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LUZERN: Kunst kann verblüffen und Spass machen

Landschaften zwischen dramatisch und subtil stehen im Zentrum dieses Bummels durch aktuelles Kunstschaffen. Dazu gibt es Eigenartiges und Witziges.
Kurt Beck
Gehäkelte Kunst: «Boygroup» von Jürg Benninger in der Galerie Vitrine. (Bild: bec)

Gehäkelte Kunst: «Boygroup» von Jürg Benninger in der Galerie Vitrine. (Bild: bec)

Porträts und Landschaften, die klassischen Themen der Malerei, stehen im Zentrum des Schaffens des Luzerner Künstlers Bruno Müller-Meyer. In der Ausstellung im Raum für zeitgenössische Kunst Benzeholz in Meggen zeigt der Künstler eine Auswahl aktueller Landschaftsbilder, die bis auf eine Ausnahme alle in diesem Jahr entstanden sind. Mit «Lieblingsmotiven vom Vierwaldstättersee» ist die Ausstellung bestückt, die eine eindrückliche Rundreise vom Luzerner Schwanenplatz über Meggen bis zum Urnersee bietet und die umlie­gende Bergwelt ins beste Licht rückt.

Das Licht spielt in den Gemälden eine eminente Rolle, indem es die heroisch pathetische Landschaft zusätzlich mit Dramatik auflädt. Das Spiel von Licht und Schatten lässt Schneefelder gleissend strahlen und taucht Felsflanken in abgründige Schwärze. Keine Rolle spielt in den Gemälden hingegen der Mensch. Alles Menschliche und Zivilisatorische – mit eingeschlossen Strassen, Autos, Bahnen und Bauwerke – bleibt ausgespart. Die Landschaftsserien bieten ideali­sierte und inszenierte Natur pur.

Verhüllt und verrätselt

Landschaften sind auch in den Bildern des Luzerner Künstlers Rolf Meyer zentral. Allerdings sind es keine realen, son­dern imaginierte Landschaften, die den Vorstellungen des Künstlers entstammen. Sie bilden den Kern und Ausgangspunkt seiner abstrakten Malereien, die zurzeit in der Galerie Im Zöpfli in Luzern zu sehen sind. Die fast monochromen, in subtilen Grautönen gehaltenen Bilder entstehen in langwierigen Prozessen, in denen das Werk schichtweise wächst.

Was überzeugt, bleibt, anderes wird immer wieder übermalt und verändert. So entstehen dichte Strukturen und abstrakte Muster, deren Wuchern durch geometrische Flächen beschränkt und geordnet wird. Wie transparente Schleier legen sich die letzen Schichten über die ursprünglichen Landschaften und verhüllen und verrätseln so die Bilder. Es liegt dann am Betrachter, die Geheimnisse der Werke zu lüften.

Insektenhafte Miniaturen

Das Spielerische und das Serielle sind Kerne der Kunst von Christian Herter. Der Zürcher Künstler, der in Luzern lebt, verblüffte sein Publikum mit gewagten Konstruktionen, die mit dem Gleichgewicht der Objekte und den Erwartungen der Besucher spielten. In der Ausstellung in der Alpineum-Produzentengaleriein Luzern spielt Herter auf eine andere Art und vor allem in kleinerem Format. Eine ganze Wand ist mit rund achtzig Miniaturobjekten bestückt. Als «Chromosomen» (übersetzt: farbige Körper) bezeichnet sie der Künstler. Aus der Distanz sehen sie aus wie ein Schwarm eigenartiger Insekten. Die Farb­körper waren als Studien und Entwürfe für grössere Werke gedacht. Später entwickelte der Künstler die Mo­delle zu eigenständigen Werken. Neben den schwirrenden Kleinobjekten sind in der Ausstellung mehrere Papierarbeiten und die irritierende und unfunktionelle Installation «Handlauf» zu sehen.

Märchenhaft schräg

Spektakel in Wolle und Garn: Die Galerie Vitrine in Luzern zeigt in der aktuellen Ausstellung Objekte von Jürg Benninger. Der Bieler Künstler, der vor einiger Zeit Palette und Pinsel beiseitegelegt hat und jetzt seine Kunstwerke häkelt, bringt sein Publikum zum Staunen und zum Lachen.

Zum einen verblüfft die Machart der Wandteppiche und plastischen Figuren. Der Künstler ist ein fingerfertiger, flinker Häkelmeister, der selbst bei grossformatigen Werken wie der alienhaften «Boygroup» den Faden nicht verliert und Details wie Zähne oder Ohren häklerisch souverän umsetzt. Zum andern verfügt er über reichlich Humor und surrealen Witz, den er als Schöpfer von märchenhaft skurrilen Figuren und comicartigen Fabelwesen zur Freude von Kindern und Erwachsenen auslebt. Die Ausstellung beweist: Kunst macht auch Spass.

Hinweis

Raum für zeitgenössische Kunst, Seestrasse, Meggen. Do/Sa/So 14–18 Uhr. Bis 25. Sept.

Galerie Im Zöpfli, Im Zöpfli 3, Luzern. Do/Fr/So 13–16, Sa 10–16 Uhr. Bis 25. Sept.

Alpineum-Produzentengalerie, Hirschmattstr. 30a, Luzern. Do/Fr 16–19, Sa 11–16 Uhr. Bis 24. Sept.

Galerie Vitrine, Stiftstr. 4, Luzern. Mi–Fr 14–18.30, Do –21, Sa 12–16 Uhr. Bis 1. Okt.

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