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LUZERN: Blue Balls – pulsierendes Festival ums Seebecken

Ab Freitag ist Luzern wieder den blauen Bällen verfallen. Das Festival holt die Stars ins KKL, bietet aber auch abseits der Hauptbühne einiges.
Michael Graber
Das Aushängeschild des diesjährigen Blue Balls Festivals: Shura. (Bild: PD/Andrew Whitton)

Das Aushängeschild des diesjährigen Blue Balls Festivals: Shura. (Bild: PD/Andrew Whitton)

Michael Graber

Rund 100 000 Leute werden während des Blue Balls (22. bis 30. Juli) an insgesamt neun Tagen wieder an das Luzerner Seebecken strömen. Während im KKL die grossen Stars (heuer unter anderem Katie Melua und Seal) auftreten, lebt das Festival vor allem von der einmaligen Atmosphäre ausserhalb der beiden Konzertsäle. Da pulsiert das Leben ab dem frühen Nachmittag bis in den frühen Morgen. Pavillon, «Schweizerhof» und KKL-Vorplatz haben sich längst von der Mauerblümchen-Rolle befreit und sind ein fester Bestandteil des Festivals geworden. Unsere Tipps für das Rahmenprogramm finden Sie in der Box.

Weitere Tipps

Das alles gibt es gerade einmal für zwanzig Franken: So viel kostet der Festival-Pin auch in diesem Jahr. Zwar kann man (natürlich) am Pavillon auch ohne einen solchen rumstehen, aber der Kauf ist eigentlich Ehrensache– und den «Schweizerhof» oder die weiteren Angebote beim KKL kann man ohne Pin gar nicht besuchen. Verpflegen kann man sich an den zahlreichen Ständen rund um das Seebecken. Die laden auch schon zum Mittagessen ein: Die meisten der Stände haben von 12.00 bis 1.00 Uhr geöffnet. Das Gleiche gilt für die Basarstände zwischen Pavillon und Schwanenplatz.

Wer kurz entschlossen doch noch an ein KKL-Konzert gehen will, kann das ohne Probleme. Ausverkauft ist derzeit nur Katie Melua (Do 28. Juli). Die Abendkasse beim KKL ist täglich ab 18.00 Uhr geöffnet. Wer von ausserhalb ans Blue Balls kommt, macht dies am besten mit dem öffentlichen Verkehr. Erstens kann man dann auch ein Bier trinken, und zweitens muss man dann nicht mühsam einen der wenigen Parkplätze suchen.

Hinweis

Das gesamte Programm und alle weiteren Infos finden Sie unter: www.blueballs.ch

Dunkler Sound und auch sommerliche Klänge

TIPPS mg. 120 Veranstaltungen bietet das Blue Balls an seinen neun Festivaltagen. Unmöglich, da den gesamten Überblick zu behalten. Wir haben im Rahmenprogramm für jeden Tag einen Tipp für Sie herausgesucht:

Freitag, 22. Juli

Mutig war eines der Wörter, das in den letzten Jahren vorzüglich zum Programm beim Pavillon passte. Da kam auch mal eine Julia Holter oder Bombino auf die Muschelbühne. Das ist Musik, die Aufmerksamkeit fordert, das sind nicht typische Open-Air-Nebengeräusche. Auch in diesem Jahr ist das Programm wieder spannend – ein richtiger hipper Indie-Name fehlt aber. Mindestens saucool ist aber auch Faber (Pavillon, 18 Uhr).Der junge Zürcher mit der Strubbelmähne hat wunderbar abgründige Texte, alles verpackt in etwas schwermütige, rumplige Musik. Dazu hat Faber eine Stimme, die nach vielen Schnäpsen und noch mehr Zigaretten klingt. Irgendwie muss man den Mann einfach mögen.

Samstag, 23. Juli

Viel dunkler ist der Sound von Verena von Horsten (Pavillon, 18 Uhr). Die Zürcherin verarbeitet auf ihrem aktuellen Album «Alien Angel Super Death» den Freitod ihres Bruders. Das ist nicht lustige Samstagsmusik. Das ist wütend, das ist direkt, das ist wuchtig. Von brachialem Rock bis zu düster wabernden Synthies findet man viele Schattierungen in von Horstens Musik. Licht dagegen verirrt sich nur selten in die sehr persönlichen Lieder. Ist das die richtige Musik, um sich auf eine lange Partynacht einzustimmen? Ganz sicher nicht. Soll man das hören gehen? Aber unbedingt!

Sonntag, 24. Juli

Neben der Nebenbühne am Pavillon gibt es aber auch noch weitere, kleinere Nebenbühnen. Auf so einer spielt Lilly Hates Roses (KKL Plaza, 18 Uhr). Das Duo (Mann/Frau) aus Polen macht farbigen Pop. Mal auf Englisch, mal auf Polnisch. Es kann stampfen, kann aber auch innehalten, um nachher wieder kräftig aufs Gas zu drücken. Es ist richtig tanzbar, aber ohne dabei komplett beliebig zu wirken. Via Youtube machen die Songs auf jeden Fall so richtig Lust, die beiden mal live zu sehen.

Montag, 25. Juli

Festivaldirektor Urs Leierer hat ein grosses Herz für den Blues. Auch wenn der Blues-Anteil im Hauptprogramm eher auf tiefem Niveau stagniert, findet sich immer wieder mindestens ein Blues-Zückerchen im Restprogramm. Diesmal unter anderem Moreland & Arbuckle (Schweizerhof, 23 Uhr).Die Amerikaner spielen trocken und roh. Das klingt ein bisschen nach Wüste und stark nach langen, heissen Nächten. Die Mundharmonika wird kräftig eingesetzt und verleiht dem Sound ihren rootsigen Charakter. Das passt bestens in den Zeugherr-Saal.

Dienstag, 26. Juli

Neben der Musik bietet das Blue Balls aber auch noch mehr. Etwa die Talks im KKL. Jeden Abend lädt Hannes Hug die Künstler des Abends (das wäre an diesem Tag etwa Charles Bradley) an seinen Talk «Meet the Artist» – wer dann tatsächlich kommt, erfährt man erst kurz vorher. Das Erstaunliche: Hug hat die Gabe, aus den Musikern mehr als nur die einstudierten Phrasen zu entlocken. Da wird richtig geplaudert oder gar philosophiert. Die Talkshow findet jeden Tag im KKL Auditorium um 19.00 Uhr statt. Die Tickets dafür sind gratis und werden auf dem Gelände verteilt.

Mittwoch, 27. Juli

Und gleich noch einmal etwas unter dem KKL-Dach: ein Dokumentarfilm über Blur. Die legendäre britische Band um Damon Albarn liess sich nach ihrem Live-Comeback 2009 bis zur Veröffentlichung ihres letzten Albums 2015 von einem Kamerateam begleiten. Das sind spannende Einblicke in das Seelenleben einer der wichtigsten Bands der jüngeren Zeit. Auch wenn das Wetter derzeit eher nach Draussen statt Drinnen aussieht: Ein Besuch im KKL-Auditorium (täglich um 22 Uhr) lohnt sich sicherlich.

Donnerstag, 28. Juli

Das komplette Kontrastprogramm zu Kino ist Sevana (Pavillon, 22 Uhr).Die junge Jamaikanerin macht Musik, die unverwechselbar nach ihrem Heimatland klingt. Da ist man sofort in Gedanken an langen Stränden und liegt im Sand mit kühlen Drinks. Die Stimme steckt voller Soul und strahlt ebenfalls eine schöne Wärme ab. Da könnte selbst ein Gewitter aufziehen, und man wäre immer noch sicher, dass gerade Sommer ist. Sollte es trocken bleiben, kann man ja einfach ein bisschen die Füsse in den See strecken.

Freitag, 29. Juli

So viel Luzerner Musik wie an diesem Freitag war am Blue Balls noch selten. Sogar im Hauptprogramm: Im KKL spielt die Rapcrew 2041 um Mimiks, Emm und Co. (Luzerner Saal, 20.30 Uhr, kostet Eintritt).Gratis (dafür natürlich mit Pin) gibt es Hej Francis (Pavillon, 18 Uhr). Die Luzerner Band hat gerade eine neue EP veröffentlicht und ist der beste Beweis, warum man nicht unbedingt Englisch singen muss als Schweizer Band: Ihre französischen Songs haben viel Schmiss und Herz. Deutlich elektronischer und mit viel mehr Hall kommen Gaia (Schweizerhof, 23 Uhr)daher. Das ist raffiniert aufgebauter Elektro-Pop, der langsam via Ohren in die Beine schleicht und dort ein angenehmes Schütteln auslöst. Da ist eine junge Band am Werk, die viel Musik aufgesaugt hat und nach Weltstädten wie Berlin und New York klingt.

Samstag, 30. Juli

Ganz ehrlich: Am neunten Festivaltag sind die Kräfte meistens etwas am Limit. Lange Nächte und diverse Biere fordern ihren Tribut. Da braucht es schon eine gute Portion Rock ’n’ Roll, um die Müdigkeit aus den Knochen zu prügeln. Die liefern Radio Moscow (Pavillon, 20 Uhr gleich im Multipack. Die drei jungen Amerikaner stampfen in bester Rockmanier wild durch treibende Nummern. Da steckt viel Blues drin, aber auch viel Jimi Hendrix und auch noch eine Nuance Hardrock. Wer zu dieser Musik nicht wieder wach wird, der sollte am Besten gleich bis zum nächsten Blue Balls durchschlafen. Alle anderen können nachher noch in eine lange Festivalnacht eintauchen.

Eröffnet das Blue Balls im Pavillon am Nationalquai: Faber aus Zürich. (Bild: PD/Stefan Tschumi)

Eröffnet das Blue Balls im Pavillon am Nationalquai: Faber aus Zürich. (Bild: PD/Stefan Tschumi)

Das zeichnet das Blue Balls mindestens so aus wie die Stars im KKL: die wunderschöne Atmosphäre rund um das Luzerner Seebecken. (Bild Dominik Wunderli)

Das zeichnet das Blue Balls mindestens so aus wie die Stars im KKL: die wunderschöne Atmosphäre rund um das Luzerner Seebecken. (Bild Dominik Wunderli)

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