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Luzerner Kunstmuseum schickt die Besucher im Sommer auf die Insel

«Ab auf die Insel!»: Im Zentrum der farbenprächtigen Sommerausstellung des Kunstmuseums Luzern stehen üppige Werke, die Claude Sandoz auf St. Lucia geschaffen hat. Rinus Van de Velde und Samuel Herzog dagegen erfinden Reisen und Inseln.
Kleine Bilder ordnen sich zu einem Ganzen: Von Claude Sandoz auf Santa Lucia geschaffene Werke in der Ausstellung «Ab auf die Insel!» im Kunstmuseum Luzern. (Bild: Marc Latzel/Kunstmuseum Luzern)

Kleine Bilder ordnen sich zu einem Ganzen: Von Claude Sandoz auf Santa Lucia geschaffene Werke in der Ausstellung «Ab auf die Insel!» im Kunstmuseum Luzern. (Bild: Marc Latzel/Kunstmuseum Luzern)

(sda)

Die Ausstellung, die bis am 28. Oktober zu sehen ist, fragt, was passiert, wenn das Eigene und das Fremde zusammenkommen. «Was heisst es, fremd zu sein und zu reisen», umriss Museumsdirektorin Fanni Fetzer am Freitag bei der Presseführung das Thema. Mit solchen Fragen seien ja auch die Einwohner der Touristenstadt Luzern konfrontiert.

Die Ausstellung beginnt mit dem 1881 geborenen Maler Max Pechstein. Pechstein suchte auf der damals deutschen Südseeinsel Palau das Paradies und schuf dort Bilder, die an Paul Gauguin erinnern.

Im Atelier als Abenteurer unterwegs

Der rund hundert Jahre nach Pechstein geborene Belgier Rinus Van de Velde begibt sich imaginär auf Entdeckungsfahrt. Riesige, fotoähnliche Bilder erzählen mit ironischem Pathos von den Strapazen des Abenteurers. Im Kontrast dazu steht eine nachgebaute Flugzeugkabine - Sinnbild des bequemen Massentransports.

Der 1966 geborene und in Zürich lebende Samuel Herzog hat sich in der Ausstellung in einem Verkaufsstand auf der erfundenen Insel Lemusa eingerichtet. Die dortige Diktatorin manipuliert sogar die Form der Insel. Herzog hilft mit Gewürzverkäufen der Bevölkerung. Ist die Hitze zu gross, serviert Herzog dem Museumsbesucher Eistee.

Der 72-jährige Luzerner Künstler Claude Sandoz arbeitet dagegen regelmässig auf einer realen Insel. Seit über 20 Jahren reist er auf die Karibikinsel St. Lucia. Die Bilder, die er dort schafft, sind farbenfroh und ornamental, etwa seine tanzenden Blumen.

Koffergerechte Werke

Um die auf St. Lucia geschaffenen Werke im Koffer in die Schweiz transportieren zu können, wählt Sandoz kleine Bildformate. In einem Raum sind 1000 bemalte A4-Blätter aufgehängt, in einem anderen werden Arbeitsbücher ("A Kind of Face Book») gezeigt.

Sandoz' Bilder haben etwas Symmetrisches und Repetitives an sich, oft spiegelt der Künstler einzelne Motive. Die üppige Karibik wird in flächigen Mustern aufgefangen, klischeehaft, aber nicht kitschig. Sandoz sagt, er empfinde die Welt als Chaos und müsse sie ordnen.

Sandoz fügt Bilder zu Serien zusammen, etwa mit «Coffee Time - Tea Time - Rum Time» zu einem Tagesablauf. Teilweise werden auch kleinere Bilder zu einem grösseren Bild zusammengefügt. Das Sujet sei nicht in einem Rahmen zu bändigen und gehe über das Bild hinaus, sagte Museumsdirektorin Fetzer.

Karibik nachgebaut

Sandoz zeigt in Luzern auch Gegenstände, die er auf St. Lucia gefunden hat, und er hat eine Bar aufgebaut. In dieser steht auch ein Postkartenständer mit Fotos von Menschen, die auf der Insel leben. In einer Vitrine zeigt der Luzerner Künstler Werke von Kunstschaffenden St. Lucias.

Weiter sind in der Ausstellung Werke von Christine Streuli, Lenka Henke, Marie Karlberg und Anna Kanai zu sehen. Streuli greift in ihren Werken auf touristische Werbung Hawaiis zurück, Henke, Karlberg und Kanai lebten und arbeiteten in Fabian Martis Künstlerresidenz TwoHotel bei Bahia, Brasilien.

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