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MAIHOF LUZERN: Fulminanter Tourneeauftakt

Sie sind jung, begabt und begeistern. Das Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester eröffnete seine Tournee fulminant. Zu hören gab es weltberühmte Werke – sogar mit Hollywoodbezug.
Roman Kühne
Das Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Joseph Sieber in der Maihof-Kirche. (Bild: Boris Bürgisser (13. Oktober 2017))

Das Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Joseph Sieber in der Maihof-Kirche. (Bild: Boris Bürgisser (13. Oktober 2017))

Roman Kühne

kultur@luzernerzeitung.ch

Es ist erstaunlich, welchen Weg dieses junge Ensemble in den fünf Jahren gegangen ist. Liest man das Programm und erlebt man den Einmarsch der Musikerinnen und Musiker zwischen 15 und 25, würde man wohl kaum eine praktisch reine Amateurgruppe erwarten. Richard Wagner, Antonín Dvorák oder Teile aus dem technisch schwierigen «Star Wars» von John Williams werden geboten. Doch diese Stückwahl ist nicht zu hoch gegriffen. Das Konzert in der praktisch vollbesetzten Maihof-Kirche in Luzern bildete einen überzeugenden Auftakt zu der Innerschweizer Tournee.

Das Hauptwerk des Abends ist die 9. Sinfonie in e-Moll von Antonín Dvorák, weltberühmt unter dem Namen «Aus der Neuen Welt». Inspirierend erklingt die Einleitung, wuchtig sind die ersten Forte-Einsätze. Der Dirigent Joseph Sieber, selber erst 25, gestaltet einen lebendigen Auftakt. Federnd wird die Melodie gesetzt. Variationen auf kleinem Raume, kompakte Crescendi und eine ausgezeichnete Phrasierung geben dem Werk seine Energie, generieren eine Sogwirkung.

Vor allem der zweite Satz, das langsame Largo, entwickelt sinnliche Qualität mit weiten Bögen und viel Licht. Im Schlusssatz – der Anfang wird vielleicht etwas gar schnell genommen, und das Finale erklingt hart – singt der Cellosatz wunderbar seine Linien. Der Klang des Orchesters ist über weite Strecken reif, ausgeglichen und kompakt. Die Zahl der Violinen und Bratschen ist an der unteren Grenze. Doch nur selten, im dritten Satz oder im Schlussfurioso, werden sie von den Bläsern aus der Balance gebracht. Daneben kann das Orchester sich auch auf gute Solisten verlassen, sei es am ersten Horn, an der Soloflöte oder dem Englischhorn, wo Anja Ebenhoch ein herrlich melancholisches Solo spielt. Die Sinfonie «Aus der Neuen Welt» ist klar der Höhepunkt des Abends.

Hohes Niveau im Zentrum, aber auch Gemeinschaft

Inzwischen kann das Orchester für seine Projekte aus über 200 Musikerinnen und Musikern auswählen. Eine von ihnen ist die Horwerin Florina Jakob (16): «Es ist megaschön, mit Gleichaltrigen Musik zu machen», erklärt sie. «Das Niveau ist sehr hoch, man kann extrem viel lernen.»

Aber die Leitung macht auch einiges, damit das so bleibt. «Jedes Jahr vor dem Hauptkonzert müssen alle vorspielen», berichtet Florina Jakob. «So weiss der Dirigent, wo die einzelnen Musiker stehen.» Doch die Selektion ist für Florina nicht das Hauptziel des Orchesters: «Neben dem Musizieren ist es vor allem auch die Stimmung und die tollen Leute, die mich begeistern.»

Etwas weniger gut gelang die Eröffnung. Im Vorspiel zur Oper «Lohengrin» von Richard Wagner wird das Orchester nur ansatzweise den langen Bögen, der schwierigen Intonation und Akkordschichtung gerecht. Nach der Pause knüpft das Orchester aber wieder nahtlos an die Leistung bei Dvorák an. Mit einem Zeitsprung von knapp 100 Jahren widmen sich die Musiker der amerikanischen Gegenwart. Vor allem die Filmmusik von John Williams liegt den Musikern. Dies gilt für das wuchtige und kriegerisch dröhnende «Star Wars» ebenso wie für das schwebende «Theme From Angela’s Ashes», welche beide mit viel Leidenschaft und Gefühl interpretiert werden.

Hinweis

Die weiteren Konzerte finden statt vom 21. Oktober bis 1. November in Zug, Hergiswil, Altdorf und Sarnen. Infos: www.zjso.ch.

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