei der einzigen noch bevorstehenden Liveübertragung vom 29. August. Immerhin bleibt der Trost, dass noch acht Konzerte zeitversetzt gesendet werden, darunter der mit Spannung erwartete Auftritt des Lucerne Festival Orchestra unter Riccardo Chailly mit einem ­reinen Strawinsky-Programm (24. August) und eines der beiden Konzerte mit den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle mit Haydns Oratorium «Die Schöpfung» (10. September).

Livestreaming wird ausgebaut

Live mithören und sehen kann man freilich diese Berliner «Schöpfung» im Internet. Denn Lucerne Festival baut, ähnlich wie andere Veranstalter und Orchester, das Livestreaming-Angebot in diesem Jahr deutlich aus. So werden auf der Facebook-Seite des Festivals sechs Konzerte in Ausschnitten ausgestrahlt.

Die Geigerin Patricia Kopa­t­chinskaja kann man als Solistin erleben im Konzert des Mahler Chamber Orchestra und im anschliessenden Encore im Foyer mit moldawischer Volksmusik (23. August, 19.30/22.15 Uhr). Mit dabei ist Facebook live zudem im «40 min»-Gratiskonzert des Sonus Brass Ensemble (30. August, 18.20 Uhr), im erwähnten Konzert der Berliner Philharmoniker (10. September) beim Orchester der Lucerne Festival Academy am 2. September (15.45 Uhr). An ein junges Publikum richtet sich ebenfalls auf Facebook die Young Performance «No Mozart» (10. September, 11 Uhr).

Fritz Schaub
<span style="font-size: 1em;">kultur@luzernerzeitung.ch</span>

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.