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MEDIZIN/LITERATUR: Frank Nager ist tot

Frank Nager, Arzt und Literat, ist mit 88 Jahren gestorben. Er vertrat eine ganzheitliche Heilkunde. 1996 erhielt er den Kulturpreis der Innerschweiz.
Frank Nager (1929–2018). (Bild: LZ)

Frank Nager (1929–2018). (Bild: LZ)

«Es braucht Mut, den Innerschweizer Kulturpreis einem Mediziner und nicht jemandem aus dem herkömmlichen kulturellen Spektrum zu verleihen», meinte die damalige Luzerner Regierungs­rätin Brigitte Mürner.

Doch Frank Nager war eben nicht «nur» Mediziner. In Vor­trägen, Kolumnen, Büchern und auch im persönlichen Umgang setzte sich der langjährige Chefarzt am Kantonsspital Luzern dafür ein, Medizin als nicht nur etwas Technisches, auf Machbarkeit Bezogenes zu sehen. Sondern durch Einbezug geistig-seelischer, ethischer und humanistischer ­Aspekte als ganzheitliche Heilkunde – als Kultur.

Und so war er nicht nur ein Herzspezialist, sondern auch ein Herzensspezialist. Am 23. Januar dieses Jahres ist er im Alter von 88 Jahren verstorben, wie gestern bekannt wurde.

Arzt auch als mitfühlender Partner

In einem Interview mit unserer Zeitung sagte er einst: «Ein guter Arzt hat ein Experte zu sein. Aber auch ein mitfühlender Partner, der den Patienten begleitet und Verständnis für sein subjektives Leiden aufbringt.» Im gleichen Beitrag gab er zu: Könnte er nochmals wählen, würde er eher Psychiater oder Schriftsteller als Kardiologe sein wollen.

Schriftsteller ist er ja dennoch geworden, Publikationen wie «Der heilkundige Dichter Goethe und die Medizin» oder «Advokat des Herzens» fanden grosse Beachtung. Und 14 Jahre lang, bis 2011, war er Kolumnist unserer Zeitung. In seinen letzten Kolumnen äusserte er sich über das Zweifeln, auch in Bezug auf die Vertrauenswürdigkeit unseres Verstandes. Und er schrieb zum Thema Glauben: «Manchmal ist mir Gott fern, manchmal fühle ich seine Gegenwart im Innersten des Herzens, alle Zweifel des Verstandes ausräumend. Meine Antwort in diesem Zwiespalt lautet: ‹Ich glaube, dass ich glaube.›» Und weiter: «Ich glaube an etwas Unzerstörbares im Menschen, das ewig fortdauert. Ich habe aber keine Vorstellung, wie dieses ‹ewige Leben›, diese Vereinigung mit dem Göttlichen aussieht.»

Nicht nur sein Wissen, auch sein Nichtwissen und die daraus entstehende Neugier trieben Frank Nager an. Und er wurde so zu einem Vermittler zwischen Medizin, Philosophie und Kultur.

Arno Renggli

arno.renggli@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Abschiedsfeier für Frank Nager: Dienstag, 20. Februar, um 11 Uhr in der Hofkirche, Luzern.

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