Ein Mittvierziger-Chor singt 80erPop und präsentiert eine spezielle Weltpremiere

Anet Zemp bringt ein besonderes Chor-Projekt ins Neubad: Gesungen werden Hits der 1980er-Jahre. Im Ensemble dabei sind auch bekannte Indie-Stimmen wie Heidi Happy.

Pirmin Bossart
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Der Chor von Anet Zemp zieht sich auch dem Thema entsprechend an. (Bild: PD)

Der Chor von Anet Zemp zieht sich auch dem Thema entsprechend an. (Bild: PD)

Die Familie Zemp in Dagmersellen ist eine richtige Singfamilie. Die Eltern singen, die Mutter ist klassische Sopranistin und Chorleiterin, der Vater singt in diversen Chören. Auch die Kinder – zwei Mädchen und zwei Buben – sind mit Singen aufgewachsen und bis heute musikalisch infiziert.

Anet Zemp ist Musikerin geworden (Moë, Boogie Fox) und hat zudem vor ein paar Jahren in Zürich noch The Chor gegründet. Zur nationalen Bekanntheit gebracht hat es ihre Schwester Priska Zemp. Sie hat als Heidi Happy mehrere Singer-Songwriter-Alben veröffentlicht und auch für Yello gesungen. Jetzt stehen die vier Zemp-Kinder, die schon längst erwachsen sind, zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne.

«Hatte Lust, mal etwas Krasses zu machen»

Möglich gemacht hat dies Anet Zemp mit ihrem Projekt «Freie Sicht aufs Mittelmeer». In ihrem Stammchor «The Chor» ist auch ihr Bruder Claudio Zemp dabei. Der andere Bruder, Marius Zemp, ist Mitglied der bekannten A-cappella-Formation Pagare Insieme und singt jetzt im Gastchor mit, der das aktuelle Projekt begleitet. Mit Priska Zemp alias Heidi Happy, die ebenfalls für den Gastchor gewonnen werden konnte, ist die Zemp-Weltpremiere perfekt. Happy hat übrigens soeben ihr zweites Album neu aufgelegt – mit einigen unveröffentlichten Titeln.

«Ich hatte Lust, mit dem Chor mal etwas Krasses zu machen», sagt Anet Zemp zu ihrem neuen Programm. «Freie Sicht aufs Mittelmeer» erinnert an die rebellische Zeit Anfang der 1980er-Jahre, als die jugendlichen Mentalitäten etwas bewegter schienen als heute. «Das passt zu meinem Chor, der mehrheitlich aus freigeistigen Mittvierzigern zusammengesetzt ist.»

Intoniert werden Songs von Prince, Yello, Grauzone, Kraftwerk, Alphaville oder Ideal. Anet Zemp schrieb während Monaten die passenden Arrangements. «Mein Ziel war, die Chorversionen so authentisch als möglich zu schreiben und auch schwierigere Klänge und Akkorde oder rhythmisch anspruchsvollere Passagen mit den Stimmen umzusetzen.»

«Zusammen singen macht glücklich»

Angefangen hatte es mit zwei Freundinnen, die ihre Kinder wie Anet Zemp in der gleichen Kindertagesstätte betreuen liessen. «Sie bekunden Lust zu singen, und irgendwann kam die Idee auf, noch ein paar weitere Leute anzufragen.» Es dauerte nicht lange, bis ein Chor mit 15 bis 16 Sängerinnen und Sängern zusammen war, alles Laien. Jedes Jahr üben sie ein kleines Repertoire ein und führen es im schlichten Rahmen auf. Dieses Jahr aber wollte man etwas höher hinaus – mit freier Sicht aufs Mittelmeer.

Unterstützt wird der Stammchor von ein paar professionelleren Stimmen aus der Schweizer Indie-Szene (Gastchor), so etwa Simon Hari alias King Pepe, Daniela Sarda (True), Dani Hobi (The Legendary Lightness) und – wie bereits erwähnt – Priska Zemp alias Heidi Happy. Anet Zemp freut sich über das gute und kreative Klima und kann sich gut vorstellen, auch mit dem Gastchor mal wieder ein spezielles Projekt zu lancieren. Das Wichtigste aber ändert sich nie. Es ist einfach so, sagt Zemp. «Zusammen singen macht glücklich.»

15. Dezember, 21 Uhr, Neubad Luzern, Pool, «Freie Sicht aufs Mittelmeer» Infos: www.rampe10.ch, www.boogiefox.ch