Luzern
Klassik, Sounds, Bühne: Das sind die wichtigsten Kultur- und Ausgeh-Tipps für die Region

In den nächsten Tagen finden zahlreiche kulturelle Höhepunkte in der Region statt. Unsere Redaktion hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Urs Mattenberger/Regina Grüter/Stefan Welzel
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Klassik

Ein Piano-Festival in einem einzigen Rezital

Der Lucerne Chamber Circle startet mit einem Rezital des russischen Ausnahmepianisten Grigory Sokolov in eine ausserordentlich dichte Saison. Allein vier der zwölf Konzerte finden im Dezember statt. Im zweiten am 7. Dezember wirkt mit Kristian ­Bezuidenhout ein weiterer Pianist mit. Im Frühling gibt es einen geistlichen Schwerpunkt als Ersatz für das eingestellte Lucerne Festival an Ostern. Und das erste Konzert springt jetzt quasi für das – ebenfalls eingestellte – Piano-Festival in die Lücke, wo Sokolov in den letzten Jahren wiederholt auftrat.

Vor allem aber verkörpert der 71-Jährige wie kaum ein zweiter den Kultcharakter, der Solorezitals am Flügel anhaftet – mit einer Versenkung in die Musik, die das rituell abgedämpfte, ganz auf den Künstler und sein Instrument fokussierte Licht bei seinen Auftritten unterstützt. Virtuosität mit singendem Ton und Klangmagie verspricht auch das hochromantische Programm mit Robert Schumanns hochpoetisch flackernder «Kreisleriana» und Sergei Rachmaninows 10 Préludes. Und sicher auch die Zugaben, die jeweils den Livecharakter von Sokolovs Auftritten zusätzlich unterstreichen. (mat)

Samstag, 27. November, 19.30 Uhr, Konzertsaal, KKL, Luzern; www.kkl-luzern.ch.


Aufbruch in neue Welten mit Dvořák

Das Luzerner Sinfonieorchester bricht, nach dem Motto der Sinfoniekonzerte in der kommenden Woche, in spektakulär neue Welten auf. Das gilt am Freitag und Sonntag für die – ausverkauften – Konzerte mit Herbert Grönemeyer, aber auch für das Extrakonzert der als Noa international bekannten israelischen Sängerin Achinoam Nini. Ihr Engagement für Frieden und Völkerverständigung in Nahost spiegelt sich auch in der Musik. So vertrat sie im Jahr 2009 Israel beim Eurovision Song Contest in Moskau – gemeinsam mit der palästinensischen Sängerin Christin Mira Awad. Im Orchesterhaus bewegt sie sich mit ihren Liedern und dem Gitarristen Gil Dor zwischen Jazz und Blues, Pop und Rock sowie jemenitischem und italienischem Folk (Dienstag, 30. November, 19.30).

Im Orchesterhaus: Die israelische Sängerin Noa macht Völker verbindenden Folk.

Im Orchesterhaus: Die israelische Sängerin Noa macht Völker verbindenden Folk.

Bild: PD

Seinen Weg in die «Neue Welt» unter Chefdirigent Michael Sanderling geht das Orchester im Konzertsaal des KKL weiter mit Dvořáks populärer neunter Sinfonie. Die Spezialität im Programm ist Brahms’ erstes Klavierquartett in einer Bearbeitung für Streichorchester und Klavierduo (Mittwoch/Donnerstag, 1./2. Dezember, 19.30). Mit dem Klavierduo Sivan Silver und Gil Garburg ist das der Auftakt zu weiteren Brahms-Schwerpunkten, unter anderem dem Brahms gewidmeten Klavierfestival im Februar. (mat)

Mehr Informationen unter www.sinfonieorchester.ch.


Barock trifft auf den Tango Nuevo von Astor Piazzolla

Der Concento Stravagante verbindet mit dem Bandoneonisten Luciano Jungmann Barock mit Klassikern von Piazzolla.

Samstag, 27. November, 16.00 Uhr, Kloster Einsiedeln; Sonntag, 28. November, 17.00 Uhr, Kirche St. Meinrad, Pfäffikon SZ.


Barock und Romantik am Rand des Weihnachtsmarkts

Das Trio Re (mit Flöte, Cello und Orgel) und die Sängerin Anja von Mural kombinieren barocke Kammermusik mit französischer Spätromantik.

Samstag, 27. November, 16.00 Uhr, ­Kirche St. Martin, Entlebuch.


Aufbrechen zwischen Himmel und Erde

In der Reihe «Resonanzen» verbinden Alain Dobler (Saxofon), Martin Heini (Orgel) und Benedikt Wey (Texte) Musik und Wort zum Thema «aufbrechen».

Samstag, 27. November, 11.15 Uhr, Pfarrkirche St. Katharina, Horw.


Viel Romantik um Vivaldis «Winter»

Das Orchester Cham-Hünenberg umrahmt den «Winter» aus Vivaldis «Jahreszeiten» (Violinsolo: Yara Dodds) mit Werken von Sibelius, Elgar und Jenkins.

Sonntag, 28. November, 17.00 Uhr, ­Kirche Heilig Geist, Hünenberg



Sounds

Bei «Icon Poet Live» werden Musik und Geschichten verknüpft

James Gruntz mit eigener Scatversion

Nicht Wörter und Sätze bestimmen den Rhythmus, sondern einzig die musikalische Eingebung des Sängers: James Gruntz mit neusten Kreationen.

Donnerstag, 25. November, 20.00, ­Schüür, Luzern


Die Luzerner Kultband OM erfindet sich neu

«It’s About Time» heisst das jüngste Album der Luzerner Urgesteine. Jetzt präsentieren OM Volume 2 davon. Rock, Jazz und Elektronik mischen sich experimentell zu «ElectroAcoustiCore».

Freitag, 26. November, 21.00, grosse Halle, Südpol, Luzern/Kriens


Vielfalt des Streicherfolks in Reihe für Neue Volksmusik

Eiger Mönch & UrSchwyz, das sind vier junge Frauen, vier Streichinstrumente – Hiesigs, Urchigs, Eignigs, Nümödigs und mehr (www.andermattfolk.ch).

Sonntag, 28. November, 17.00, The Chedi, Andermatt


«Beyond the Sunset» – ­Die Sehnsucht des Gospels

Gospel and more anlässlich 15 Jahre CityKircheZug: Christina Jaccard (Gesang) und David Ruosch (Piano) tun sich mit Schlagzeuger und Perkussionist Willie Jordan aus Ghana zusammen.

Dienstag, 30. November, 20.00, CityKircheZug; www.citykirchezug.ch



Bühne

Der ausführliche Artikel zur Spoken-Word-Gala «Wortknall»


Daniel Schreiber liest aus «Allein»

Im Januar 2020 weilte der Journalist und Autor Daniel Schreiber während dreier Wochen im Luzerner Hotel Beau Séjour. Es war allerdings kein klassischer Ferienaufenthalt, sondern eine Literaturresidenz, die den Deutschen an die winterlichen Gestade des Vierwaldstättersees führte.

Autor, Journalist und Kunstkritiker Daniel Schreiber.

Autor, Journalist und Kunstkritiker Daniel Schreiber.

Bild: Christian Werner

In jener Zeit arbeitete Schreiber an seinem Buch «Allein», welches es inzwischen auf diverse Bestseller-Listen im deutschen Sprachraum geschafft hat – unter anderem derzeit auf den 13. Platz der Spiegel-Bestseller im Bereich Sachbuch. Nun kehrt Schreiber für einige Tage und eine Lesung zurück nach Luzern und somit an die Stätte seiner Schreibwerkstatt.

Der auch als Kunstkritiker und Essayist arbeitende Schreiber widmet sich in seinem Werk den Konditionen des Alleinseins in unserer modernen, auf Individualität ausgerichteten Gesellschaft. Dabei kommen unter anderem Fragen zu der Diskrepanz zwischen dem Drang nach persönlicher Freiheit, der im Alleinleben zum Ausdruck kommt, und dem Wunsch nach Nähe und Geborgenheit auf. In einem der acht Kapitel ist Schreibers Aufenthalt in Luzern ein Angelpunkt der Erörterungen. (sw)

Mittwoch, 1. Dezember, 19.00 Uhr, Hotel Beau Séjour, Luzern (Eintritt gratis, es wird um Voranmeldung via info@beausejourlucerne.ch gebeten).


Poetisches Kabarett mit dem Duo «schön&gut»

Ein Gemeindepräsident auf dem Lande plant Windräder, was allerdings auf hartnäckigen Widerstand einer Aktivistin stösst. Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter alias «schön&gut» verbinden politisches Kabarett mit poetischer Sprache.

Freitag/Samstag, 26./27. November, 20.00 Uhr, Kleintheater, Luzern


Theatergruppe «amabilis» mit neuem Stück

In «Weiss- oder Buntwäsche?» hängen Mitarbeitende einer Wäscherei Lebensträumen nach. Das Theater amabilis arbeitete auch für diese Produktion mit Jugendlichen mit Beeinträchtigung.

Premiere: Samstag, 27. November, 20.00 Uhr, Zwischenbühne, Horw


«Bazooka Bandi»: Ein Theaterspektakel für Kinder

Das Line-up des Stücks «Bazooka Bandi» liest sich wie das Who’s who der Zentralschweizer Theaterszene. Die Schauspielenenden Jürg Plüss, Hans-Caspar Gattiker und Julia Schmidt legen sich alias Mucki, Bude und Steffi für ihren Abenteuerspielplatz ins Zeug. Musik kommt von Blind Butcher, Regie führte Patric Gehrig.

Sonntag, 28. November, 11.00 Uhr, Burgbachkeller, Zug


Kunst

Plakatausstellung in Luzern & Kriens: Kunst statt Werbung

Das Krienser Kollektiv «make art happening» organisiert eine Plakatausstellung in Luzern und Kriens. Werbung wird durch Kunst ersetzt und Kunst der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Ausstellung findet auf 40 Weltformat Plakatflächen in Luzern und Kriens statt, mit Werken von 20 regionalen und überregionalen Kunstschaffenden. Mit dabei sind etwa Jonas Studer, Charles Moser, Miranda Fierz, Angela Erni. Die Gruppe «make art happening» entstand im Herbst 2020. Die Ausstellung wird kuratiert von Karyna Herrera und Helen Eggenschwiler.

Luzern und Kriens, 1. bis 9. Dezember, Eröffnung: 2. Dezember, 17 Uhr, in der Moosstrasse 8 in Luzern (En Bas).

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