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LUZERN: Stolz auf das erste Jahr als Zirkuspfarrer

Mit dem Gottesdienst beim Zirkus Knie hat Adrian Bolzern sein erstes Jahr als Zirkuspfarrer vollendet. Jetzt will er mit dem Bischof über die Bücher gehen.
Zirkuspfarrer Adrian Bolzern (links) gestern beim Gottesdienst im Circus Knie auf der Luzerner Allmend. (Bild: Manuela Jans)

Zirkuspfarrer Adrian Bolzern (links) gestern beim Gottesdienst im Circus Knie auf der Luzerner Allmend. (Bild: Manuela Jans)

Adrian Bolzern hat vor einem Jahr die Nachfolge von Ernst Heller als Pfarrer für Markthändler, Schausteller und Zirkusleute angetreten. «Erst habe ich mir Sorgen gemacht, ob ich dem überhaupt genügen kann, weil Ernst so eine Präsenz hat. Der grösste Fehler, den ich hätte machen können, wäre gewesen, ihn zu kopieren», weiss der Seelsorger. Doch er sei einfach sich selber geblieben und so mit offenen Armen empfangen worden. «Ich werde oft gefragt, ob ich auch ein Instrument spiele, wie Ernst die Klarinette. Ich spiele Klavier, aber das kann ich nicht so gut mitnehmen», meint er zur Frage nach den grössten Unterschieden zwischen ihm und seinem Vorgänger.

Ausser der fehlenden Klarinette dürfte sich für die Markthändler, Schausteller und Zirkusleute aber nicht viel ändern. «Ernst und ich haben das Heu auf der gleichen Bühne. Wir möchten die frohe Botschaft verkünden und vor allem bei den Leuten sein», betont der Zirkuspfarrer. So bestritt Bolzern auch den gestrigen Gottesdienst bei Zirkus Knie auf der Luzerner Allmend gemeinsam mit Ernst Heller.

«Möchte mehr Zeit für Zirkus»

Sein Arbeitspensum teilt sich auf in eine 70-Prozent-Pfarrerstelle in Aarau und in eine 30-Prozent-Stelle als Zirkus-, Schausteller- und Markthändler-Seelsorger. «Aber das genügt nicht», sagt Bolzern. «Ich möchte gerne mehr Zeit für meine Aufgabe im Zirkus zur Verfügung haben. Deshalb will ich bald mit dem Bischof reden und schauen, ob das möglich wäre.» Die 30 Prozent leistet er nicht tageweise oder am Block. Adrian Bolzern ist quasi auf Abruf dort, wo er gerade gebraucht wird. «Bei Francesco Nocks Unfall war ich zum Beispiel zur Stelle, um für die Leute da zu sein», erzählt er aus seinem Alltag. «Oder ich werde zu einer Taufe gerufen.»

Dabei erlebt der Zirkuspfarrer, dass Schausteller eine grosse Grundreligiosität haben. Vielleicht, weil sie noch mehr dem Wetter und der Natur ausgesetzt sind. «Sie möchten das neue Zelt, die neue Bahn gesegnet haben, das ist ihnen wichtig. Und die Leute plagen Existenzängste. Das Freizeitangebot wird immer breiter, weniger Menschen besuchen die Chilbi oder einen Zirkus. Darum staune ich, mit wie viel Freude und Energie sie zum Beispiel eine neue Show entwickeln.»

Schöne Erlebnisse

In seinem ersten Amtsjahr hat Adrian Bolzern schon einige Höhepunkte erlebt. «Der Gottesdienst im Zirkus Starlight im Mai, nur für die Angestellten, war toll. Wir waren in Yverdon, und ich ging davon aus, dass ich auf Französisch predigen sollte. Meine Tante übersetzte mir meine Predigt. Fünf Minuten vor dem Gottesdienst meinte der Zirkusdirektor, dass die Leute hier mongolisch oder russisch sprechen, aber niemand französisch verstehe. Da hab ichs auf Deutsch gemacht», lacht er.

«Es war toll, bei den Zirkuspremieren dabei und mit den Leuten zusammen zu sein. Es haben sich schon schöne Beziehungen entwickelt. So hat mir eine Schaustellerin einmal ein Karussell für ein Pfarreifest in Aarau, wo ich noch als Seelsorger arbeite, hingestellt. Das war lässig», erinnert sich Adrian Bolzern.

Natalie Ehrenzweig

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