Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

MUSIK: «Luzern ist derzeit die Blues-Hauptstadt Europas»

Im Rahmen des Lucerne Blues Festival haben Künstler die Kanti Reussbühl besucht. Auch heute kommt der alte Musikstil bei den Jungen noch an.
B.B. & The Blues Shacks spielten im Rahmen des Blues-Festivals an der Kantonsschule Reussbühl.Bild: Manuela Jans-Koch (7. November 2016)

B.B. & The Blues Shacks spielten im Rahmen des Blues-Festivals an der Kantonsschule Reussbühl.Bild: Manuela Jans-Koch (7. November 2016)

Natalie Ehrenzweig

«‹Blues at School› ist bei uns mit dem Englisch- und dem Musikunterricht verbunden. Dabei geht es darum, den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass der Blues die Basis ist für die Musik, die sie heute hören», erklärt Klara Häfliger, die bereits zum 17. Mal den Anlass im Rahmen des Lucerne Blues Festival organisiert.

Am Montag erzählte der Blueslehrer Art Tipaldi einer Englischklasse von Jürg Zortea der Kantonsschule Reussbühl von der Geschichte des Blues. Als Amerikaner tat er dies sehr unterhaltsam und lebendig. «Luzern ist gerade die Blues-Hauptstadt von Europa», lobte Tipaldi das Festival. Er zeichnete – mehr oder weniger erkennbar – Nordamerika, Afrika und Europa auf. «Der Blues in den USA ist einzigartig, weil hier die Musik und die Kulturen von Europa auf jene von Afrika stiessen», erklärte er und verglich das mit der Schweiz, wo deutsche, italienische und französische Kultur aufeinandertreffen.

Jugendliche hören überall Musik

Der Amerikaner entlockte der Klasse, wie wichtig ihnen Musik ist: Die Jugendlichen hören überall Musik – beim Hausaufgaben machen, um sich abzulenken, sich zu entspannen, zum Putzen und gar unter der Dusche. «Die Sklaven in den USA sangen oft, um sich die schwere Arbeit auf den Feldern zu erleichtern», so Art Tipaldi. Aber Blues sei keine traurige Musik: «Im Gegenteil. Wenn es uns schlecht geht und wir Blues hören, geht es uns nachher wieder besser», beschrieb er. Um das zu demonstrieren, griff er gleich selbst zur Gitarre. Durch die Geschichte des Blues, dadurch, dass die Afrikaner, die als Sklaven in die USA gebracht wurden, nur noch ihre Erinnerungen an ihr Daheim hatten, haben sie mit Musik ihre Geschichten, ihre Erinnerungen erzählt. «Beim Blues teilt man eine private Sache mit den anderen Menschen. So kann sich jeder damit identifizieren, zum Beispiel bei Liebeskummer.»

Doch wie kann ein Musikstil, der schon 100 Jahre alt ist, heute noch junge Menschen berühren? «Einerseits bringt jede Generation und jeder Musiker sein Eigenes in die Musik. So entwickelt sie sich stetig und ist nie gleich», erklärte der Amerikaner. Martin Bründler, Präsident des Lucerne Blues Festival, sieht noch weitere Aspekte: «Früher haben die Schwarzen mehr Rap und Hip-Hop gemacht. Doch in den letzten fünf bis sieben Jahren erleben wir, dass sich auch junge Schwarze wieder vermehrt dem Blues zuwenden. Auch unser Publikum hat sich in den 20 Jahren verjüngt. Würde Blues öfter am Radio gespielt, würde das auch helfen.»

Dann würde vielleicht auch Lea Albisser Blues hören. «Ich höre vor allem Hitparadenmusik und was im Radio läuft», sagte die 15-Jährige aus Malters. Auch der Schlagzeug spielende Eric Balmer hört lieber trendige Musik. «Aber so ein Konzert ist sicher ein Erlebnis», meinte der 15-Jährige aus Obernau, nachdem zwei Musiker von B.B. & The Blues Shacks einen Vorgeschmack auf ihr Schulkonzert gaben. Da Andre Wermelinger Gitarre spielt, ist ihm der Blues nicht so fremd. «Wir spielen Blues in der Musikschule. Und es gefällt mir. Diese Stunde hat mir jetzt auch Lust auf mehr Blues gemacht», sagte der 14-Jährige aus Flühli.

Und mehr Blues gab es nach der Mittagspause, als B.B. & The Blues Shacks eine Stunde für die Schule spielten. «Es gab Konzerte, bei denen es Standing Ovations gab und der Funke übersprang. Andere waren eher zurückhaltend», erinnert sich Klara Häfliger. «Rektor Peter Zosso, der in den Ruhestand geht, war immer offen, diesen Event bei uns in der Aula steigen zu lassen. Er liess mir immer freie Hand. Das ist nicht selbstverständlich.»

Hinweis
B.B. & The Blues Shacks spielen heute um 23 Uhr im Casineum Luzern (Eintritt frei).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.