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LUZERN: Zum 35-Jahr-Jubiläum: Der Sedel steht der Bevölkerung offen

35 Jahre Sedel – das rockt und macht Freude. Also haben die Sedel-Macher etwas Besonderes geplant: ein einmaliges Open Air mit rund 40 Bands. Der ganze Sedel steht offen und wird bespielt.
Headliner am Samstag: ­Millencolin aus Schweden. (Bild: PD)

Headliner am Samstag: ­Millencolin aus Schweden. (Bild: PD)

«Wir wollten mal etwas richtig Grosses machen», sagt Silvan Weibel, Co-Präsident der Interessengemeinschaft Luzerner Musiker und Musikerinnen (ILM). Die ILM ist der Trägerverein des Musikzentrums Sedel und wurde vor 35 Jahren gegründet. Zum halbrunden Geburtstag kam der Förderpreis der Albert-Koechlin-Stiftung (AKS) in der Höhe von 50 000 Franken, der dem Musikzentrum im Januar 2016 verliehen wurde. «Schon bei der Übergabefeier beschlossen wir, den Betrag vollumfänglich in Kultur zu investieren. Gut ein Drittel geht jetzt an das Open Air.»

Das Programm verspricht eine Tour d’Horizon dessen, was stilistisch-musikalisch-kulturell in den Sedel passt. Das OK, bestehend aus dem Vorstand und ein paar zugezogenen Spezialisten, hat versucht, möglichst die ganze Bandbreite jener krachenden Vielfalt abzudecken, wie sie im Sedel auch während des Jahres stattfindet: Punk, Rock, Reggae, Elektro, Hip-Hop, Singer-Songwriter, you name it. Die Vielfalt stimmt auch herkunftsmässig: Von internationalen Acts über Schweizer Bands und regionale Lieblinge bis zu ureigenen Sedel-Bands ist alles vertreten.

Headliners

Als Headliner stechen Millencolin aus Schweden hervor, die mit ihrem schnellen und melodischen Punkrock (Skatepunk) eine grosse Anhängerschaft haben. Ein aussergewöhnlicher Act für Sedel-Verhältnisse ist gewiss Kadebostany (Titelbild). Die Elektro-Pop-Band aus der Westschweiz ist seit ihrer Gründung vor acht Jahren mit ihren hymnischen Tracks und ihren Show-Elementen stetig internationaler geworden. Gemäss verbreiteter Meinung handelt es sich bei Kadebostany um den wohl besten Liveact, den die Schweiz zurzeit zu bieten hat.

Radar Men From The Moon, das Künstlerkollektiv aus Holland, spielt psychedelischen, instrumentalen Rock. Der Engländer und Wahlberliner Cristian Vogel ist bekannt für seine noisigen Sound- und Techno-Collagen. Disco Doom aus Zürich heilen uns mit ihrer düster schrammenden Ästhetik vom allzu polierten Gitarrenrock. Göldin & Bit-Tuner nehmen soundmässig und gesellschaftspolitisch kein Blatt vor den Mund. Sin Lo­gica, im Jahr 2000 im Sedel gegründet, hauen mit ihrem anarchischen Punk dort rein, wo es am lautesten Freude macht.

Sedel-Floors

Freude haben die Open-Air-Organisatoren, dass die Luzerner Hip-Hop-Crew GeilerAsDu zugesagt hat, steckt sie doch mitten in den Arbeiten für das nächste Album und gibt sonst keine Konzerte. Da wird der eine oder andere neue Song von der Bühne knallen. Auch andere bekannte Luzerner Bands und Musiker beehren das Open Air, so Tobi Gmür mit Gallati/Studer/Woll,Preamp Disaster, die surfig-souligen Intoxica oder die meisterlichen Singer-Songwriter-Stimmen von Pink Spider und Long Tall Jefferson.

Der Vollständigkeit halber sei noch betont, dass es sich beim Sedel-Happening nicht nur um ein klassisches Open Air handelt. Open air ist lediglich der Vorplatz, auf dem ein paar grössere Konzerte stattfinden, sowie der Garten, wo die feineren Klänge angesiedelt sind. Ein Teil des Anlasses findet indoor statt. Wichtige Sedel-Veranstalter haben dort ihre eigenen Floors: Martin Gössi und seine Möped Lads organisieren an beiden Abenden den Sound und die Ambiance in der Piano-Bar. Das Kollektiv Rude Attack bespielt am Freitag den zweiten Stock mit Reggae, Rock Steady und Ska. Am Samstag wird der gleiche Floor vom ehemaligen Sedel-Präsidenten Roman Pfaffenlehner alias Krankenzimmer 204 mit Drone und Industrial kuratiert, um nicht zu sagen kuriert.

Kultureller Freiraum

2011, am 30. Jahrestag, ging der Sedel in die Stadt und präsentierte sich mit einem kleinen Festival auf dem Jesuitenplatz. Nun ist es umgekehrt: «Jetzt laden wir die Bevölkerung in den Sedel ein. Es wird eine Gelegenheit sein, das ganze Haus kennen zu lernen.» Einzelne Sedel-Bands werden Konzerte im Proberaum machen. Die 50 ehemaligen Zellen der Strafanstalt Sedel, die teilweise zwei- und dreifach belegt sind, stehen seit den Anfängen Bands und Musikern als Proberäume zur Verfügung.

Über 100 Bands proben im ehemaligen Knast. Auch wenn es Wartelisten gibt, konnte für Interessierte noch immer eine Lösung gefunden werden. Weibel bezeichnet die Proberäume als das «Herzstück des Sedels». Mit den Mieteinnahmen wird der Betrieb finanziert. Auch der Club, in dem Konzerte stattfinden, ist nicht mehr wegzudenken und funktioniert selbsttragend. Lediglich der Unterhalt des Gebäudes wird von der Stadt übernommen. Sonst erhält der Sedel keine Subventionen, was ihn zu einer Ausnahmeerscheinung unter den Schweizer Kulturhäusern macht.

Mit dem Open Air feiern die Veranstalter nicht nur 35 Jahre Sedel, «sondern auch den kulturellen Freiraum, den wir hier haben», sagt Weibel. Diesbezüglich sehen die Perspektiven in anderen Städten eher düster aus. Luzern hat mit dem Sedel bis heute ein Bollwerk des Freiraums erhalten können. Weibel freut sich: «Wir spüren hier einen grossen Rückhalt von den Behörden. Es ist bemerkenswert, wie gut die Zusammenarbeit läuft.»

Pirmin Bossart

Das Programm

Freitag, 2. September

  • Kadebostany (Lausanne)
  • Vök (Island)
  • Göldin & Bit-Tuner (Zürich)
  • Radar Men From The Moon (NL)
  • I Made You a Tape (Bern)
  • Weval (NL)
  • Emily Zoe (Neuchâtel)
  • Long Tall Jefferson (LU)
  • Möped Lads @Pianobar
  • The Jules Winnfield Five (Sedel)
  • Preamp Disaster (Sedel)
  • Intoxica (Sedel)
  • Hellvis (Sedel)
  • Rude Attack Soundsystem (LU)
  • Duo Meda (LU)

Samstag, 3. September

  • Millencolin (SWE)
  • No Bunny (USA)
  • Bl’ast! (USA, abgesagt)
  • Disco Doom (Zürich)
  • GeilerAsDu (LU)
  • Cristian Vogel (UK)
  • Dietrich & Strolch (LU)
  • Stiglitz & Bernstein (LU)
  • Karli (Winterthur)
  • Tobi Gmür mit Band (LU)
  • Koonda Holaa (CZ)
  • Pink Spider (Luzern)
  • Harrison’s Trickbag (Sedel)
  • Lärmheim (Lausanne)
  • Mess Noir (Delémont)
  • Cosnost (Bienne)
  • Marc Jauss (Zürich)
  • radar.io (Zürich)
  • Möped Lads @Pianobar
  • Träume versus (Sedel)
  • Sin Logica (Sedel)
  • Melanzani (Sedel)
  • Ziper (Sedel)
  • Tiny Giants (Sedel)

Fr, 2./Sa, 3. September
Sedel, Luzern

Infos: www.openair.sedel.ch
Vorverkauf: www.petzitickets.ch

Vök, Indiepop aus Island. (Bild: PD)

Vök, Indiepop aus Island. (Bild: PD)

Nehmen kein Blatt vor den Mund: Göldin & Bit-Tuner.

Nehmen kein Blatt vor den Mund: Göldin & Bit-Tuner.

Die Luzerner Hip-Hopper GeilerAsDu. (Bild: PD)

Die Luzerner Hip-Hopper GeilerAsDu. (Bild: PD)

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