Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Mich interessiert, wie Kunst das Leben verändert»

Nachgefragt

Die rumänisch-schweizerische Doppelbürgerin Dana Grigorcea lebt in Zürich und hat soeben ihr drittes erfolgreiches Buch «Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen» veröffentlicht.

Sie sind in Bukarest aufgewachsen, leben jetzt in Zürich. Wie zeigt sich Ihre Beziehung zu den beiden Städten, die doch sehr unterschiedlich sind?

Bukarest ist eine Grossstadt, frappierend und voller Gegensätze, die einen bespielt – da ist man atemlos. Hingegen ist Zürich eine Stadt, die einen in Ruhe lässt. Man hat hier die Musse, über Sinn und Sinnlichkeit nachzudenken, über das Leben, über Moral und über die Künste. Zürich eignet sich daher perfekt als Handlungsort für die Geschichte einer grossen Leidenschaft.

Als Vorbild haben Sie die Erzählung von Anton Tschechow, «Die Dame mit dem Hündchen», gewählt. Ihre Hauptfigur ist jedoch eine Balletttänzerin. Weshalb?

Balletttänzerinnen und Balletttänzer haben eine vergleichsweise kurze und sehr intensive Berufskarriere. Mich interessiert hier die Frage, wie die Kunst das Leben verändert: Macht uns die Kunst zu empathischen Menschen, befähigt sie uns zu grösserer Leidenschaft? Und was passiert mit einem Künstler, der seine Kunst nicht mehr ausüben kann, aber den Schaffensdrang weiterhin in sich verspürt?

Wendet Anna nun die vielen zärtlichen Gesten aus den Choreografien in ihrer Beziehung zu Gürkan an?

Ja, sie ist von dem, was sie macht, geprägt. Nur: Was ist Routine – und was wahre Empfindung? Das lote ich in diesem Buch aus.

Anna und Gürkan begegnen sich in Zürich über die Vermittlung durch das Hündchen. Aber weshalb nahm Anna dieses aus dem Maghreb nach Zürich mit?

Genau, das Hündchen hat Anna aus der Fremde mitgenommen. Sie wollte es retten. Damit klingt auch die Liebe zum Kurden Gürkan an, der ein Fremder ist.

Sie arbeiten also mit Spiegelungen, schreiben mit viel Liebe, ohne Ironie und mit einem offenen Schluss.

Ja, ich habe eine Liebesgeschichte geschrieben, ohne sie ironisch zu brechen. Ironie ist ein zu einfacher Kunstgriff, eigentlich eine Verschleierung. Ich sehne mich nach den Geständnissen in der Kunst. Ich wollte ein Risiko eingehen, eine Geschichte mit einer gewissen Fallhöhe schreiben. Ein Buch, meine ich, sollte dem Leser und der Leserin erinnerlich bleiben.

Erika Achermann

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.