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LUZERN: Danioths Bezüge zu Luzern

Der Schweizer Dokumentarfilm „Danioth – der Teufelsmaler“ über Heinrich Danioth, zu dessen berühmtesten Werken der Teufel in der Schöllenenschlucht und das Fresko am Bundesbriefmuseum in Schwyz zählen, erlebt am Dienstag in Luzern seine Freiluftpremiere.
Heinrich Danioth, links, mit dem Luzerner Komponisten Franz Xaver Jans während einer Probe zum "Urner Krippenspiel". (Bild: PD)

Heinrich Danioth, links, mit dem Luzerner Komponisten Franz Xaver Jans während einer Probe zum "Urner Krippenspiel". (Bild: PD)

Gemäss Mitteilung der Firma Meschuggefilm aus Zürich, die aus Anlass der Freiluftpremiere des Films über Danioth, würden sich im Film auch mehrere Bezüge vom Künstler zu Luzern finden. So waren etwa beim Wettbewerb für das Fresko am Bundesbriefmuseum in Schwyz der Luzerner Hans Erni und der Urner Heinrich Danioth Konkurrenten. Erni musste dem Urner 1936 den Vortritt lassen. In seinem letzten Filmauftritt erinnert sich Erni an den kantigen Künstlerkollegen, den er als „echten, gesunden Urner“ in Erinnerung behielt.

Eine glücksbringende Einladung

Besonders präsent geblieben ist ihm eine spontane Einladung seines Künstlerkollegen während des Zweiten Weltkriegs. Danioth erwähnt diese Begegnung in einem Brief vom 3. Januar 1941 an seinen Aargauer Künstlerfreund Otto Kälin. „Hans Erni ist beim Munitionsnachschub in Altdorf. Mit roter Armbinde, Knickerbocker und Käppi. Ein kolossal gescheites Haus. Vergangenen Sonntag war er bei uns, um Kultur zu lecken. Bad, Porzellangeschirr, zivile Küche, Sofa u.s.w. Man kann so wenig tun für diese Leute die man bedauert und für die man das wenige umso herzlicher tut.“ Danioths Einladung ist bei Hans Erni bis zuletzt als „glücksbringend“ lebendig geblieben.

Noch enger sei die Bande zu dem Luzerner Musiker Franz Xaver Jans, heisst es weiter. Für den Zentralschweizer Weihnachtsklassiker „Das Urner Krippenspiel“ hat Jans 1944 sowohl für die Theaterfassung mit Marionetten und für die Hörspielfassung von Radio Basel die Musik komponiert. Sein Sohn Hans Jörg Jans, der im Dokumentarfilm mitwirkt, erinnert sich: „Die beiden haben sehr viel gemeinsam gehabt, bis weit ins Menschliche.“

Ein Ereignis hat der heute im Tessin lebende Musiker und Musikhistoriker nicht vergessen: „Anfangs der 1950er Jahre war ich Schüler am Gymnasium in Luzern. Einmal war Heinrich Danioth zu Besuch, als ich von der Schule heimkam. Ich setzte mich zu den Erwachsenen und folgte der angeregten Konversation. Während der Diskussion fixierte mich Danioth immer wieder mit seinem klaren, durchdringenden Blick. Zu mir gewandt sagte er auf einmal in seinem schönen Urner Dialekt: Jetz bisch dü äu scho so nä chäibä Intellektuellä. Diese Bemerkung hat mich damals zutiefst getroffen, weil ich das auf keinen Fall sein wollte.“

Heinrich Danioth starb am 3. November 1953 mit 57 Jahren an einem Gehirntumor. Für seinen engen Freund Franz Xaver Jans war der frühe Tod Danioths ein Schock. Sein Sohn erinnert sich daran heute noch selber bewegt: „Ich glaube, es war der Tag der Beerdigung. Mein Vater leitete damals den Chor der Kantonsschule Luzern. Wir Studenten sangen in der Jesuistenkirche ein Requiem. Es kostete meinen Vater grosse Mühe und Überwindung, seine Aufgabe als Vorsänger zu bewältigen.“

Als weiteren Bezug nennt Meschuggefilm Madeleine Danioth, eine der beiden Töchter des Urner Malers und Schriftstellers. Sie lebt seit bald sechzig Jahren in Luzern.

Hinweis: Der Film „Danioth – der Teufelsmaler“ läuft an folgenden Open Air Kinos in Anwesenheit des Regisseurs: Luzern, 4. August 2015, Zug, 5. August 2015 und Gelfingen:Schloss Heidegg, 6. August 2015. Beginn jeweils um 21.15 Uhr.

pd/kst



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