Michael Sanderling wird neuer Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters

Die Nachfolge von James Gaffigan ist geregelt: Der deutsche Dirigent Michael Sanderling übernimmt die Leitung des Luzerner Sinfonieorchesters. Die Wahl war mit Spannung erwartet worden, weil sich das Orchester das Ziel gesetzt hat, in die Liga internationaler Toporchester aufzusteigen.

Urs Mattenberger
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Das Luzerner Sinfonieorchester erhält mit Michael Sanderling ab 2021 einen neuen Chefdirigenten. (Bild: PD/Vera Hartmann)

Das Luzerner Sinfonieorchester erhält mit Michael Sanderling ab 2021 einen neuen Chefdirigenten. (Bild: PD/Vera Hartmann)

Dem Luzerner Sinfonieorchester ist ein Coup gelungen: Der bekannte Dirigent Michael Sanderling wird ab der Saison 2021/22 neuer Chefdirigent. Schon seit knapp einem Jahrzehnt arbeitet der 52-Jährige immer wieder mit dem Luzerner Sinfonieorchester zusammen.

Erstmals hatte er das Orchester im Jahr 2010 geleitet. Intensiviert wurde die Zusammenarbeit in diesem Frühling:  Im März leitete er zwei Programme in Luzern sowie die «Residenz» des Luzerner Sinfonieorchesters am Tongyeong Festival (Südkorea), in denen ein breites Repertoirespektrum von Beethoven, Brahms, Rachmaninoff bis Holliger und Ysang Yun zu hören war. Im Mai übernahm Sanderling in Luzern zudem kurzfristig die Leitung von Abonnementskonzerten mit der 5. Sinfonie von Schostakowitsch.

Entsprechend sei es naheliegend gewesen, Gespräche mit Sanderling aufzunehmen, schreibt das Luzerner Sinfonieorchester in einer Mitteilung. Durch die vertiefte Zusammenarbeit sei «eine wunderbare musikalische Vertrautheit und Bekanntschaft» entstanden. Nach «intensiven Gesprächen über die Zukunftsperspektiven des Klangkörpers» sei man zum Schluss gekommen, dass Sanderling «die ideale Person für den Chefdirigentenposten» sei.

Die Neubesetzung wurde nötig, weil der amtierende Chefdirigent James Gaffigan in diesem August angekündigt hatte, dass er sein Amt Ende Saison 2020/2021 niederlegen wird.

Als langjähriger Chefdirigent der Dresdner Philharmonie habe sich Michael Sanderling international einen hervorragenden Namen erarbeitet, schreibt das Orchester. Seine Beiträge zur Entwicklung der Dresdner Philharmonie zu einem führenden internationalen Klangkörper wie auch zur vollständigen Renovation des Dresdner Konzerthauses seien «essenziell». Sanderling habe ein grosses Interesse an der Oper, was «eine wertvolle Eigenschaft» sei «angesichts der wichtigen Partnerschaft des Luzerner Sinfonieorchesters mit dem Luzerner Theater».

Das Luzerner Sinfonieorchester erhält ab 2021 einen neuen Chefdirigenten: Michael Sanderling. (Bild: Vera Hartmann)

Das Luzerner Sinfonieorchester erhält ab 2021 einen neuen Chefdirigenten: Michael Sanderling. (Bild: Vera Hartmann)

«Besitzt international eine hohe Reputation»

Der künftige Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters decke «nicht nur das bestehende Kernrepertoire des Luzerner Sinfonieorchesters mit höchster Kompetenz ab», er stehe als grosser «Sinfoniker» auch für eine weitere Entwicklung des Klangkörpers in Richtung des spätromantischen Repertoires wie Bruckner, Mahler und Strauss. Er besitze international eine hohe Reputation, was  zur «Ausstrahlung des Luzerner Sinfonieorchesters mit seiner weltweiten Tourneetätigkeit» passe. So erwähnt das Orchester in seiner Mitteilung auch, dass «zahlreiche Interessensbekundungen von erstklassigen Dirigenten» für das Amt des Chefdirigenten eingetroffen seien.

Sanderlings Vater ist Kurt Sanderling, ebenfalls ein berühmter Dirigent. Michael Sanderling wird das Luzerner Sinfonieorchester auf die 216. Saison übernehmen, also ab Mitte 2021.