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LUZERN: Hösli-Hommage wurde zum Klassentreffen

Der vor zehn Jahren verstorbene Musiker Thomas Hösli war eine Ausnahmeerscheinung. Das hat der Tribut-Abend im Südpol mit gegen 500 Besuchern ganz deutlich gemacht.

Gedränge im Südpol, eine richtige Freitagabend-Party steht an. Alle sind da, denen Hösli ein Freund, Bekannter, verehrter Musiker oder vielleicht auch nur ein Begriff war. Viele bekannte Gesichter tauchen im lockeren Gedränge auf, auch Leute, die man seit gefühlten 50 Jahren nicht mehr im Ausgang gesehen hat. Pit Furrer hat einen Hommage-Abend an Thomas Hösli (1965–2007) initiiert, der musikalisch und unterhaltungsmässig klasse ist. Und sozial zum grossen Klassentreffen wird.

Hösli hat sich in seiner kurzen Lokal-Karriere vielseitig ausprobiert und markante Spuren hinterlassen: vom Punk ’n’ Roll mit Steven’s Nude Club bis zum Singer-Song-Entertainer im Duo mit Ricardo Regidor, vom grossartigen Soloprojekt (The Great) Gilbert Dessert bis zu Cover-Projekten. Der Hommage-Abend fokussierte sich auf die Nude-Club-Zeit. So wurde auf der Bühne gerockt, dass es eine Freude war. Jonas Raeber, in grelles Blau gekleidet, «klöpfte» als Show-Animator das Publikum in Stimmung.

Steven’s Noodle Soup mit den Nude-Club-Mitgliedern Ibrahim Tara (Bass) und Davix (Schlagzeug) sowie Mart Meyer (Gitarre) und Sänger René Sager eröffneten den musikalischen Tribut mit einem knackig schnörkellosen Set, mit Druck und Drive und einer exzellenten Stimme. Davix haute schon im zweiten Song ein Loch in die Snare Drum. Im nächsten Set versetzte Count Gabba den Hösli-Spirit mit countryesken Tönen, was hartgesottene Punk-Veteranen für einen Stilbruch halten konnten. Aber die Band spielte dicht und mit einer Extraprise Rock in den Knochen.

Zum musikalischen Finale enterten The Milky Ways from Mars die Bühne, mit den Langue-Erotique-Mitgliedern Melk Thalmann (g, voc) und Patrick Habermacher (p, voc), der Nude-Club-Rhythm-Section Ibrahim (b) und Pit Furrer (dr) sowie einer süffig akzentuierenden Bläser-Section. Ins coole Herz der wilden Jahre rührte der Gastauftritt von Anoushka, die mit Grabesstimme und dezenter Performance «Erotic» interpretierte. Die drei halbstündigen Sets machten klar, dass sich keine der drei Bands mit einem mittelmässigen Auftritt lumpen lassen wollte. Alle hatten ihr Zeug intus.

Höslis eigene Erklärung für den nur regionalen Erfolg

Und dann stieg Hösli himself von der Bühne herab. Die Filmcollage von Beat Bieri brachte einem den Musiker und Entertainer in all seiner Beherztheit und Wucht ins Auge und Ohr. Und einmal mehr wurde einem klar, wie ausdrucksstark und charismatisch dieser Hösli war, wie gescheit, ironisch und souverän er sich durch die poppigen Niederungen seiner Zeit «metzgete». Dass er mit seinen Qualitäten im Grunde Weltformat hatte, ist auch ausserhalb von lokalpatriotischer Verklärung gültig. Hösli ist bis heute eine Ausnahmeerscheinung. Warum er trotzdem national nicht gebührend wahrgenommen wurde? Höslis Antwort im Film: «Ich war einfach nie genug nah an einem Hit.» So einfach ist das.

Pirmin Bossart

kultur@luzernerzeitung.ch

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