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MEGGEN: Junge Musiktalente zeigen eindrücklich ihr Können

Die Stiftung junge Musiktalente Meggen gibt hoffnungsvollen Musikern eine Plattform. Das Orchester konnte nicht immer ganz mithalten.
Joanna Thalmann überzeugt mit ihrem virtuosen Harfenspiel. (Bild: Philipp Schmidli)

Joanna Thalmann überzeugt mit ihrem virtuosen Harfenspiel. (Bild: Philipp Schmidli)

Herausragende Musikalität, Ausstrahlung, Belastbarkeit und Nervenstärke, dazu bereits mehrere gewonnene Preise, das sind Kriterien, nach denen die Stiftung für junge Musiktalente Meggen seit über zwanzig Jahren junge Musiker fördert. Am Sonntagnachmittag stellten sich die zwei jungen Preisträger von 2015/16 im Konzert vor und begeisterten die Zuhörer im Gemeindesaal ­Meggen.

Mit Präzision

Joanna Thalmann (Jahrgang 1995) studiert derzeit an der ­Musikhochschule Luzern; bereits mit sieben Jahren fing sie an, Harfe zu spielen. Nach verschiedenen Preisen, zuletzt in Limoges, trat sie nun mit dem Lucerne Chamber Orchestra der Hochschule Luzern – Musik auf. Mit Präzision und Virtuosität brachte sie in «Danse sacrée et ­profane» von Claude Debussy die Klangfarben ihrer Konzertharfe zum Leuchten.

Da perlten die Töne leicht sprühend, die Akkorde hatten Kraft und überwanden die eher heikel trockene Akustik im Saal mühelos. Die unterschiedlichen Charaktere des «Sacrée» und «Profane» wurden deutlich herausgearbeitet, wobei das Orchester den stimmigen Hintergrund gab. Gerne hätte man der Solistin noch länger zugehört, denn mit nur gut zehn Minuten war dieses Werk im gesamten Programm leider recht kurz.

Breites Spektrum

Ebenso war es mit dem zweiten Solisten, dem Posaunisten Alexis Lavoie Lebel (Jahrgang 1991). Das Konzert von Lars Erik Larsson (1908–1986) dauerte nur wenig länger, bot dem Preisträger aber viele Möglichkeiten, sein Instrument und sein Können zu präsentieren. Nach Studien in Kanada und Lausanne und Preisen im In- und Ausland verfügt er über ein breites musikalisches Spektrum.

Das Konzert des schwedischen Komponisten entstand 1957 und weist vielerlei stilistische Elemente auf, die sich neben Zwölftonreihen immer wieder in Harmonie auflösen. Eingerahmt von zwei rhythmisch geprägten Sätzen, in denen Solist und Orchester sich in den prägnanten Themen abwechselten, war der zweite Satz getragen; unter den lang gezogenen Melodien der Posaune legten die Streicher einen dichten Klangteppich.

Der tonliche Umfang der Posaune wurde hier voll und in vielerlei Klangvariationen ausgereizt, und auch davon hätte man gerne noch etwas mehr gehört.

Das Lucerne Chamber Orchestra der Hochschule Luzern – Musik stellte den Löwenanteil des Programms, wobei es als Begleitorchester mehr überzeugte als in den Sinfonien. Da waren in der Streicher-Sinfonie Nr. 8 B-Dur des dreizehnjährigen Mendelssohn viele Ungenauigkeiten in den Stimmgruppen und in der Intonation zu hören.

Spritziges Posaunenkonzert

Die Kammersinfonie von Dmitri Schostakowitsch ist ein düsteres, von Leid und Schmerz geprägtes Werk, das sich im Thema um den Namen des Komponisten (d-s-c-h) rankt. Das auch hier stehend musizierende Orchester unter der Leitung des mitspielenden Konzertmeisters Brian Dean zeigte hier mehr Ausdruck, vor allem in starken Akzenten. Die schwermütige Sinfonie am Ende des Konzertes stand in krassem Gegensatz zu dem spritzigen Posaunenkonzert und dem impressionistischen Klanggemälde Debussys. Vielleicht sollte man beim nächsten Preisträgerkonzert den Solisten mehr Raum geben.

Gerda Neunhoeffer

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