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Museum Rosengart:
Musik zwischen Bildern Picassos

Die Akkordeon-Künstlerin Ksenija Sidorova gab ein beglückendes Konzert im Museum Rosengart. Der 22. Zyklus der Kammermusikreihe Luzern endete so mit einer musikalischen Sternstunde.
Gerda Neunhoeffer
Die lettische klassische Akkordeonistin Ksenija Sidorova spielte vor einem Picasso-Gemälde in der Sammlung Rosengart in Luzern. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. Mai 2018))

Die lettische klassische Akkordeonistin Ksenija Sidorova spielte vor einem Picasso-Gemälde in der Sammlung Rosengart in Luzern. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. Mai 2018))

Dass sie vor dem Gemälde «Stehender Akt und sitzender Mann mit Pfeife» von Pablo Picasso spielen durfte, war für Ksenija Sidorova ein ganz besonderes Erlebnis. Umgeben von Gemälden und inmitten der Zuhörer im restlos ausverkauften Saal im Museum Rosengart breitete die Akkordeonistin am Sonntag ihre Kunst farbenreich aus.

Es wird nach der Musik ausgesucht, dass einige Konzerte der Kammermusikreihe in anderen Räumen als im Marianischen Saal stattfinden. Die sechs Schlagzeuger zum Beispiel spielten der Akustik wegen im Casineum, das Konzert «Schampus» mit Musik aus Wiener Kaffeehäusern kam im Foyer des Hotels ­Palace wunderbar zur Geltung.

Traumhafte bis leidenschaftliche Musik

Diese Kammermusikreihe, die der Cellist Gerhard Pawlitza vor 22 Jahren ins Leben rief, wartet mit hochkarätigen Künstlern auf; schon jetzt gibt es neue Abonnenten für den 23. Zyklus, der im Oktober beginnt. Und hochkarätig war auch das Konzert im ­Museum Rosengart: Ksenija Sidorova zauberte auf ihrem Akkordeon traumhafte bis leidenschaftliche Musik. Inzwischen ist sie weltbekannt, trat schon beim Lucerne Festival und beim Festival Zaubersee auf, aber ihr erster Auftritt in Luzern sowie in der Schweiz war 2011 in der Kammermusikreihe zusammen mit dem Gitarristen Miloš Karadaglić, der auch diese Saison wieder zu hören war.

Ursula Jones hatte die jungen Musiker schon damals unterstützt und war auch jetzt im Saal des Museums anwesend. Und wenn Gemälde so intensiv «bespielt» werden wie von Sidorova, scheinen sie lebendig zu werden und mitzuvibrieren – ein spannender Bezug zwischen Sehen und Hören.

Mit unglaublichem Charme, Natürlichkeit und in bestem Englisch erzählte Sidorova aus ihrem Leben, machte die Stücke schon vor dem Spiel lebendig, und sie schätzte es sehr, dass man sich so nahe war. Und wie sie dann anfing zu spielen, war man sofort gefangen in hinreissenden Interpretationen von Bach bis zu «Cinderella» des Balalaikaspielers Alexey Arkhipovsky. Das Stück hatte Ksenija Sidorovas Vater auf Youtube entdeckt und meinte, das müsse sie unbedingt spielen. Und sie liess dieses filigrane Kleinod mit zartesten hellen Tönen schwerelos in den Raum fliegen.

Vier Sätze aus der Französischen Ouvertüre BWV 831 von Bach entstanden unter den Händen von Sidorova wie neu; Melodien klangen wie Gesang, klare Akkordfolgen tönten wie auf einer Orgel, und selbst im Staccato schwangen die Töne noch weit aus. Ob in den farbenreichen «Herbstszenen» von Anatoly Kusiakov oder der «Entdeckung» von Serey Voitenko, beides original für Akkordeon komponiert, immer spürte sie den Stimmungen intensiv nach, liess die Blätter im Wind zerstieben, wiegte sich in Tanzrhythmen.

Vielseitige Klänge dem Instrument entlockt

Ganz verbunden mit dem Instrument konnte sie ihm vielseitige Klänge entlocken, und sie gab dem Tango von Strawinsky solch ein rhythmisches Eigenleben, dass man sich die Gestalten der Bilder dazu tanzend vorstellen konnte. Es war eine musikalische Sternstunde, die den Zuhörern Lächeln und Staunen ob solcher Meisterschaft ins Gesicht zauberte; mit unglaublicher Leichtigkeit und sichtbarer Freude spielte Sidorova auch schwierigste Passagen. Kein Wunder, dass sie 2019 Artist in Residence beim Tonhalle-Orchester Zürich sein wird.

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