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LUZERN: Vom Sängerknaben zum rebellischen Geist

Mauro Peter ist der zweite Luzerner Sänger, der Karriere macht: In der Oper und jetzt mit einer Lieder-CD und einem Rezital im KKL.
Lässt Worte und Töne zusammenfliessen: Mauro Peter (28). (Bild: PD)

Lässt Worte und Töne zusammenfliessen: Mauro Peter (28). (Bild: PD)

Der lyrische Tenor Mauro Peter ist das männliche Pendant zur jungen Luzerner Sopranistin Regula Mühlemann. Innert Kürze hat der Luzerner als Lied- und Opernsänger internationale Beachtung gefunden – als Gast in renommierten Opernproduktionen etwa unter Nikolaus Harnoncourt sowie als Ensemble-Mitglied an der Zürcher Oper.

Schubert als Zeitgenosse

Seine hohen Qualitäten bestätigt seine Debüt-CD, in der er sich mit Schubert-Liedern auf Gedichte von Goethe als Liedsänger präsentiert. Aus den 57 Goethe-Vertonungen, die zu den Höhepunkten der Liedkunst überhaupt gehören, hat Peter 19 für seine CD beim renommierten Klassik-Label Sony ausgewählt. Darunter sind bekannte Klassiker wie «Erlkönig», «An den Mond», «Wandrers Nachtlied», aber auch weniger bekannte wie «Der Musensohn», «Der Fischer», «Versunken», «Geheimnis», dazu die visionären drei Harfner-Gesänge (aus «Wilhelm Meister»), die eine grosse Reife voraussetzen.

Widmet sich ihnen der 28-jährige Mauro Peter, der einst bei den Luzerner Sängerknaben begann, zu früh? Schubert war erst 31-jährig, als er starb, ein junger Mann und «rebellischer Geist, der sich gegen manches auflehnte», stellt Mauro Peter im Booklet klar. Wie stellt sich ein junger Mann heute zum Inhalt dieser Lieder? «Heute würde man wohl andere Worte finden», meinte er in einer TV-Sendung Kurt Aeschbachers, «aber die Gefühle wie Liebe, Eifersucht, Enttäuschung oder Sehnsucht sind dieselben geblieben.» Er könne diese Lieder nur singen, weil sie mit seinen «eigenen Gefühlen übereinstimmen».

Direkt und ungekünstelt

Es ist diese ungekünstelte Ehrlichkeit und Direktheit, gepaart mit frischem Zugang, die einen sofort einnehmen für Mauro Peters Gesangsvortrag. Er vermeidet einen quasi gesprochenen Gesang, wie man ihn bei jungen Sängern in der Nachfolge von Dietrich Fischer-Dieskau antrifft. Er erreicht vielmehr jenes Gleichgewicht zwischen Wort und Ton, das Schubert selbst bei seinen Vertonungen bewerkstelligte. Worte und Töne fliessen zusammen, die Gedichte werden getragen von Peters Gefühlslegato, das die Lieder mit vielen Nuancen bis in die hintersten Winkel ausleuchtet.

Man spürt hinter den Vorträgen auch die grosse Erfahrung des Begleiters Helmut Deutsch, dessen Schüler der Luzerner an der Münchner Musikhochschule war und der ihn kongenial ­begleitet: auf dieser CD wie im Lunch­konzert des Luzerner Sinfonieorchesters diese Woche im KKL, wo Peter eine Auswahl dieser Schubert-Lieder singt.

Man darf gespannt sein, wie sich die Karriere des Luzerners weiterentwickelt, der gegenwärtig in Zürich als Andres in Alban Bergs «Wozzeck» singt. Dass er im Dezember an der Bayerischen Staatsoper München den Tamino in der «Zauberflöte» und an den Salzburger Festspielen 2016 den Ferrando in «Cosi fan tutte» singen wird, zeigt, dass es weiter steil aufwärtsgeht für den Künstler, der sich in Mozart-Partien gegenwärtig besonders wohl fühlt.

Fritz Schaub

Hinweis

Schubert: Goethe-Lieder. Mauro Peter, Tenor. Helmut Deutsch, Klavier. Sony (1 CD).

Lunchkonzert: Freitag, 6. November, 12.30, KKL, Konzertsaal. VV: Tel. 041 226 05 15.

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