LUZERN: Luzerner Kulturbetriebe wollen über Kulturgelder neu verhandeln

In Luzern wollen 27 Kulturinstitutionen mit den Regierungen von Kanton und Stadt die Verwendung von Kulturgeldern neu verhandeln. Sie befürchten, das Grossprojekt für ein neues Musiktheater Salle Modulable verenge die Perspektiven der übrigen Kulturszene.

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Möglicher Standort der Salle Modulable auf dem Inseli. (Bild: Visualisierung PD)

Möglicher Standort der Salle Modulable auf dem Inseli. (Bild: Visualisierung PD)

Die IG Kultur publizierte am Dienstag ein Online-Manifest für einen "neuen Kulturkompromiss". Die geplante Salle Modulable könne eine Chance sein für Luzern, heisst es in der Mitteilung. Damit das Verhältnis zwischen etablierter und nichtetablierter Kultur jedoch im Gleichgewicht bleibe, müsse der Kulturkompromiss, auf den seit dem Bau des KKL in Luzern gesetzt werde, neu verhandelt werden.

«Klares Bekenntnis» gefordert

Das Begehren wird von kleineren Kulturhäusern und Institutionen in der Stadt, der Agglomeration aber auch der Landschaft unterstützt. Darunter sind das Konzerthaus Schüür, Radio 3Fach, der Ausstellungsbetrieb "Kunst und Kultur im Landessender Beromünster" sowie das Kulturmagazin "041".

Das Manifest verlangt von der Stadt und dem Kanton bis Ende September 2016 ein "klares Bekenntnis" zu einer "ausgewogenen Kulturförderung". Zudem sollen die Kulturdirektoren von Kanton und Stadt bis Ende 2016 einen Vorschlag machen, mit welchem Fahrplan und in welcher Zusammensetzung die Verhandlungen aufgenommen werden könnten.

90 Prozent für die Grossen

Aktuell würden rund 90 Prozent der jährlichen Kulturausgaben der Stadt oder 14,5 Millionen Franken an das KKL und die grossen Kulturbetriebe Kunstmuseum, Sinfonieorchester, Theater, Lucerne Festival und Verkehrshaus fliessen, heisst es in der Mitteilung. 1,7 Mio. verlieben für niederschwellige Kulturangebote. Beim Kanton seien es ebenfalls 1,7 Mio. von insgesamt 24 Mio. Franken in der Kulturförderung.

Ein Projekt in der Grössenordnung der geplanten Salle Modulable brauche Geld, schreibt die IG Kultur. Die auf rund 31 Mio. Franken veranschlagten Betriebskosten für das neue Musiktheater drohten selbst in redimensionierter Form für die übrige Kulturszene zu einem Klumpenrisiko zu werden.

Stadt und Kanton Luzern planen neben dem KKL ein neues Theaterhaus mit mehreren Sälen für Aufführungen auf internationalem Spitzenniveau. Nutzen sollen das gegen 200 Mio. Franken teure Haus neben dem Luzerner Theater auch die freie Szene, das Lucerne Festival, das Sinfonieorchester sowie der Südpol. In der Stadt soll das Volk erstmals am 27. November über das Projekt abstimmen. Die Eröffnung ist für 2023 geplant. (sda)