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LUCERNE FESTIVAL – OSTERN, 17. BIS 25. MÄRZ: Orchesterresidenzen zu Ostern

Gleich vier Abende werden am diesjährigen Oster-Festival sinfonisch bespielt: Zu Gast sind das Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks, die Filarmonica della Scala und die Lucerne Festival Alumni. So wirkt das Festival eher spirituell denn geistlich.
Artist-in-Residence Julia Lezhneva (Mitte), Sopran, 2017 in der Hofkirche Luzern. (Bild: LF)

Artist-in-Residence Julia Lezhneva (Mitte), Sopran, 2017 in der Hofkirche Luzern. (Bild: LF)

So ungewöhnlich früh heuer Ostern im Kalender steht, so früh fängt auch das Lucerne-Festival-Jahr 2018 an: Schon am 17. März ist es wieder so weit. Das Festival beginnt mit einem Déjà-vu: Nach ihrem gefeierten Debüt am letztjährigen Oster-Festival kommt die Sopranistin Julia Lezhneva zum zweiten Mal nach Luzern – wieder in die Hofkirche, wieder mit dem Originalklang­ensemble «La Voce Strumentale» und wieder mit dem Dirigenten Dmitry Sinkovsky. Lezhneva ist ausserdem Artist-in-Residence am Oster-Festival. Dieses Konzept ist relativ neu: Nach dem katalanischen Gambisten Jordi Savall 2016 und dem Dirigenten Teodor Currentzis 2017 ist Lezhneva 2018 die dritte, der diese Rolle zuteilwird.

Fünfzehn Jahre Bayern

Nicht erst zum zweiten Mal, sondern bereits zum fünfzehnten Mal kommt das Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks zu Besuch. Seit 2003 ist der Lette Mariss Jansons Chefdirigent des Bayrischen Rundfunks, und mit wenigen Ausnahmen (Bernard Haitink und Daniel Harding in den Jahren 2010 und 2012) dirigierte er alle Osterkonzerte seines Orchesters selbst. Im Gepäck hat Jansons dieses Jahr zwei ganz unterschiedliche Programme: Beethovens C-Dur-Messe am ersten, Leonard Bernsteins «Divertimento» voller Walzer und Samba am zweiten Abend.

Übrigens: 2018 feiert das Oster-Festival seine 30. Ausgabe. Grund genug, zwei weitere Orchesterresidenzen in die Wege zu leiten. In vielerlei Hinsicht ein Novum ist die Residenz der Filarmonica della Scala mit Riccardo Chailly: Nicht nur spielt Chailly erstmals mit «seiner» Scala am Festival, es ist auch das erste Luzerner Konzert des Mailänder Orchesters seit 2001. Ausserdem lässt das Repertoire aufhorchen: Ein russisches Programm jenseits aller österlichen Geistlichkeit hat der Maestro zusammengestellt. Besonders fällt hier Strawinskys «Pe­truschka» auf, hat doch Chailly schon letzten Sommer ein komplettes Strawinsky-Programm mit dem Lucerne Festival Orchestra, seinem «anderen» Orchester, realisiert. Die Osterresidenz der Scala wird die kommenden Jahre fortgeführt.

Young Performance auf Tour

Ebenfalls zum ersten Mal werden die Lucerne Festival Alumni, also ehemalige Akademisten, mit ihrem Principal Conductor Matthias ­Pintscher zu Ostern auftreten. ­Gemeinsam mit dem Ensemble ­intercontemporain führen sie Olivier Messiaens «Des canyons aux ­étoiles» auf, ein zutiefst spirituelles Werk und ein Meilenstein in Messiaens Werkverzeichnis.

Eine weitere Residenz spielt sich etwas abseits vom Festivalalltag ab: Zum siebten Mal unterrichtet Bernard Haitink im Rahmen eines Meisterkurses vom 21. bis am 23. März junge Dirigenten und Dirigentinnen. Haitink ist einer der grössten noch lebenden Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Das Repertoire von Mozart bis Debussy bildet ein breites musikalisches Spektrum ab. Und mit den Festival Strings Lucerne steht den angehenden Dirigentinnen und Dirigenten ein vorzüglicher Klang­körper zur Verfügung. Der Kurs ist öffentlich, die Liste der Teilnehmer steht jetzt schon fest. Hier ist die Bilanz leider durchzogen: Trotz der Bemühungen des «Prima Donna»-Sommers 2016 sind lediglich zwei der acht Teilnehmer Frauen.

Eine Festivalproduktion, die am Osterfestival fehlt, ist Lucerne Festival Young. Doch Young Performance ist keineswegs untätig: In der Woche vor dem Festival sind die Performerinnen mit der letztjährigen Produktion «Nomozart» auf Schweizer Tournee (Daten im Hinweis).

Summa summarum gehört das Oster-Festival 2018 wohl eher zu den weltlichen Ausgaben; der Akzent liegt auf den sinfonischen Residenzen. Geistliche Musik und sakrale Bezüge sind eher dünn gesät. Trotzdem finden sich im Festivalprogramm spirituelle Themen. Und vielleicht ist es zeitgemässer, heutzutage auf Spiritualität denn auf Geistlichkeit in der Musik zu horchen.

Katharina Thalmann

Hinweis

Die Young-Performance-Produktion «Nomozart» gastiert in fünf Schweizer Städten: 9. März: 18.00, Zentrum Paul Klee (Bern); 10. März: 19.00, Theater Rigiblick (Zürich); 11. März: 14.00, Theater Casino (Zug); 16. März: 20.30, Teatro Dimitri (Verscio); 17. März: 19.00, Lokremise (St. Gallen)

Mariss Jansons (2016). (Bild: LF)

Mariss Jansons (2016). (Bild: LF)

Bernard Haitink (2016). (Bild: LF)

Bernard Haitink (2016). (Bild: LF)

Riccardo Chailly leitet die Filarmonica della Scala (2017). (Bild: LF)

Riccardo Chailly leitet die Filarmonica della Scala (2017). (Bild: LF)

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