LUZERN: Der Luzerner Bildhauer Ruedi Weber ist tot

Im Alter von 88 Jahren ist der Bildhauer Ruedi Weber gestorben. Er war Kunstschaffender, zugleich als gelernter Steinmetz auch Handwerker: So restaurierte er einst auch das Löwendenkmal.

Drucken
Teilen
De Bildhauer Ruedi Weber in einer Aufnahme aus dem Jahr 2012. (Bild: PD/IG Freunde Ruedi Weber)

De Bildhauer Ruedi Weber in einer Aufnahme aus dem Jahr 2012. (Bild: PD/IG Freunde Ruedi Weber)

Am 20. Mai ist Ruedi Weber im Alter von 88 Jahren gestorben. Das hat die IG Freunde Ruedi Weber am Mittwoch mitgeteilt. Der Bildhauer und Steinmetz verdiente seinen Lebensunterhalt mit der Herstellung von Grabsteinen und war bei Renovationen von denkmalgeschützten Objekten und Gebäuden gefragt.  So hat Weber das Löwendenkmal, oder St.-Peters-Kapelle am Kapellplatz.

Parallel dazu setzte er sich künstlerisch mit dem kriegerischen Welt- und Zeitgeschehen auseinander. Für seine Werke prägend war das Erleben der Kriegsjahre als Kind einer deutschen Familie, das jedoch bereits in Luzern geboren worden war. So musste sein Bruder in die deutsche Armee einrücken. Dieses Ereignis verarbeitet er mit - teils skurrilen und surrealen - Kunstwerken, die oft die Zerbrechlichkeit der Menschen, Tod und Grausamkeit darstellen. 

Max von Moos wird in der Mitteilung der IG zu Ruedi Webers Schaffen so zitiert: «Das künstlerische Werk Ruedi Webers ist der Spiegel seiner Seele, und in dieser Seele spiegelt sich Uraltes und unsre ganze gegenwärtige Welt in ihrer infernalischen Zerrissenheit. […] Die Stärke des Erlebnisses, der Reichtum und die Prägnanz der Form und das leidenschaftliche Miterleben unserer Zeit stellen Ruedi Weber in die Reihe der wichtigsten, auch unbequemen Künstler unserer Epoche“.

«Eigentlich wollte ich gar nicht Künstler werden», gab der Bildhauer im Jahr 2012 in einem Interview mit der Luzerner Zeitung zu Protokoll. Er habe seinerzeit eine Stelle als Steinmetz erhalten und sich eines Tages auf dem Friedhof beim Betrachten der Grabsteine gedacht: «Das kann ich doch auch.» 

pd/cv