Luzerner Videospiel erhält Unterstützung aus Los Angeles

Das Horrorabenteuer «Mundaun» des Luzerner Studios Hidden Fields soll im Frühling 2021 erscheinen.

Federico Gagliano
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Eine Szene aus dem Videospiel «Mundaun».

Eine Szene aus dem Videospiel «Mundaun».

PD

Das Ende ist in Sicht: Seit sechs Jahren arbeitet Michel Ziegler an seinem Horrorabenteuer namens «Mundaun». Nun soll das Spiel nächsten Frühling endlich für Konsolen und PC erscheinen. Ziegler, der bisher vorwiegend alleine am Game arbeitete, bekommt nun Verstärkung: Das Produktionsstudio Madison Wells Media Interactive (MWM) mit Sitz in Los Angeles hat das Spiel unter seine Fittiche genommen.

MWM wird dabei fast alles, ausser der Entwicklung des Spiels, übernehmen, wie Ziegler erzählt. Finanzierung, Marketing, Vertrieb, Qualitätssicherung und Lokalisierung gehören zu den Aufgaben, die MWM übernehmen wird. Das bedeutet eine grosse Entlastung für unabhängige Entwickler wie Ziegler, die sonst all das alleine stemmen müssen.

Aufgefallen an der Videospielmesse in San Francisco

MWM wurde auf «Mundaun» aufmerksam, als Ziegler das Spiel letztes Jahr an der Games Developer Conference in San Francisco vorführte. Entwickler touren durch solche Videospielmessen und buhlen dort um die Aufmerksamkeit der Publisher – da hilft es, einen besonderen Look wie «Mundaun» zu haben. Die Modelle des Games wurden nämlich von Ziegler mit Bleistift vorgezeichnet und dann ins Spiel übertragen. Dieser Kunststil habe ihn ins Spiel hineingezogen, sagt Ethan Stearns, Verantwortlicher für Videospielprojekte bei MWM. Er besuchte nach der Messe Ziegler in Luzern, kurz darauf kam der Deal zu Stande. «Zieglers Studio Hidden Fields sei zutiefst künstlerisch und leidenschaftlich. Genau solche Entwickler suchen wir», wird Stearns in der Medienmitteilung zitiert.

Auch Ziegler ist zufrieden mit seinem neuen Businesspartner: «Mir war es wichtig mit jemandem zu arbeiten, der meine Ziele, meine Arbeitsweise und meine Kunst respektiert. MWM hat mir gezeigt, dass dies der Fall ist». Noch kann er sich aber nicht ausruhen. Obwohl das Spiel grundsätzlich fertig ist, beginnt nun die Fehlerbehebung und Optimierung. «Es gibt noch jede Menge zu tun, bis ‹Mundaun› ganz fertig ist», sagt er. «Ich kann es aber nicht erwarten, die Welt von ‹Mundaun› zu zeigen. Schliesslich habe ich sechs Jahre daran gezeichnet», sagt Ziegler.