Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

MUSIK: Tanzen in der Regenpelerine am B-Sides in Kriens

Zum elften Mal startete gestern das schmucke B-Sides-Festival auf dem Sonnenberg. Die Bands und die Stimmung waren deutlich besser als das Wetter.
Viel Regen am B-Sides in Kriens. (Bild Dominik Wunderli)

Viel Regen am B-Sides in Kriens. (Bild Dominik Wunderli)

Michael Graber

Es ist, zugegebenermassen, etwas müssig, aber es muss halt auch schon wieder gesagt sein: Das Wetter ist – nett formuliert – ein nerviger Geselle. Auch das B-Sides-Festival auf dem Sonnenberg bekam die Laune von Petrus grauenhaft zu spüren. Es regnete und regnete und regnete gestern am Eröffnungsabend. Und manch einer zog ob den Wassermassen die Wohnung vor.

Der Trost für alle Durchnässten: Die Trockenen haben etwas verpasst. Vielleicht war es sogar die ideale Kulisse für den Headliner The Notwist. Die deutsche Indie-Band legte ein intensiv waberndes Set an den Tag. Sie waren deutlich elektronischer als auf Platte und zwischendurch auch mal recht stampfend. Dahinter versteckten sich die Berge im Nebel, und schwach leuchteten Kriens und Luzern fast schon leuchtturmartig durch die weisse Suppe. Das hatte ein bisschen etwas Mystisches. Es verstärkte das Erlebnis ungemein. Und man war beinahe versucht zu sagen, dass es bei strahlendem Sonnenschein wohl nur halb so schön gewesen wäre.

Auge fürs Detail

«Schön, dass ihr alle da seid – noch da seid», begrüsste Sänger Markus Acher das Publikum, «wir sind The Notwist, und wir spielen.» Viel mehr wollten die gut tausend Besucher auf dem Krienser Sonnenberg auch nicht. Nach und nach lockten die sechs Mannen das Publikum aus den regensicheren Unterständen hervor, und es wurde dezent getanzt.

Halt in gelber Pelerine statt kurzem Rock oder kurzer Hose, aber Hauptsache tanzen. Und wer das nicht wollte oder schlicht zu nass dafür war, der hat am B-Sides immer genügend anderes zu tun: Kein anderes Festival in der Region legt derart viel Wert aufs Detail. Angefangen beim Essen (die Köfte waren schlicht grossartig) über die liebevolle Deko, bis zum neuen Zelt über der kleinen Bühne.

Mehr Aufmerksamkeit verdient

Dort spielten vor The Notwist noch The Fridge. Die Band um den Zürcher Chregi Müller überzeugte mit dichten, folkigen Songs, die aber leider zumindest im hinteren Teil des Zeltes im allgemeinen Gemurmel untergingen. Schade, die feine Musik hätte mehr Aufmerksamkeit verdient, und wenn sie sich traute, etwas lauter zu werden, entfaltetet sie eine beachtliche Power. Das war gewiss nicht die Neuerfindung des Pop, aber sehr solide und mit viel Herz präsentiert.

Das gilt auch für Shearwater, die das Festival auf dem Berg eröffneten. Mit viel Druck und einem berauschenden Grundbeat (und gehöriger Lautstärke) waren sie ein idealer Start, für das was da noch kommen sollte. Sie sind eine typische B-Sides-Band: Ein richtiger Geheimtipp abseits der ausgetrampelten Mainstreampfade. Apropos ausgetrampelt: Schlammig war es nicht. Der Boden hielt dem Regen stand. Im Gegensatz zu Petrus scheint er Musikgeschmack zu haben.

Hinweis: Das B-Sides-Festival dauert noch bis am Samstag. Heute Freitag und der Samstagabend sind bereits ausverkauft. Für das Kinderprogramm am Samstag von 11.00 bis 18.00 gibt es aber noch Tickets. Infos: www.b-sides.ch

Die deutsche Band The Notwist spielte gestern am Eröffnungstag des B-Sides-Festival auf dem Sonnenberg ob Kriens. (Bild Dominik Wunderli)

Die deutsche Band The Notwist spielte gestern am Eröffnungstag des B-Sides-Festival auf dem Sonnenberg ob Kriens. (Bild Dominik Wunderli)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.