Karl-Valentin-Orden

«Uns ist der Kragen geplatzt» – weshalb Schlagerstar Gabalier gerade die Gemüter erhitzt

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Andreas Gabalier.

Andreas Gabalier.

Keystone

Wer diesen Winter mal an einer Aprés-Ski-Party war, der kennt ihn bestimmt: Andreas Gabalier. Der Österreicher ist sowas wie der Star der Stunde in der Schlagerszene. Doch nun sorgte eine Preisverleihung für Wirbel.

Die geplante Verleihung des Karl-Valentin-Ordens an Gabalier an diesem Samstag in München stösst auf Widerspruch.

Gabaliers Kunst habe nichts mit der Kunst von Karl Valentin zu tun, «und zwar gar nichts», sagte die Direktorin des Münchner Valentin-Karlstadt-Museums, Sabine Rinberger, am Dienstag. Sie distanziere sich von der gesellschaftspolitischen Haltung Gabaliers, die rechtspopulistisch, eindeutig homophob und frauenfeindlich sei. Zuerst hatten unter anderem «Spiegel Online» und der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Gunter Fette, der Rechtsanwalt, der im Auftrag der Familie Valentins seinen Nachlass verwaltet ist empört: «Als bekannt wurde, dass Gabalier den Orden bekommt, ist uns allen der Kragen geplatz», sagt Fette der Münchner Zeitung «tz». «Es ist nicht hinzunehmen, dass Gabalier mit seinem offenkundigen Spiel mit faschistischen Symbolen wie dem nachgestellten Hakenkreuz auf dem CD-Cover, seiner Frauenfeindlichkeit und seiner Homophobie mit dem Namen Karl Valentins in Verbindung gebracht wird.»

Gesellschaft versteht Kritik nicht

Verliehen wird der Orden von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla. Der Komiker Valentin (1882-1948) habe sich zeitlebens als Volkssänger betrachtet, und Gabalier sei ein «Volkssänger 2.0», begründete der Verein die Ehrung.

Der Sänger verstehe es wie kein anderer, volkstümliche Musik mit Stadionrock zu verbinden. «Texte von Künstlern sind vielseitig auslegbar und werden offensichtlich von bestimmten Personen je nach Neigung unterschiedlich wahrgenommen», erklärte das Vereinspräsidium. «Deshalb können wir negative und oberflächliche Interpretationen weder nachvollziehen noch bestätigen.»

Der Vizechef der Faschingsgesellschaft Günter Malescha sagte in der «tz»: «Oberflächlich betrachtet entsteht für den ein oder anderen der Eindruck, Gabalier sei der rechten Ecke zugeneigt. Schaut man genau hin, ist das nicht haltbar. Auch dass er frauenfeindlich sein soll, ist Unsinn. 80 000 Mädels in einem Stadion irren sicher nicht!»

Das Management von Gabalier sagte, der Sänger freue sich schon sehr auf die Ehrung. Zur Kritik an der Ordensverleihung gab es keine Stellungnahme.

Der Karl-Valentin-Orden wird seit 1973 verliehen. Ordensträger sind unter anderem Hape Kerkeling, Senta Berger, Helmut Dietl, Michael «Bully» Herbig, Loriot und der frühere Papst Benedikt XVI., als er noch Erzbischof von München und Freising war.

(sda/watson)

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zvg