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MUSIK: Eigenheit und Qualität

Kali ist ein Lichtblick im neuen Schweizer Musikschaffen: Das Luzerner Trio lädt zum Live-Erlebnis ihres Debütalbums ins Neubad.

«Riot»: Der Titel ihres Debüt­albums verspricht Aufruhr, Action und Power. Diese Energie wird bei Kali nicht in den herkömmlichen Dynamik-Schüben heraufbeschworen und entladen, als vielmehr in ihrer Musik kraftvoll verteilt. Als ob ein Stein, ­einmal ins Wasser geworfen, permanent Kreise ziehen würde, die sich unentwegt verändern, schillern und mit berückender Klanglichkeit neue Räume öffnen. Einfach eintauchen und sich von den Bewegungen der Texturen und rhythmischen Entfaltungen mittragen zu lassen, ist die beste Art, die musikalische Substanz dieser spannenden Band zu entdecken.

Auf dem 15-minütigen Titelstück «Riot» kommt Kalis musikalische Einschmelzung mit grosser Eindringlichkeit zur Wirkung. Markante und scharfkantige Elemente weben sich mit subtilsten Soundereignissen zu einem musikalischen Biest an Dramaturgie und Intensität mit einem wilden Finale.

Eine klassische Working-Band

Hier sind neue Musik, Minimal Music, aber auch Industrial und Rock-Energie im Spiel. Auch in den kürzeren Tracks spürt man die klare Fokussierung, den Mut zum Space, das Ineinander von kompositorischen Strukturen und intuitiv-energetischen Akzenten.

Das Trio mit den in Luzern arbeitenden Raphael Loher (Piano) und Urs Müller (Gitarre) sowie dem Zürcher Schlagzeuger Nicholas Stocker ist eine klassische Working-Band, die seit Jahren an ihrem Sound feilt. Am letzten Jazz Festival Willisau gehörten sie zu den Höhepunkten. Loher spielt noch mit der Band Sekhmet und veranstaltet in der Kulturbauerei Luzern Konzerte. Müller ist unter anderem Mitglied von Sha’ Feckel, Stocker spielt mit Nik Bärtsch’s Mobile und Marena Whitcher.

Dunkle Soundflächen

Für das jetzt vorliegende Debütalbum nahmen die Musiker zwei Anläufe. Weil sie mit der ersten Aufnahme nicht zufrieden waren, gingen sie nach weiteren Probezyklen nochmals ins Studio. Will sagen: Da ist eine Band, die einen klaren Anspruch an Eigenheit und Qualität hat. Diese Sorgfalt trifft sich mit einer Musik, die mit ihren dunklen Soundflächen, Minimal Grooves, präparierten Sounds und feinst ausgearbeiteten Texturen ein hohes Mass an instrumentalem Können und energetischer Präsenz erfordert.

«Riot» ist auf Ronin Rhythm Records erschienen, dem Label des international bekannten Zen-Funk- und Ritual-Groove-Musikers Nik Bärtsch. Bärtsch hat ein Ohr für Bands, die das Abstrakte und klanglich Ausgeklügelte der zeitgenössischen Musik mit den Groove-Parametern der neueren Rock-Pop-Jazz-Generation verbindet. Darin ist Kali eine schwarze Perle.

Pirmin Bossart

kultur@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Kali: Riot, Ronin Rhythm Records, CD, 2018.

Albumtaufe: Freitag, 16. März, 21 Uhr, Neubad.

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