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MURI: «Der Bestatter» ermittelt im Klosterdorf

Teile der neusten Staffel der TV-Erfolgsserie werden im Freiamt gedreht – ein Augenschein am Set.
Raphael Biermayr
Mike Müller alias Bestattungsunternehmer Luc Conrad (hinten, Mitte) hat einen kniffligen Fall zu lösen. (Bild Maria Schmid)

Mike Müller alias Bestattungsunternehmer Luc Conrad (hinten, Mitte) hat einen kniffligen Fall zu lösen. (Bild Maria Schmid)

Sind die Polizisten echt oder gehören sie zur Filmcrew? Wenn Letzteres der Fall ist, spielen sie sehr überzeugend das Bussenausstellen auf dem Parkplatz beim Klosterpark in Muri: Unberechtigte haben hier vorübergehend keinen Zugang, denn «Der Bestatter» dominiert die Szene. Die Erfolgsserie des Schweizer Fernsehens macht während der Dreharbeiten für die fünfte Staffel auch Halt im Klosterdorf, zuvor sind schon Szenen in Jonen und Ottenbach aufgenommen worden. Worum genau sich die neuen Fälle drehen, ist natürlich streng geheim. Am Set in Muri ist unter anderem von einem verschwundenen Kind die Rede.

Der Star macht sich bereit

Für Mike Müller ist das Routine. Er ist in der Rolle des ermittelnden Bestatters und Ex-Polizisten Luc Conrad die Titelfigur und damit der Star der Serie. Routiniert, aber freundlich, beantwortet er auch die Fragen der Journalisten, bevor die nächste Szene gedreht wird. «Mike!», hallt es über das Areal – es ist so weit. Müller stemmt seinen fülligen Körper hoch und zieht im Gehen zweimal hastig an der Zigarette, bevor er diese wegschmeisst. Die Kinder, die nebenan Fussball spielen, interessieren sich herzlich wenig für den Promi und die Geschehnisse unweit des Bolzplatzes. Am Set, das vor allem aus wuselnden Menschen besteht, werden die letzten Scheinwerfer installiert, Campingstühle umgestellt und Äpfel ignoriert, die in einer Schüssel zum Verzehr liegen. Die Zigarettendichte ist beständig hoch, und auch der Ärger über die herumstehenden fremden Autos ist noch nicht verraucht. Die Polizisten klären immer noch ab – sie haben die Busse am ersten Wagen allerdings entfernt –, als es einem Crewmitglied irgendwie gelingt, in ein Auto zu gelangen und es im Leergang ein Stück zurückzusetzen, um damit Platz für Kabel zu erhalten. Der Besitzer kommt dazu und fährt den Wagen schliesslich weg.

Improvisation am Set

Die Szene vor dem Kloster wird zweimal geprobt. Ob Mike Müllers etwas missmutiger Gesichtsausdruck dabei gespielt ist oder nicht, lässt sich schwer sagen. Unschwer zu erkennen ist jedoch, wie sich die feuchte Hitze unter seinem schwarzen Anzug staut. Vor dem definitiven Szenendreh sitzt er im Schatten, legt das rechte Bein über das linke und wippt mit dem Fuss. Schliesslich gehts kurz in die Maske, die aus einem Campingstuhl und einer eilfertigen jungen Frau mit einem Wattepad zum Gesichtspudern besteht.

Daneben lobt der Produzent Markus Fischer gegenüber einem Journalisten den Aargau über den grünen Klee. Die seit 2012 laufende Krimireihe ist fest mit diesem Kanton verankert – auch wenn das Bestattungsinstitut am Anfang in einer Villa in Zürich angesiedelt war. Auf die Frage, ob der Aargauer Fischer sich einen weiteren Drehort im Oberfreiamt vorstellen kann, beispielsweise «Seis», gerät Fischer ins Stocken. «Seis?», fragt er unwissend. Auch «Sins» ist ihm nicht bekannt. Gemäss der Auskunft des Schweizer Fernsehens wird aber Ende Juli nochmals in Muri gedreht.

Der letzte Dialog

Die Aufnahme der Szene dauert schliesslich nur wenige Minuten, der Aufwand dafür mutet für Laien unverhältnismässig an. Für eine Episode von 58 Minuten braucht die Crew im Mittel elf Drehtage. Nachdem der letzte Dialog gesprochen ist, ruft eine Frau aus der Menschentraube: «Die Einstellung ist gestorben.» Das bedeutet nichts Negatives, sondern lediglich, dass die Szene aus dieser Perspektive im Kasten ist. Ein makabrer Scherz aus dem Bestattungsmilieu? Nein: Filmjargon.

Raphael Biermayr

Bonus: Ein Video und eine Bildergalerie vom Dreh finden Sie auf www.zugerzeitung.ch/bonus.

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