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LUZERN: «Tanzbar muss es unbedingt sein»

One Lucky Sperm um 7-Dollar-Taxi-Frontmann Tizian Von Arx ist vom Soloprojekt zur Band geworden. Die drei Musiker servieren auf ihrem Album «Cream Fresh» Pop mit vielen Twists.
Michael Graber
Jwan Steiner, Tizian Von Arx und Ralph Zöllig (von links nach rechts). (Bild: PD/Marco Sieber)

Jwan Steiner, Tizian Von Arx und Ralph Zöllig (von links nach rechts). (Bild: PD/Marco Sieber)

Michael Graber

michael.graber@luzernerzeitung.ch

Aus dem einen glücklichen Spermium sind drei geworden. Aus dem Soloprojekt One Lucky Sperm ist ein Bandprojekt geworden. Neben Tizian Von Arx sitzen jetzt noch Jwan Steiner und Ralph Zöllig am Tisch, und gemeinsam sinniert man ein bisschen über Musik und Verän­derungen in der Luzerner Bandlandschaft. Von Arx ist trotz seiner 31 Jahre schon lange dabei. Mit seiner Band 7 Dollar Taxi war er Mitte der 2000er-Jahre eine der Speerspitzen der coolen Luzerner Bands, die ins ganze Land ausstrahlten.

Bei One Lucky Sperm erinnert vor allem die Power an die Taxis. Der Rest ist deutlich ungerader, verspielter, poppiger, ohne sich dabei aber zu sehr einzuengen. Die Songs auf «Cream Fresh» federn leicht ins Ohr, sie überraschen immer wieder mit Brüchen und lassen sich nicht so leicht einordnen. Also, was ist es nun? «Future Pop gefällt mir», sagt Zöllig, «irgendwie alles. Hauptsache mit Ecken und Kanten», sagt Von Arx, «live ist es fast schon Electro-Punk», sagt Steiner.

«Die Stimme ist der rote Faden»

Hier wurden wahnsinnig viele Ideen auf eine CD gepackt. Da schleicht sich plötzlich noch ein Rap Part rein, dort wummert ein 80er-Synthie, und der Beat stöckelt elegant voran. Das Problem an solch vielen Ideen ist, dass man die Grundidee, den roten Faden, fast aus den Augen verliert? Moment. Was war der eigentlich? «Unser roter Faden durch die Songs ist die Stimme von Tizian», sagt Steiner. Und die ist tatsächlich ein Markenzeichen, die alle Songs trägt, auch wenn Von Arx seinen Gesang variiert und der jeweiligen Songstimmung anpasst. Da ist viel Schmiss dabei und auch immer noch eine hörbare Portion Rotz. Das ist frech und stets mit einem Augenzwinkern serviert.

«Tanzbar muss es unbedingt sein», sagt Von Arx. Die Single «20-Hour-Flight» fährt recht ­direkt in die Beine, mit catchy ­Refrain, wabrigen Synthies und viel Zucker. Ein formidabler Popsong, der aber nie seicht oder egal ist. Kein Wunder hat er zahlreiches Airplay auf SRF3.

Er lockt aber ein bisschen auf eine falsche Fährte: Zwar ist «Cream Fresh» durchwegs sehr poppig, aber meistens einen Tick verschrobener als die Single. Viele der Songs haben für das Radio einen Twist zu viel drin. Oft nimmt das Lied noch eine neue Wendung, nimmt noch einmal Fahrt auf, oder wird runtergebremst. «Einfach zulassen», sei das Motto gewesen, sagt Zöllig. Man habe sich selten eingeschränkt, sagt Von Arx. Es sei die Lust am Experiment, einfach mal auszuprobieren, zu machen.

Die Songs stammen immer noch hauptsächlich von Von Arx. Einige dabei sind über vier Jahre alt – das Projekt One Lucky Sperm habe in den letzten Jahren etwas «geschlummert». Aber es sei mehr ein Dornröschenschlaf als ein Koma gewesen. Einmal wachgeküsst, ging es wieder mit vollem Elan an die Sache.

Ein bunter Strauss an Liedern

Als Band arbeite man anders, als als Solokünstler, sagt Von Arx. Entscheidungen treffe man gemeinsam, aber auch Verantwortung werde verteilt. Jeder kümmert sich um seinen Part – One Lucky Sperm machen alles selber, vom Management bis zum Organisieren einer Vinylpressung. Und während Von Arx und Zöllig derzeit auch noch mit 7 Dollar Taxi im Studio sind, trommelt Steiner bei einer Handvoll Bands mit (von Dabu Fantastic bis Henrik Belden). Von Arx mischt und produziert zudem noch andere Musiker im Studio, «auch daher war es geil, mal wieder selber Musik zu machen», sagt er. Die Studio-Arbeit habe ihm viel mit in den musikalischen Rucksack gegeben.

«Cream Fresh» ist so ein bunter Strauss an Liedern geworden, der kräftig nach Sommer duftet. Das eine oder andere Mal wünscht man sich beim Zuhören, dass sie sich eine oder zwei Wendungen geschenkt hätten und den Song einfach laufen lassen hätten. Aber vielleicht hätte man dann plötzlich Langweile aufkommen lassen ... Der Fluch am Experiment ist, dass man den normalen Weg nie wirklich kennen wird.

Was jetzt vor allem zählt, sind Konzerte. Ein grosses Festival im Süden hat sie schon gebucht – andere springen hoffentlich noch auf. Glückliche Spermien.

Hinweis

One Lucky Sperm: «Cream Fresh». Plattentaufe: Mittwoch, 9. Mai, Schüür, Luzern

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