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LUZERN: Orgelgewitter und schwebende Stimmen

Der Orgelsommer in der Hofkirche endete mit eindrucksvollen Psalmen, gewaltigem Donner und sanften Bläserharmonien.
Die Hauptorgel der Hofkirche. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Hauptorgel der Hofkirche. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

«Du fragsch, was i möcht singe» von Hansruedi Willisegger war die Zugabe im Abschlusskonzert des diesjährigen Orgelsommers am Dienstag in der nahezu ausverkauften Hofkirche. Und gleichzeitig ein stimmungsvoller Hinweis auf die erste Luzerner Chornacht am kommenden Samstag (siehe Ausgabe vom Dienstag). Denn auch da werden die Luzerner Sängerknaben und der Luzerner Mädchenchor beteiligt sein und nochmals die «Chichester Psalms» mit hebräischen Texten aus sechs Psalmen von Leonard Bernstein in der Matthäuskirche aufführen. Eberhard Rex hatte die jungen Sängerinnen und Sänger sorgfältig auf das anspruchsvolle Werk, das musikalisch als besonders schwierig gilt, vorbereitet.

Von der Orgelempore aus schwangen sich die klaren Stimmen über Orgel, Harfe (Lea Schaffner) und das präzise Schlagwerk von Marius Fischer. Rhythmisch genau, intonationssicher bis in scharfe Dissonanzen, machten sie dieses Werk mitten im Konzert zu einem Höhepunkt. Sie trafen den Wechsel zwischen schnellen, fast tänzerisch wirkenden Abschnitten und weihevoller Ruhe eindrucksvoll. Im zweiten Satz berührte der solistische Knabensopran zu Harfe und Orgel, bevor Schlagzeug und die tiefen Stimmen heftig hinein- brachen. Am Ende des dritten Satzes schwebten die Stimmen leise verklingend im Raum.

Zu Beginn spielte das junge Bläseroktett Luzern im Altarraum die Ouvertüre zu Mozarts «Zauberflöte»; Ausschnitte aus der Oper intonierte Wolfgang Sieber auf der Orgel (herrlich das sehr helle Flötenregister), und Solisten der Sängerknaben sangen «Bald prangt den Morgen zu verkünden» sicher und gut verständlich, ebenso überzeugte ein Mädchensopran als Pamina.

Die Bläser gestalteten dann die Serenade KV 388 von Mozart gut aufeinander eingestimmt und mit dynamischer Bandbreite, bevor von der Orgel erste dumpfe Klänge ein wahres Gewitter ankündigten. Sieber hatte «Donner-Sturm» aus der 6. Sinfonie von Beethoven für Orgel arrangiert und zeigte nun, welche Möglichkeiten die Hofkirchen­orgel hat. Da brach das Gewitter mit der Sturmmaschine und tief dröhnenden Bässen machtvoll los, Sturm, Platzregen, Donnergrollen fast zum Fürchten. Und grell zuckten die Blitze mit ungeheurer Kraft, man konnte fast «sehen», wie sie explodierten.

Für drei geistliche Lieder nach Texten von Sybille Frisch, vertont vom anwesenden Hansruedi Willisegger und von Wolfgang Sieber, kamen die Chöre nach vorne (auch eine Leistung, wie sie fast lautlos von der Orgelempore herunterstiegen), während Sieber leise auf der Orgel improvisierte. Bläser, Chöre und Orgel harmonierten stimmungsvoll in den Liedern, nach «Brot gabst du uns» und «Zeit» endete das Konzert mit «Am Abend». Erst war absolute Stille, dann gab es so lange Applaus, bis sich der Kreis schloss: «Du fragsch, was i möcht singe».

Gerda Neunhöffer

kultur@luzernerzeitung.ch

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