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LUZERN: Theater wie zu Shakespeares Zeiten

Für die nächsten fünf Wochen erhält das Luzerner Theater ein neues Gewand. Nicht nur aussen, sondern auch innen bietet der Bühnenbau Ungewöhnliches.
Das Luzerner Theater wartet ab heute mit einer besonderen Bühne auf – als Vorbild dient ein Theater aus London. (Bild: Luzerner Theater/David Röthlisberger)

Das Luzerner Theater wartet ab heute mit einer besonderen Bühne auf – als Vorbild dient ein Theater aus London. (Bild: Luzerner Theater/David Röthlisberger)

Noah Knüsel

Wer in den letzten Tagen der Reuss entlangflaniert ist, dem wird die riesige Holztreppe vor dem Luzerner Theater aufgefallen sein. Sie ist Teil des Raumkonzepts, das sich Bühnenbildnerin Natascha von Steiger zum Beginn der neuen Spielzeit ausgedacht hat. Nicht nur aussen, auch innen birgt das Theater Ungewohntes.

Der umgebaute Bühnenraum ist nicht wiederzuerkennen: Die Bühne reicht bis in den Zuschauerraum hinein, und ein neuer Holzboden wurde eingebaut. Bis auf die hintersten zwei Sitzreihen sind alle Stühle im Parkett entfernt worden, ebenso wie die ersten beiden Reihen im ersten und zweiten Rang. Allgemein verschmelzen Bühnen- und Zuschauerraum förmlich miteinander zu einem «Globe Theatre» (siehe Kasten). Der vierwöchige Einbau begann am 2. August. Dabei tauchten auch unerwartete Probleme auf: So mussten wegen des beschränkten Platzes im «Globe» spezielle Notenständer angefertigt werden.

Arbeiten unter Hochdruck

Alle Teams – von der Bühnentechnik über die Beleuchtung bis zu den Werkstätten – arbeiteten unter Hochdruck, um das zu realisieren, was sich Natascha von Steiger vorgestellt hatte: «Ich bekam vom Regisseur und Intendanten Benedikt von Peter drei Stichworte: ‹Globe›, Klangraum und Arche Noah.» Es sei nicht nur darum gegangen, ein Bühnenbild für Luigi Nonos moderne Oper «Prometeo» (Uraufführung 1984) zu entwerfen, sondern das ganze Gebäude sollte in das Raumkonzept einbezogen werden.

Das Endprodukt dieses Denkprozesses kann sich sehen lassen. Das ganze Gebäude folgt nun dem Konzept «Schiff». Das Foyer lässt sich als Deck interpretieren, während das «Globe» den Schiffsbauch darstellt. Dort wird die Aussenwelt gänzlich ausgeblendet. Das mache laut von Steiger auch den Reiz des Werks aus: «‹Prometeo› ist ein Klangerlebnis, dessen wahre Wirkung erst in einem Raum zur Geltung kommt. Das ist etwas völlig anderes, als wenn man es über Kopfhörer oder Boxen hört.»



Spezielle Soundtechnik

Für ein solches «Raumklangerlebnis» von essenzieller Bedeutung ist das Sounddesign. Dieses wurde von Komponist Luigi Nono in Zusammenarbeit mit dem Experimentalstudio des Südwestrundfunks (SWR) entworfen. Auch hier in Luzern sitzen Sounddesigner des SWR im Bühnenraum. Sie haben jeweils an bestimmten Stellen im Stück spezifische Aufgaben: Mittels Live-Elektronik verändern sie die Klänge, welche von den Musikern und Sprechern produziert werden – so lassen sie beispielsweise eine Stimme nachhallen.

Nur fünf Wochen in Betrieb

Neben «Prometeo» wird noch die Tanzproduktion «Tanz 22: Up/Beat» im «Globe» aufgeführt. Diese soll laut von Steiger eine andere Perspektive erlauben: «Das Publikum sitzt im ersten und zweiten Rang und schaut herab auf die Choreografien.» Auch selbst das Tanzbein schwingen ist im «Globe» möglich: Morgen gibt es ein «Fest für alle», und am 1. Oktober findet der «Klub Global» statt. Bis in die frühen Morgenstunden darf dabei im Luzerner Theater gefeiert werden.

Die letzte Aufführung findet am 16. Oktober statt. Was erstaunt: Während für den Einbau vier Wochen benötigt wurden, soll die Bühne bereits sechs Tage später wieder in ihrem ursprünglichen Zustand sein – denn am 22. Oktober ist eine öffentliche Probe angesetzt. Das sei aber laut von Steiger kein Problem: «Ausbauen geht fast immer schneller als einbauen. Wir verfügen über ein eingespieltes Team, das genau weiss, wie viel Zeit es für den Abbau benötigt.» Einfach herausgerissen wird der «Globe» aber nicht. Er soll in einer anderen Spielzeit wieder verwendet werden. Wofür, das will sie nicht verraten.

Hinweis

Die Premiere von «Prometeo» ist bereits ausverkauft, für die nachfolgenden Aufführungen gibt es noch Tickets. Wer das Werk im Luzerner «Globe» erleben möchte, sollte sich aber beeilen. Es wird nur elf Mal aufgeführt, und die Platzzahl ist jeweils auf 250 beschränkt. Fest für alle: morgen, ab 20.30 Uhr, Eintritt frei. Klub Global: 1. Oktober, ab 22.30 Uhr, Eintritt 15 Franken.

Weitere Informationen: www.luzernertheater.ch

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