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Lesbar Philosophie: Denken stiftet Sinn

Effizienz, Eigennutz und Machbarkeit bestimmen zunehmend den den gesellschaftlichen Wertekanon. Was uns wirklich Halt gibt, begeistert und das Leben bejahen lässt, erhellen ein Philosoph und eine Theologin in ihren neuen Büchern.
Bettina Kugler

Geistesblitze gegen die Sinnfinsternis

Er leitet Philosophiereisen und schreibt Bücher, die von der ersten Seite an in heitere Denklaune versetzen, statt Kopfzerbrechen zu bereiten: Christoph Quarch tritt mit Titeln wie «Der kleine Alltagsphilosoph» oder «Nicht denken ist auch keine Lösung» beherzt gegen die Befürchtung an, Philosophie sei nur etwas für sehr vergeistigte Menschen und eine einsame intellektuelle Spielerei. «Das grosse Ja», erstmals erschienen 2012, liegt nun in einer gebundenen Neuausgabe vor, die auch haptisch Lesevergnügen bereitet – ein Buch, das man neugierig zur Hand nimmt und nicht so schnell wieder weglegt. Zumal in Phasen der «Sinnfinsternis», in welchen Denker wie Sokrates, Platon und Nietzsche weltliche Erleuchtung und neue Lebenslust versprechen, nachhaltiger als gängige Ratgeberliteratur. Die Botschaft lautet: Denken hilft.

Christoph Quarch: Das grosse Ja. Ein philosophischer Wegweiser zum Sinn des Lebens. legenda Q, 224 S., Fr. 28.–

Erdverbundenheit - mit Blick über das Materielle hinaus

Gefangen und fremdbestimmt in einer «bezifferten Welt», in der es statt Werten nur Waren gibt: So beschreibt die österreichische Radiojournalistin und Theologin Renata Schmidtkunz die Krise des Einzelnen und der Gesellschaft im technologisch weit entwickelten 21. Jahrhundert. Während aufgeklärte Zeitgenossen mit Religiosität häufig Unfreiheit, Dogmatismus und Engstirnigkeit verbinden, sucht sie nach verloren gegangenen Utopien und Werten im Begriff der «Transzendenz»: eines Denkens, das die Logik der Finanzmärkte und des Neoliberalismus übersteigt. Ihr Buch ist damit hochpolitisch; es zielt nicht auf Seelentrost, sondern auf eine Diskussion über Werte, die sozialen Zusammenhalt schaffen. Wer über das Irdische und seine individuelle Existenz hinaus denke, werde frei «von dem Wunsch, alles alleine zu besitzen, die Welt und was auf ihr wächst und existiert, nicht teilen zu wollen» – und werde stattdessen mit den Ressourcen rücksichtsvoll umgehen. Transzendenz versteht die Autorin als Einsicht, dass es mehr als das Verfügbare, durch Menschen Machbare gibt. Neben Theologen verschiedener Religionen hat sie auch Naturwissenschafter, Soziologen und Künstler nach ihrer Vorstellung von Transzendenz befragt.

Renata Schmidtkunz: Himmlisch frei. Warum wir wieder mehr Transzendenz brauchen. Edition a, 192 S., Fr. 29.–

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