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LUZERN: Ein Theaterabend über die Dauerbaustelle Glück

Der Theaterclub der PH Luzern sucht in seiner neuen Produktion das Glück. Rückblick auf ein geglücktes Experiment im Theater-Pavillon.
Studenten der PH Luzern fordern auf der Bühne das Glück heraus. (Bild: PH Luzern)

Studenten der PH Luzern fordern auf der Bühne das Glück heraus. (Bild: PH Luzern)

Das Glück ist und bleibt im Leben eine Baustelle. Von Dauer ist es nie, die Wege zu ihm sind verschlungen. Und meistens klopft es sowieso bei einem an, wenn man gar nichts dafür tut.

In ein schöneres Bühnenbild hätte man die Essenz dieses flüchtigen Gefühls nicht fassen können. Wer am Mittwochabend den Theater-Pavillon Luzern betrat, dem bahnten rot-weisse Baustellenabsperrbänder schmale Wege auf die Bühne. Eingeschleust in ein Labyrinth aus Glück suchenden Besuchern, wartete man darauf, bis einem der Zugang zu den Zuschauerplätzen gewährt wurde.

In der Zwischenzeit konfrontierten die zwischen den Wartenden postierten PH-Studenten die Zuschauer mit Fragen, anhand derer man sein eigenes Glückspotenzial eruieren konnte («Können Sie über sich selbst lachen?»).

Fröhliche Evergreens

Die Inszenierung «Weg ins Glück?» des Theaterclubs der PH Luzern, die elfte unter der Leitung von Profiregisseur Reto Ambauen, macht das Fragezeichen hinter der Glücksverheissung ganz gross. Pianist Christov Rolla unterlegte den Abend mit fröhlichen Evergreens («Froh zu sein, bedarf es wenig»), deren Anfänge er anspielte wie Zitate und in deren Wortlaut das 24-köpfige Ensemble jeweils mehrstimmig einfiel, manchmal auch als Gegenchor mit Songs für die traurigeren Tage, woraus sich eine wunderbare akustische Umsetzung der dialektischen Verknüpfung zwischen Glück und Unglück entwickelte.

Der Theaterabend plätscherte dahin wie ein guter Abend in einer Piano-Bar. Die Einzelszenen, welche Regisseur Ambauen mit den PH-Studenten erarbeitet hatte, erzählten in konzentrierter Form vom Glück durch Veränderung und vom Glück des eingeübten Rituals, von Gipfelerlebnissen und gemeinsam geteilten glücklichen Erinnerungen, aber auch von der Macht einer Glück bringenden Geste und dem merkwürdigen Umstand, dass das Unglück des einen auch das Glück des anderen bedeuten kann.

Das machte auch deshalb Spass, weil die philosophischen Dilemmata des Glücks jeweils ganz auf Alltagsbanalitäten heruntergebrochen wurden.

Vor dem Theater ist nach dem Theater: Nach der Vorstellung war man für sein eigenes Glück allerdings wieder selbst verantwortlich.

Julia Stephan

Hinweis

«Weg ins Glück?» Regie: Reto Ambauen. Nächste Termine: 15./16./20./21. April, jeweils 20 Uhr. 17. April, 17 Uhr. Reservation: www.ztp.phlu.ch

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