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MEISTERWERK: Pfannkuchen und Grenadinesirup

Pierre-Auguste Renoir liebt die fröhliche Stimmung am Sonntagnachmittag im Tanzlokal «Moulin de la Galette» auf dem Montmartre. Er hält sie in einem Gemälde fest, das heute zu den berühmtesten des Impressionismus zählt.
Christina Genova
«Bal au moulin de la galette» befindet sich heute im Musée d’Orsay in Paris und gehört dem französischen Staat. (Bild: PD)

«Bal au moulin de la galette» befindet sich heute im Musée d’Orsay in Paris und gehört dem französischen Staat. (Bild: PD)

Christina Genova

Tanzen, trinken, essen, diskutieren, schäkern: Das «Moulin de la Galette» ist in der Belle Époque ein beliebter Treffpunkt für all jene Pariserinnen und Pariser, die sich in einer fröhlichen Atmosphäre für ein paar Stunden vergnügen wollen. Im volkstümlichen Tanzlokal auf dem Montmartre, das sich direkt neben einer alten Mühle befindet, mischen sich die Klassen: Näherinnen und Arbeiter kommen ebenso wie Prostituierte und Künstler. In ihrem besten Sonntags­gewand geniessen sie die Sonne und die Ruhe.

Nicht weit entfernt vom «Moulin de la Galette» an der Rue Cortot befindet sich Pierre-Auguste Renoirs Atelier. 1873 hat er sich auf dem Montmartre niedergelassen. Dieser Stadtteil ist beliebt bei der Boheme, denn das Leben dort ist ­billig und unkompliziert. Renoir will die Stimmung an einem typischen Sonntagnachmittag im «Moulin de la Galette» einfangen. Der Künstler liebt den Ort: «Diese Freiheit, die nie ausartet, – diese Ungezwungenheit, die nie bösartig wird!» Er malte gut gelaunte Menschen in lebendigen Farben.

Trotz des grossen Formats von 131 auf 175 Zentimetern entsteht «Bal au moulin de la galette» im Sommer 1876 vor Ort. Freunde helfen Renoir beim Transport der Leinwand vom Atelier ins Tanzlokal. Das Werk ist eine typische impressionistische Momentaufnahme. Die Darstellung ist skizzenhaft, der Pinselstrich locker und fliessend. Die Sonne wird durch das Laubwerk gebrochen und wirft vibrierende Licht- und Schattenflecken auf die Szenerie. Alles trägt zu einer positiven, beschwingten Atmosphäre bei: Nicht ohne Grund gab man Renoir den Titel «Maler des Glücks».

Hinweis

Quellen: Rose-Marie und Rainer Hagen: Meisterwerke im Detail, Band 2. Taschen 2003. Natalia Brodskaya: Renoir. Parkstone International 2011. Nina Zimmer (Hg.): Renoir. Zwischen Bohème und Bourgeoisie. Hatje Cantz 2012. Jean Renoir: Mein Vater Auguste Renoir. Piper 1962.

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