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Luzerner Sinfonieorchester vereint Mozart mit Brahms

Ein Kleinfestival im Spannungsfeld von Klassik und Romantik: Das Luzerner Sinfonieorchester und Rudolf Buchbinder ergänzten den Brahms-Schwerpunkt dieser Woche am Sonntag mit Mozart und Haydn.
Urs Mattenberger
Doppelt im Einsatz mit Mozart und Haydn: Pianist Rudolf Buchbinder mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter Storgärds (Bild: Eveline Beerkircher)

Doppelt im Einsatz mit Mozart und Haydn: Pianist Rudolf Buchbinder mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter Storgärds (Bild: Eveline Beerkircher)




Auch wenn wir heute Mozart und Brahms in einem Atemzug nennen: Das Kleinfestival, das das Luzerner Sinfonieorchester gestern Morgen mit dem Pianisten Rudolf Buchbinder beschloss, umfasste mit Werken beider Komponisten einen grossen Zeitraum: 70 Jahre liegen zwischen dem ersten Konzert von Brahms und Mozarts d-Moll-Konzert, das die Matinee eröffnete. Das entspricht der Distanz von der Musik von heute bis zum Rock ’n’ Roll und der seriellen Musik nach dem Zweiten Weltkrieg. Und wirft die Frage auf, wie beides, also der Romantiker Brahms und die Klassik Mozarts interpretatorisch unter einen Hut zu bringen sind.

Eine erste Antwort hatte das Orchester unter Leitung von John Storgards in den Konzerten vom Mittwoch und Donnerstag mit dem ersten Klavierkonzert von Brahms gegeben: mit einer alles dicke Pathos meidenden, schlanken Wiedergabe, die mit Mozart kompatibel schien. Buchbinder seinerseits hatte sich da eingefügt und doch den Solopart klangmächtig zu einer Dramatik gesteigert, die darüber hin­ausging (wir berichteten).

Klangrede – oder doch schon Romantik?

Klangrede – oder doch schon Romantik? Umso gespannter war man gestern auf die Aufführungen des von Brahms bewunderten d-Moll- Konzerts von Mozart sowie eines Klavierkonzerts von Joseph Haydn. Bei Mozart führte das zu einer Mischform, weil das Orchester eher auf Klangrede setzte: mit spitzen Akzenten, atmenden Holzbläsersoli und vi­bratolos ausgespannten Streicherklängen. Rudolf Buchbinder nahm dies auf mit einem Spiel, das in den Figurationen auf perlende Leichtigkeit setzte. Aber er sprengte den Rahmen, indem er wiederum mit konturenscharfen, aber mächtig rumorenden Bässen dem Werk (und der Kadenz von Beethoven im ersten Satz) zu einer auf die Romantik vorausweisenden Dramatik verhalf.

Wirkte das im ersten Satz noch so, als spielte Buchbinder mit der rechten Hand in Richtung Brahms und mit der linken Mozart, fanden Solist und Orchester in der «Romance» nah zusammen. Möglich machte es Buchbinders Espres­sivo-Kunst, die man schon bei Brahms bewundern konnte und die musikalische Gesten ohne Drücker und Bremser zu berührendem Ausdruck formt. Das Finale, in dem der Pianist auch die Figurationen der rechten Hand mit Biss ausstatte, war wie der Auftakt zu Haydns D-Dur-Klavierkonzert, das über die Musikantik der Ecksätze hinaus mit einem intensiv gestalteten Adagio für einen unerwarteten Höhepunkt sorgte.

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