LUZERN: Punk-Ikone Billy Idol liess sich feiern

In den Achtzigern wurde Billy Idol mit Songs wie «Rebel Yell» weltberühmt. Sein Konzert am Samstag bewies: Hier hat jemand noch immer Spass, die Bühne zu rocken.

Yvonne Imbach
Drucken
Teilen
Stimmlich und physisch immer noch in Topform: Billy Idol, der am Sonntag 59-jährig wird, überzeugte in Luzern mit einer energiegeladenen Show. (Bild Nadia Schärli)

Stimmlich und physisch immer noch in Topform: Billy Idol, der am Sonntag 59-jährig wird, überzeugte in Luzern mit einer energiegeladenen Show. (Bild Nadia Schärli)

Impressionen des Billy idol Konzerts vom 22. November in der Messehalle auf der Allmend in Luzern. (Bild: Nadia Schärli)
8 Bilder
Impressionen des Billy idol Konzerts vom 22. November in der Messehalle auf der Allmend in Luzern. (Bild: Nadia Schärli)
Impressionen des Billy idol Konzerts vom 22. November in der Messehalle auf der Allmend in Luzern. (Bild: Nadia Schärli)
Impressionen des Billy idol Konzerts vom 22. November in der Messehalle auf der Allmend in Luzern. (Bild: Nadia Schärli)
Impressionen des Billy idol Konzerts vom 22. November in der Messehalle auf der Allmend in Luzern. (Bild: Nadia Schärli)
Impressionen des Billy idol Konzerts vom 22. November in der Messehalle auf der Allmend in Luzern. (Bild: Nadia Schärli)
Impressionen des Billy idol Konzerts vom 22. November in der Messehalle auf der Allmend in Luzern. (Bild: Nadia Schärli)
Impressionen des Billy idol Konzerts vom 22. November in der Messehalle auf der Allmend in Luzern. (Bild: Nadia Schärli)

Impressionen des Billy idol Konzerts vom 22. November in der Messehalle auf der Allmend in Luzern. (Bild: Nadia Schärli)

Billy Idol steht für Lederkleider, ­Nieten, Ketten, blondierter Igelfrisur und seine aufmüpfig hochgezogene Lippe. Die Punk-Ikone der Achtziger gab in der Halle der Messe Luzern auf der Allmend sein zweites Schweizer Konzert in diesem Jahr (nach Pratteln im Sommer). Schon ein Blick auf den Publikumsaufmarsch zeigte, dass hier auch ein bisschen Nostalgie mitschwang. Der Altersdurchschnitt lag bei über vierzig. Man huldigte dem Künstler mit der Trendfarbe des Abends, verruchtes Schwarz. Auch die eine oder andere Rockermontur kam zum Einsatz.

Die Vorband The Dough Rollers bildete den soliden Auftakt, wobei sich viele Besucher in dieser Zeit noch mit Getränken versorgten. Die Stimmbänder wollten schliesslich geölt sein. Erstaunlich pünktlich um 21 Uhr betraten Billy Idol und seine fünfköpfige Band die Bühne – und der erste Eindruck überzeugte gleich: immer noch die blondierten Haare, immer noch die Lederkluft, immer noch die Ketten. Und dies bei einem Mann, der nächsten Sonntag 59 Jahre alt wird!

Alte Hits liessen Halle beben

Der erste Song «Postcards From The Past» aus seinem neuen Album «Kings & Queens Of The Underground» gab Idol gleich den richtigen Kick, unter Publikumsjubel nach vorne an den Bühnenrand zu rennen und sich ein erstes Mal feiern zu lassen. Es blieb keine Zeit, Luft zu holen: Die ersten Kracher der Achtziger kamen: «Cradle Of Love», «Dancing With Myself» und «Flesh For Fantasy» brachten die Halle zum Beben. Vor der Bühne drängten sich gut 4500 Zuschauer, einige hundert mehr hätten noch Platz gehabt.

Aber so liess es sich wunderbar mittanzen und je nach Intensität der Gitarrenriffs auch da und dort ungestört «Headbangen». Dass beim nächsten Song «Save Me Now» die Tontechnik versagte und man Idol kurzzeitig nicht mehr hören konnte, wurde mit einem Pfeifkonzert quittiert. Souverän machte der Altmeister weiter, und das Problem wurde schnell gelöst. Die Messehalle überzeugte darüber hinaus akustisch durchaus, hohe schwarze Vorhänge neben der Bühne und ganz in der Mitte der Halle sorgten für ein gutes Klangerlebnis.

Punk-Stimme auch mal sanft

Auch Songs aus Billy Idols früherer Zeit bei «Generation X» wie etwa «Ready Steady Go» kamen zum Zug, bevor die Zeitreise zu «Sweet Sixteen» und «Eyes Without A Face» führte. Gerade in den ruhigeren Stücken kam Idols rauhe Punkstimme erstaunlich sanft zur Geltung.

Idol teilte das Rampenlicht ohne Stargehabe auch mit seinen Bandmitgliedern; allen voran seinem langjährigen Gitarristen und Weggefährten Steve Stevens. Der gab mit Zigarette im Mundwinkel erst recht den «Rebel Yell» und spielte nach rund zwei Dritteln des Konzertes ein Gitarrensolo, das wohl Frontmann Idol eine Verschnaufpause gönnen sollte. Nach Rock und Punk war Stevens Solo mit seinen an Flamenco erinnernden Riffs zwar etwas gewöhnungsbedürftig, sein Können aber unbestritten.

«Billy-Faust» flog in die Luft

Idols Markenzeichen, sich machomässig zu präsentieren, kam auch in Luzern voll zur Geltung. Mehrere Male wechselte Idol sein Bühnenoutfit, zeigte sich auch mit entblösster Brust (und präsentierte dabei ein bemerkenswertes Sixpack) und vorgeschobener Hüfte. Seine laszive Art sich zu bewegen, mit einer Art Schattenboxen seine Refrains zu unterstreichen und gar die «Billy-Faust» in die Luft schnellen zu lassen, unterstrichen die ungebremste Ausdruckskraft. Auch Präsente wurden vom Altmeister verteilt. Zuschauer in den ersten Reihen wurden mit Frisbees, Drumsticks und Setlisten versorgt.

Der Abschluss wurde gekrönt durch den Kracher «Rebell Yell», gefolgt von einer erst akustischen Version von ­«White Wedding» und schliesslich dem Megahit «Mony Mony». Nach fast zwei Stunden schliesslich verneigte sich ein sichtlich glücklicher Billy Idol vor dem begeisterten Publikum und zog mit den Worten «thank you, cheers» von dannen.