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LUCERNE FESTIVAL: Was Promis von Primadonnen halten

Gewohnt schillernd war die Eröffnungsgala gestern Abend. Und gemäss dem diesjährigen Motto fragten wir prominente Gäste: Was ist das eigentlich, eine Primadonna?
Katharina Thalmann
Michael Haefliger, Intendant des Lucerne Festival, und seine Partnerin Andrea Lötscher, die sich innert Kürze zur perfekten «First Lady» entwickelt hat. (Bilder Roger Grütter)

Michael Haefliger, Intendant des Lucerne Festival, und seine Partnerin Andrea Lötscher, die sich innert Kürze zur perfekten «First Lady» entwickelt hat. (Bilder Roger Grütter)

Katharina Thalmann

Sie sind nicht zu übersehen: Drei silberne Primadonnen schweben über dem Eröffnungsempfang des Lucerne Festival im KKL Luzern. Die meterhohen Figuren tragen aufwendige Gewänder und halten mit eleganten Gesten den Taktstock in der Hand. Stellt man sich so eine Maestra vor?

«Sie erinnern an Rokoko-Figuren», meint Olga Neuwirth (48), diesjährige Gastkomponistin des Festivals, amüsiert. Nicht aus dem Rokoko, aber auch sonst glamourös sind die Roben der weiblichen Gäste, die über den Teppich schreiten. Hie und da sieht man trotz sommerlichen Wetters sogar eine Pelzstola. Doch ist das, was eine Primadonna ausmacht, ein schickes Kostüm? Roger De Weck (62), SRG-Generaldirektor, verneint und meint lakonisch: «Eine Primadonna wird man nicht, eine Primadonna ist man.»

Eine Primadonna hat Power

Sehen das die anderen Gäste ähnlich? Bianca Sissing (37) könnte man als Miss Schweiz 2003 zur Gilde der Schweizer Primadonnen zählen. Sie, die heute unter anderem Yoga unterrichtet, beschreibt die Eigenschaften einer Primadonna jenseits gewisser Klischees: «Für mich ist sie gerade nicht divenhaft oder abgehoben. Arroganz ist ihr fremd. Sie hat Power und steht mit beiden Beinen im Leben, bleibt bescheiden und stilvoll.» Ehemann Pirmin Lötscher (38) pflichtet ihr bei: «Einer wahren Primadonna haftet nichts Zickiges an.»

Weibliche Politik

Auch auf politischer Ebene spielt die Thematik «Primadonna» eine grosse Rolle, gerade wenn man sich weltpolitisch umsieht und einer neuen britischen Premierministerin vielleicht bald eine US-Präsidentin folgt. Die Luzerner GLP-Stadträtin Manuela Jost (53) begreift Weiblichkeit als Teil ihrer politischen Haltung. «Für mich sind weiblich konnotierte Eigenschaften wie Empathie, Intuition und Kommunikation in meinem beruflichen Alltag wichtig.» Klar ist für sie auch: «Es gibt keinen Grund, weshalb Frauen weniger gut dirigieren sollten als Männer.»

Nebst vielen weiteren Politikerinnen und Politikern beehrte auch Bundespräsident Johann Schneider-Ammann (64) die Festivaleröffnung. Durch viele Kameras und Mikrofone hört man ihn sagen, dass der Begriff Primadonna ja mitunter zweideutig benutzt werde. «Für meine Frau wäre diese Bezeichnung nicht unbedingt das, was ich möchte.» Er wies auch darauf hin, dass Mahler seiner Frau ein Konkurrenzverbot auferlegt habe, als er ihr das Komponieren untersagte. Als Volkswirtschaftsminister könne er das nicht gutheissen.

Die «erste Dame» des Festivals

Als «First Lady» des Festivals wurde Andrea Lötscher (33) inzwischen schon öfters bezeichnet. Die Flötistin und Festival-Intendant Michael Haefliger (55) haben vor gut einem Jahr geheiratet. Die beiden strahlten ihre Gäste an und freuen sich offensichtlich sehr auf die nächsten Wochen. Wie fühlt es sich an, die «erste Frau» des traditionsreichen Klassikfestivals zu sein? «Es gibt nichts Besseres. Aber die eigentlichen First Ladys stehen auf der Bühne. Und das ist gut so», meint Andrea Lötscher.

Schon zu Beginn des Abends erwies sich Andrea Lötscher als perfekte First Lady: Als die ersten Gäste ins Foyer strömten, waren die beiden Protagonisten Michael Haefliger und Festivalpräsident Hubert Achermann (65) noch beschäftigt. Ihre Ehefrauen übernahmen kurzerhand die Aufgabe der Handshakes und Begrüssungen. Es gelang ihnen mit viel Charme und Witz – spätestens jetzt wurde klar, dass eine Primadonna mehr ist als eine angelernte Rolle. Hat Roger de Weck also Recht mit seiner These?

Sie folgten den Kastraten

Immer wieder sind die drei ätherischen Maestras im KKL Thema der Konversation. Die einen erkennen in ihnen Aufziehfiguren aus Musikdosen. Andere sind fasziniert von ihren schier endlos langen Beinen, versteckt unter fliessendem Silberstoff. «Primadonnen sind in der Operngeschichte die Nachfolgerinnen der Kastraten, der Sänger mit den hohen Stimmen», weiss Dieter Ammann (54). «Ich glaube, heute denkt man beim Begriff fälschlicherweise eher an eine Diva.»

Zahlreiche Zuschauer verfolgen das Eröffnungskonzert via Live-Übertragung am Inseli. (Bild: Patrick Hürlimann)
Zahlreiche Zuschauer verfolgen das Eröffnungskonzert via Live-Übertragung am Inseli. (Bild: Patrick Hürlimann)
Zahlreiche Zuschauer verfolgen das Eröffnungskonzert via Live-Übertragung am Inseli. (Bild: Patrick Hürlimann)
Zahlreiche Zuschauer verfolgen das Eröffnungskonzert via Live-Übertragung am Inseli. (Bild: Patrick Hürlimann)
Zahlreiche Zuschauer verfolgen das Eröffnungskonzert via Live-Übertragung am Inseli. (Bild: Patrick Hürlimann)
Zahlreiche Zuschauer verfolgen das Eröffnungskonzert via Live-Übertragung am Inseli. (Bild: Patrick Hürlimann)
Das Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Riccardo Chailly und unter Mitwirkung des Chor des Bayerischen Rundfunks, des Latvian Radio Choir, Orfeón Donostiarra, des Tölzer Knabenchor und zahlreichen Solisten. (Bild: Priska Ketterer)
Gewohnt schillernd war die Eröffnungsgalal: Im Bild ist Manuela Jost mit Dominique Criblez. (Bild: Roger Grütter)
Michael Haefliger, Intendant des Lucerne Festival, und seine Partnerin Andrea Lötscher, die sich innert Kürze zur perfekten «First Lady» entwickelt hat. (Bild: Roger Grütter)
Lucerne Festival: Pirmin Loetscher mit seiner Frau Bianca Sissing. (Bild: Roger Grütter)
Das Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Riccardo Chailly und unter Mitwirkung des Chor des Bayerischen Rundfunks, des Latvian Radio Choir, Orfeón Donostiarra, des Tölzer Knabenchor und zahlreichen Solisten. (Bild: Priska Ketterer)
Lucerne Festival: Johann Schneider Ammann beim Interview mit dem SRF. (Bild: Roger Grütter)
Das Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Riccardo Chailly und unter Mitwirkung des Chor des Bayerischen Rundfunks, des Latvian Radio Choir, Orfeón Donostiarra, des Tölzer Knabenchor und zahlreichen Solisten. (Bild: Priska Ketterer)
Lucerne Festival: Zu sehen ist der Empfang, wo Michael Häfliger die Gäste begrüsst. (Bild: Roger Grütter)
Lucerne Festival: Dieter Ammann mit seiner Frau Yolanda Senn Ammann. (Bild: Roger Grütter)
Lucerne Festival: Von links Dominik Teuber, Olga Neuwirth, Mark Sattler. (Bild: Roger Grütter)
Lucerne Festival: Roger De Weck. (Bild: Roger Grütter)
Lucerne Festival: Im Bild ist Hubert Achermann beim begrüssen von Beat Züsli. (Bild: Roger Grütter)
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Auftakt des Lucerne Festival

Beispielhafte Individualität

Der Komponist aus Zofingen wird von seiner Frau Yolanda Senn-Ammann (46) begleitet. Oder müsste man das umgekehrt formulieren? «Ohne Yolanda könnte ich schlecht leben. Sie ist meine soziale Kontrolle», scherzt er. Ein bisschen ernst meint er es wohl trotzdem.

Vielleicht kann man an den bunten, glamourösen Roben der weiblichen Gäste sowohl das Resümee des Abends als auch eine Vorschau auf die nächsten vier Festivalwochen ablesen. Inzwischen wissen wir: Die eine Primadonna gibt es nicht. Denn die Eigenschaften und Ansichten dieser Frauen sind so schillernd, charmant und fein wie der Stoff, aus dem die schönen Kleider der weiblichen Gäste sind. An dieser Vielfalt und Individualität könnten sich die Herren in Schlips und Krawatte hie und da ein Beispiel nehmen.

Stadträtin Manuela Jost (mit Partner Dominique Criblez): «Frauen können genauso gut dirigieren wie Männer.» (Bilder Roger Grütter)

Stadträtin Manuela Jost (mit Partner Dominique Criblez): «Frauen können genauso gut dirigieren wie Männer.» (Bilder Roger Grütter)

Bianca Sissing (mit Ehemann Pirmin Lötscher): «Eine Primadonna steht mit beiden Beinen im Leben.» (Bilder Roger Grütter)

Bianca Sissing (mit Ehemann Pirmin Lötscher): «Eine Primadonna steht mit beiden Beinen im Leben.» (Bilder Roger Grütter)

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann: «Mahlers Konkurrenzverbot an seine Frau heisse ich nicht gut.» (Bilder Roger Grütter)

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann: «Mahlers Konkurrenzverbot an seine Frau heisse ich nicht gut.» (Bilder Roger Grütter)

Dieter Ammann (mit Frau Yolanda): «Man denkt bei Primadonna fälschlicherweise an Diva.» (Bilder Roger Grütter)

Dieter Ammann (mit Frau Yolanda): «Man denkt bei Primadonna fälschlicherweise an Diva.» (Bilder Roger Grütter)

Auch die Live-Übertragung auf dem Inseli war gut besucht: Auf der Leinwand dirigiert Riccardo Chailly das Eröffnungskonzert. (Bild: Lucerne Festival/Patrick Hürlimann)

Auch die Live-Übertragung auf dem Inseli war gut besucht: Auf der Leinwand dirigiert Riccardo Chailly das Eröffnungskonzert. (Bild: Lucerne Festival/Patrick Hürlimann)

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