LUZERN: Ein pianistisches Beethoven-Festival

Am diesjährigen Lucerne Festival am Piano, das vom 22. bis 30. November stattfindet, steht Ludwig van Beethoven im Zentrum. Zu hören sind dessen fünf Klavierkonzerte, sechs seiner über 30 Klaviersonaten sowie die Diabelli-Variationen.

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Das Piano-Festival wird ganz im Zeichen der Tastenkünste gefeiert. (Bild: Gregor Anderhub / Lucerne Festival am Piano)

Das Piano-Festival wird ganz im Zeichen der Tastenkünste gefeiert. (Bild: Gregor Anderhub / Lucerne Festival am Piano)

Der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes macht anlässlich seiner rund um den Globus führenden «Beethoven Journey» auch in Luzern halt. Verteilt auf zwei Abende, spielt er im KKL Luzern zusammen mit dem von ihm geleiteten Mahler Chamber Orchestra alle fünf Konzerte, die Beethoven für das Klavier geschrieben hat.

Zu Andsnes «Beethoven Journey» gehört auch das Programm «Feel the Music». Gehörlose Jugendliche lernen hier, Musik spürend zu erleben. Beethoven, der von 1770 bis 1827 lebte, litt in seiner zweiten Lebenshälfte an einem Gehörleiden, das zur Taubheit führte.

An vier weiteren Abenden des diesjährigen Piano-Festivals fehlt der epochale Klavierkomponist ebenfalls nicht. So spielt der Brite Paul Lewis an seinem Solokonzert die drei letzten von Beethoven komponierten Klaviersonaten aus den Jahren 1821 und 1822.

Stammgast spielt Sonaten und Tänze

Rund 20 Jahre älter sind die beiden Beethoven-Sonaten, die der Altmeister und Luzerner Stammgast Maurizio Pollini zum Festivalauftakt neben Tänzen von Frédéric Chopin spielen wird. Es handelt sich dabei um den «Sturm» und «Appassionata», eines der Hauptwerke Beethovens.

Aus der gleichen Zeit stammt die orchestrale «Waldstein-Sonate», die der russischstämmige Pianist Evgeny Kissin in sein Rezital aufgenommen hat. Kissin spielt zudem Sergej Prokofjews vierte Klaviersonate sowie Werke von Frédéric Chopin und Franz Liszt.

Martin Helmchen wird sein Solokonzert mit Beethovens letztem grossen Klavierwerk abschliessen, den 1823 fertiggestellten «Diabelli-Variationen». Auch bei den anderen Werken (Wolfgang Amadé Mozart, Franz Schubert, Anton Webern), die der junge Berliner darbietet, handelt es sich um Variationen.

Nicht Beethoven, sondern Johann Sebastian Bach, steht im Zentrum des Solokonzertes von Pierre-Laurent Aimard. Der Franzose wird alle 24 Präludien und Fugen aus dem ersten Band von Bachs «Wohltemperierten Klavier».

Drei Debutanten

Neben diesen acht abendlichen Hauptkonzerten im KKL Luzern bietet Lucerne Festival auch drei mittägliche Konzerte in der Lukaskirche, die von jungen Tastenkünstlern bestritten werden. Zu Debut-Konzerten eingeladen wurden der Lette Vestart Shimkus, die deutsche Sophie Pacini und der Brite Benjamin Grosvenor.

Bereits Tradition geworden ist am Lucerne Festival am Piano ferner die Konzertreihe «Piano Off-Stage». Dieses besteht aus über 40 Konzerten, die vom 26. bis 30. November in diversen Bars und Restaurants der Stadt über die Bühne gehen und von acht Jazz-Pianisten bestritten werden. Die Eröffnung findet am 25. November im KKL Luzern statt.

sda