Neues Album von Maxxwell: Moderne Härte mit Melodie

Auf ihrem neuen Album verbinden Maxxwell den Metal-Rock mit süffigen Pop-Linien. Die Luzerner Band ist seit zehn Jahren auf der Piste. Und setzt auch auf neuere Trends. Am Freitag ist Plattentaufe.

Pirmin Bossart
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Demonstrative Power mit Maxxwell (von links): Adi Mueller, Oli Haeller, Gilbi Melendez, Hef Haefliger, Cyril Montavon. (Bild: PD)

Demonstrative Power mit Maxxwell (von links): Adi Mueller, Oli Haeller, Gilbi Melendez, Hef Haefliger, Cyril Montavon. (Bild: PD)

«Es ist mit Abstand das härteste Album, das wir bisher gemacht haben», sagt Cyril Montavon. Der Gitarrist bei Maxxwell blickt mit seiner Band auf zehn Jahre Bandgeschichte, vier Alben und zwei EPs zurück. Nun liegt der neue Silberling «Metalized» auf dem Tisch. Die CD ist vor zwei Tagen auf Platz 16 der Schweizer Albumcharts eingestiegen. Montavon freut sich: «Es ist unser erster Charterfolg, das ist supertoll.»

Trotz seiner «Härte» ist «Metalized» nicht das übliche Metal-Album. Die Songs sind sehr melodisch geraten. Vor allem in den Refrains wird geschwelgt. Manchmal hört sich das an, wie wenn Dada Ante Portas in einer Metal-Rüstung von der Bühne rocken würden. Ausufernde Gitarrensoli halten sich in Grenzen. Es ist mehr die verzahnte Wucht der Gitarren-, Bass- und Drum-Mechanik, die mit ihren satten Riffs das Soundbild prägt.

Als Spagat auch gefährlich

Maxxwell haben mit dem Album einen Spagat gewagt, auch auf die Gefahr hin, einen Teil ihrer Fans zu verunsichern oder gar zu brüskieren. «Wir wollten stärker unser hartes Live-Feeling auf das Album bringen. Gleichzeitig versuchten wir, die Songs poppiger zu gestalten, damit sie auch Leuten gefallen, die sonst nicht Metal oder Hard Rock hören.» Über ein Jahr hat die Band an den Songs gefeilt, bis die Balance stimmte und die Musik auf den Punkt gebündelt war, wie es die Band wollte.

Das Album wird – bei gelegentlichen Vorbehalten über die Kurskorrektur – auch in den Metal-Magazinen gelobt. «Die momentan vielleicht tourfreudigste Truppe jenseits der Alpen kombiniert so geschickt wie kaum eine andere Band moderne Härte der Marke Five Finger Death Punch, Disturbed oder Tremonti mit dem grossartigen Melodieverständnis», heisst es etwa in der Review von Power Metal.

Die Band hat «Metalized» von A bis Z selber produziert und herausgegeben. Aufgenommen wurde mit dem Musiker und Produzenten Roger Vivian (ex-Vivian), der mit seinen Inputs und Ideen die Songs auch mitgeprägt hat. «Das hat uns viel gebracht. Er hat seinen Job perfekt gemacht.» Montavon ist angetan von diesem Musiker, von dem man schon länger nichts mehr gehört hat. «Ich finde Roger Vivian einen der besten Songwriter, den die Schweiz hervorgebracht hat.»

Mit der Erfahrung von Montavon als Mitinhaber der Booking-Agentur Fettes Haus hat die Band auch die Vermarktung in die Hand genommen. Man habe drei Angebote von Plattenfirmen gehabt, aber sich am Ende doch für den Alleingang entschieden. «Wir spürten zu wenig, dass sie in uns investieren wollten.» Der Entscheid, das Album selber zu produzieren und zu promoten, bedingt Mehrarbeit, dafür gehen die Einnahmen vollumfänglich an die Band. «Wir gehören zu einer Szene, in der die Leute immer noch Platten kaufen. Vor allem an Konzerten gehen unsere Scheiben sehr gut weg.»

Aber auch Downloads und Streaming sind bei Maxxwell ein Thema. «Seitdem wir das Business selber machen, haben sich die Einkünfte mit Downloads verfünffacht.» Für die Konsumenten seien Spotify und andere Streamingdienste toll, sagt Montavon. «Aber für eine Band ist das nicht rentabel. Mit dem Erlös von 1000 Streams kannst du gerade mal ein Herrgöttli bezahlen.»

In über einem Dutzend Länder aufgetreten

Maxxwell sind eine tourfreudige Band. Allein diesen Herbst spielen sie 40 Shows, die allermeisten im Ausland. «Wir haben bis jetzt in über einem Dutzend Länder gespielt.» Mit ihrem Sound haben sie in Deutschland, Frankreich oder Tschechien mehr Resonanz als in der Schweiz. Unterwegs sind sie im eigenen Bandbus, den sie sich mit ihrem Sieg in der TV-Spielshow «5 gegen5» finanziert haben, wo die cleveren Jungs 30 000 Franken abholten.

Nun wird das neue Album, das in einem silbern glänzenden Cover daherkommt, am Heimspiel in Luzern vorgestellt. Cyril Montavon freut sich auf den Auftritt. «Wir fühlen uns mit der Schüür eng verbunden.» Mit «Metalized» hätten sie mächtig Vorarbeit geleistet, um live in neuer Frische abdrücken zu können. «Das Album ist unser Gesellenstück. Musikalisch haben wir mit dieser Scheibe alles gesagt, was wir immer sagen wollten.»

Maxxwell: Metalized, (2018). www.fetteshaus.ch, www.maxx­well.ch. Plattentaufe: Freitag, 5. Oktober, 20.30, Schüür Luzern.