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LUZERN: Kürzung Kultursubventionen – Angst vor einem Domino-Effekt

Der Kanton will die Kultursubventionen um 1,2 Millionen Franken kürzen. Das tönt nach wenig. Doch die grossen Kulturbetriebe befürchten Folgeschäden, die um einiges höher sein könnten.
Eine Kürzung von 1,2 Millionen erscheint zwar bescheiden im Vergleich zu den Sparmassnahmen im Bildungsbereich. Doch Kulturinstitutionen sehen dadurch ihre Existenz bedroht. (Archivbild / LZ)

Eine Kürzung von 1,2 Millionen erscheint zwar bescheiden im Vergleich zu den Sparmassnahmen im Bildungsbereich. Doch Kulturinstitutionen sehen dadurch ihre Existenz bedroht. (Archivbild / LZ)

Die Protestaktion des Luzerner Sinfonieorchesters (LSO) am letzten Samstag rückte eine weitere Seite des kantonalen Sparprogramms in den Fokus: Von den Kürzungen sind nicht nur Schulen und Behinderte betroffen, sondern auch die Kultur.

Konkret sieht das Sparprogramm KP 17 vor, den kantonalen Beitrag an den Zweckverband Grosse Kulturbetriebe um 1,2 Millionen Franken zu reduzieren. Der Zweckverband erhält heute insgesamt 28,3 Millionen Franken pro Jahr von Stadt und Kanton Luzern. Damit werden das LSO, das Luzerner Theater, das Lucerne Festival, das Kunstmuseum und das Verkehrshaus subventioniert. Eine Kürzung von 1,2 Millionen erscheint zwar bescheiden im Vergleich zu den Sparmassnahmen im Bildungsbereich. Doch Kulturinstitutionen sehen dadurch ihre Existenz bedroht. Zum Beispiel das Sinfonieorchester. Intendant Numa Bischof sagt dazu: «Eine scheinbar kleine Kürzung würde einen ganzen Rattenschwanz an Folgen haben, die in der Summe extrem gravierend wären.» Konkret: Wenn der Kanton seinen Beitrag an den Kultur-Zweckverband kürzt, sinken automatisch die Beiträge der Stadt Luzern. Denn die Subventionierung erfolgt nach einem fixen Verteilschlüssel zwischen Kanton und Stadt. Die 1,2 Millionen Kürzungen des Kantons würden die städtischen Subventionen um weitere 0,5 Millionen senken. Macht zusammen also 1,7 Millionen.

Zuerst Luzern, dann Aargau?

Doch damit nicht genug: Sollte der Standortkanton Luzern seine Kulturinstitutionen weniger unterstützen, könnten auch die Nachbarkantone nachziehen. Gerade der Aargau, wo diese Drohung bereits im Raum steht, könnte sich bestärkt sehen, die Kulturbeiträge an den Kanton Luzern künftig zu streichen.

Das LSO verfügt aktuell über ein Budget von 14 Millionen Franken pro Jahr: Je 3,5 Millionen kommen von Sponsoren und Billetteinnahmen, weitere 4 Millionen erhält das Orchester als Abgeltung für die Dienste am Luzerner Theater. Die restlichen 3 Millionen sind direkte Subventionen. Diese würden mit dem kantonalen Sparprogramm um eine halbe Million gekürzt. Könnte man ­diese nicht einfach einsparen? Nein, sagt Numa Bischof. Streichungen beim Konzertprogramm wären kontraproduktiv. «Unsere Fixkosten könnten wir dadurch kaum senken. Aber mit jedem Konzert weniger würden wir eine wichtige Einnahmequelle verlieren.» Weniger Konzerte würden zudem weniger wirtschaftliche Wertschöpfung bedeuten (etwa Hotelübernachtungen und Restaurantbesuche). Gleichzeitig würden die Billettsteuereinnahmen sinken, mit denen unter anderem die alternative Kulturszene finanziert wird. Dass private Sponsoren die Ausfälle der öffentlichen Hand kompensieren, sei unwahrscheinlich, glaubt Bischof. Viele Private machten zudem ihre Unterstützung davon abhängig, dass auch der Staat seinen Beitrag leistet. Tatsächlich hat die Salle Modulable gezeigt, das Mäzene nicht bereit sind zu zahlen, wenn die öffentliche Hand nicht mitzieht. Beim LSO kommt hinzu, dass sich das Orchester in den letzten Jahren einen hervorragenden Namen in der internationalen Musikszene erspielt hat – eine gute Visiten­karte für Mäzene. Würde die Qualität wegen Geldmangels ­sinken, so würden viele Sponsoren abspringen, fürchtet Numa Bischof. «Sponsoren sind nicht an Durchschnitt interessiert. Sie wollen Spitzenleistungen finanzieren.» Das LSO hat am Wochenende eine Website aufgeschaltet. Bis gestern haben dort rund 2000 Personen mit persönlichen Statements ihre Unter­stützung kundgetan. Darunter die Ex-Stadtpräsidenten Stefan Roth und Franz Kurzmeyer sowie diverse weitere Politiker und Künstler.

Beim Lucerne Festival, das sich nur zu einem sehr kleinen Teil aus Subventionen finanziert, würden die Kürzungen nicht gross ins Gewicht fallen. Dennoch verurteile man die Pläne des Kantons, sagt Festival-Sprecherin Nina Steinhart. Beim Luzerner Theater will man sich zurzeit nicht zu den Sparplänen äussern.

Kunstmuseum hat genug gespart

Beim Kunstmuseum Luzern würden die Sparpläne zu einer Reduktion der Subventionen von über 160 000 Franken führen. Dies bei einem Budget von 3,3 Millionen. Direktorin Fanni Fetzer: «Schon 2014 wurden die Globalbeiträge an den Zweckverband um 3 Prozent gekürzt. Seit meinem Amtsantritt konnte ich dank Optimierungen weitere 10 Prozent einsparen.» Doch nun sei die Zitrone ausgepresst. Für Fanni Fetzer steht fest: «Ich würde nicht Hand bieten für einen qualitativen Abbau des Museumsangebots.»

Hinweis

Weitere Informationen: ja-zum-sinfonieorchester.ch

Robert Knobel

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