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MUSIK: Schweizer Musik: Swissness punktet

2017 war ein gutes Jahr für die Schweizer Musik. Viele spannende Alben sind erschienen. Drei haben uns besonders gefallen.
Michael Graber
Mit dem Jodlerklub Wiesenberg wurde eine ungewöhnliche Sparte für die Swiss Music Awards nominiert. (Bild: Urs Flüeler/KEY (Neuägeri, 20. August 2017))

Mit dem Jodlerklub Wiesenberg wurde eine ungewöhnliche Sparte für die Swiss Music Awards nominiert. (Bild: Urs Flüeler/KEY (Neuägeri, 20. August 2017))

Michael Graber

Da staunte manch einer doch etwas: Die drei Nominierten für das «beste Album» an den Swiss Music Awards heissen Gölä, Jodlerklub Wiesenberg und Züri West. Gölä war präsenter mit seinen Wutreden als mit seiner CD, die Wiesenberger sind mit ihrem Jodel nicht unbedingt repräsentativ für das zeitgenössische Schweizer Musikschaffen und Züri West sind zwar eine tolle Band, aber ob «Love» jetzt wirklich ihr bestes Album ist, sei jetzt mal dahingestellt.

War da wirklich nichts anderes 2017? Oh, doch. Die Auswahl sagt mehr über den Swiss Music Award als über die Schweizer Musiklandschaft aus, sie ist nämlich vor allem an Verkaufszahlen gekoppelt. Die Gleichung Erfolg gleich Qualität mag zwar einem HSG-Studenten Freudentränen in die Augen treiben, aber sie greift musikalisch doch deutlich zu kurz.

Was Verkaufszahlen aber ganz gut transportieren, sind Trends. Und den offensichtlichsten Trend bildet auch die Swiss-Music-Award-Auswahl (einigermassen) ab: Mundart. Wer durch die Jahrescharts scrollt, stolpert über erfreulich viele Schweizer Produkte, beinahe alle singen (oder rappen) auf Schweizerdeutsch: Heimweh, Kunz und Lo & Leduc, um nur drei Vertreter zu nennen. Die erfolgreichste englischsingende Ausnahme bildet die Hardrock-Fraktion (Gotthard und Krokus).

Züri West in den Top Ten

Aber eben: Verkaufserfolg ist nicht alles. Hätten wir drei Alben nominieren können, es wären andere gewesen – Züri West hätte es zwar in die Top Ten, nicht aber aufs Podest geschafft. Dort hätten wir Jeans for Jesus, Faber und Crimer platziert. Die Berner Jeans for Jesus («P R O») lassen die Bässe wummern, frickeln und singen auf Schweizerdeutsch. Der Clou an der Band ist: Es klingt wahnsinnig modern. Obwohl da Pop und Mundart zusammenkommen, käme niemand auf die Idee das Mundart-Pop zu nennen. Ihr Sound polarisiert, aber lieber anecken als egal sein.

Crimers Musik hat ganz viel Schmiss

Streng genommen hat Crimer gar kein Album, sondern nur eine EP veröffentlicht, aber im Spotify-Zeitalter werden solche Dinge hinfällig. Der Ostschweizer suhlt sich tief im 80er-Sound und tanzt dazu, dass es einem fast die Frisur frisch föhnt. Das hat ganz viel Schmiss. Bald soll die erste reguläre Platte erscheinen.

Seine erste Platte hat Faber erst 2017 veröffentlicht und trotzdem ist er schon ein bekannter Name. Der Zürcher hat mit EPs und Konzerten eine grosse Fanbasis erspielt und hat auch in Deutschland grossen Erfolg. Sein Rezept: Rumplige Musik mit bitterschönen Texten.

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