Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Klub der jungen Dichter:
Ein Experiment läuft schief

Marc Dürr aus Eschozmatt erzählt in seiner Geschichte, was mit Meerschweinchen passieren kann.
Marc Dürr

Im Versuchslabor herrschte ein unglaubliches Durcheinander. Beim letzten Experiment war zu viel danebengegangen.

Die einzigen überlebenden Tiere waren zwei Meerschweinchen, jetzt aber dummerweise rot gefärbt. Feuer und Flamme, wie der Chemiker, Professor Jean Cuscot sie deshalb nannte, steckten in ihrem Käfig fest. Es gab kein Entkommen. «Machen wir weiter und versuchen es noch einmal?», fragte die Assistentin, Tina Girard, ihren Chef. «Ja, müssen wir wohl. Wir dürfen jetzt nicht aufgeben», antwortete der Chemiker. Feuer und Flamme erhielten Futter, aber keine Körner wie sonst, sondern kleine, hautfarbene Nüsse. Die schmeckten süsslich und waren schnell gegessen.

Marc Dürr, Escholzmatt, 1. Sek.

Marc Dürr, Escholzmatt, 1. Sek.

Doch plötzlich bekamen die Meerschweinchen schreckliches Bauchweh. Sie bemerkten auch, dass sie immer grösser wurden und langsam keinen Platz mehr in ihrem Käfig hatten. Professor Cuscot reagierte schnell, holte eine Metallsäge hervor und befreite die Eingeklemmten, die keine Tiere mehr waren, sondern erwachsene Menschen, mit lustigen, strubbeligen Frisuren.

Der zu Tode erschrockene Chemiker konnte es nicht fassen, dass Feuer zu einem Mann und Flamme zu einer Frau mutiert waren. Unmöglich und doch Realität!! Beide standen ganz nackt da und erhielten sofort passende Kleider und Schuhe. Sie konnten jetzt sogar die Sprache der Menschen sprechen und verstehen und fühlten sich gleich wohl im neuen Körper. Professor Cuscot machte sich Notizen zu den seltsamen Ereignissen und benannte Feuer und Flamme in Fabian Feuer und Viola Flamme um. Nachdem die vier eine Weile miteinander diskutiert hatten, ging im Nebenraum der Sicherheitsalarm los.

«Was war denn das?», fragte Viola. «Nichts Gutes», erwiderte der Chemiker. «Der Geheimdienst hat schon lange ein Auge auf unser Projekt geworfen und uns bereits mehrmals ausspioniert. Wir müssen dringendst los, sonst kann es sehr gefährlich werden.»

Professor Cuscot, seine junge Assistentin, Fabian Feuer und Viola Flamme verliessen fluchtartig das Labor. Zum Glück hatte das Gebäude einen Hinterausgang. Davor stand der rote Truck des Chemikers, in den sie schnell einstiegen.

Man hörte bereits das Marschieren einer nahenden Einheit, die gleich darauf in das verlassene Labor eindrang. Der Kommandant stiess dabei mit seinem Rucksack versehentlich eine grosse Flasche um, die zu Boden fiel und zerbrach. Eine violette, übel riechende Flüssigkeit lief zwischen den Scherben durch, fing an zu dampfen, zu rauchen und dann zu brennen. Der Kommandant erkannte blitzartig die drohende Gefahr und gab augenblicklich das Zeichen zum Rückzug. Zehn Sekunden später flog die ganze Bude in die Luft und alles brannte lichterloh.

Inzwischen hatten die vier Entkommenen mit ihrem Truck den Zaun durchbrochen, fuhren ohne Licht durch den nahen Wald und dann auf Nebenstrassen ins Stadtzentrum.

Es war bereits dunkel. Vor ihnen leuchtete der Eiffelturm in den schönsten Farben. Die Aussicht von der obersten Plattform war grossartig und überwältigend. Unter ihnen floss die Seine ruhig dahin, und ganz Paris lag zu ihren Füssen.

Entscheidet mit, wer den Spezialpreis gewinnt

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.