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Hörbar Jazz

Zwei Meistersaxofonisten aus Cleveland stellen neue Alben vor.
Tom Gsteiger

Cleveland zählt nicht zu den grossen Jazzstädten. Und doch hat die Rostgürtelmetropole im Bundesstaat Ohio ein paar wirkungsmächtige Jazzpersönlichkeiten hervorgebracht – man denke etwa an den begnadeten Bop-Komponisten Tadd Dameron oder an die Free-Jazz-Ikone Albert Ayler. Joe Lovano kam 1952 in Cleveland auf die Welt, er zählt als veritabler «Saxophone Colossus» zu den Giganten des zeitgenössischen Jazz.

Vor ein paar Jahren haben Lovano und der tollkühne Trompeter Dave Douglas das Quintett Sound Prints ins Leben gerufen, das durch den Pianisten Lawrence Fields, die Bassistin Linda May Han Oh und den Schlagzeuger Joey Baron vervollständigt wird. Handelte es sich beim ersten Album dieser fabulös interaktiven Formation um einen Live-Mitschnitt, so liegt nun ein konzises und abwechslungsreiches Studio-Album mit elf Tracks vor: Fünf Stücke von Douglas, vier von Lovano plus Bearbeitungen der Jazzklassiker «Juju» und «Fee Fi Fo Fum», die Wayne Shorter in den 1960er-Jahren komponierte.

Joe Lovano & Dave Douglas Sound Prints «Scandal», Greenleaf Music

Rich Perry wurde drei Jahre nach Joe Lovano in Cleveland geboren. Anfang der 1980er-Jahre gehörten beide Saxofonisten zur Big- band des Schlagzeugers Mel Lewis. Während aus Lovano ein Jazzstar geworden ist, der gerne durchs Rampenlicht tigert, ist Perry ein Geheimtipp geblieben, der sich in der Rolle als Sideman am wohlsten fühlt – sei es als Mitglied im international renommierten Maria Schneider Jazz Orchestra, sei es als als hellwacher Dialogpartner des 34 Jahre jüngeren Schweizer Saxofonisten Niculin Janett.

Angetrieben von der agilen Bassistin Lisa Hoppe und dem geschmeidig-druckvollen Schlagzeuger Claudio Strüby kurven Janett und Perry inspiriert und konzentriert durch die Harmonien ganz unterschiedlicher Stücke. Das Album beginnt mit einem neuen Popsong («Creep» von Radiohead) und endet mit einem alten Popsong aus dem Jahr 1939 («All Or Nothing at All»), das Mittelstück wird durch Bündner Liedgut gebildet, das durch Janetts atemberaubende Etüden «Minor Complex» und «Major Complex» eingefasst wird.

Niculin Janett Quartet feat. Rich Perry,«Complexes», QFTF

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