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Filmmusik im KKL: Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse

Mit «Star Trek – Into Darkness» gastiert an diesem Wochenende ein Kino-Blockbuster im KKL. Kurzfristig als Notprogramm eingesetzt, überzeugt es mit einer effektvollen Umsetzung.
Roman Kühne
Filmszene aus «Star Trek – Into Darkness» mit Benedict Cumberbatch und Karl Urban. (Bild: PD)

Filmszene aus «Star Trek – Into Darkness» mit Benedict Cumberbatch und Karl Urban. (Bild: PD)

Schon am Eingang wird klar, welcher Film bespielt wird: Im Foyer sind einige «Trekkies» auszumachen. Also «Star Trek»-Fans, die in der Uniform ihrer Raumschiffhelden diese Musikaufführung besuchen. Diese spielen auch in zahlreichen TV-Serien eine Rolle, von den Simpsons bis hin zu «The Big Bang Theory», wo gar die Hauptfiguren gerne als «Trekkie»-Nerds auftreten.

Aber auch die anderen Zuschauer kommen am Freitagabend im KKL voll auf ihre Kosten –mit einem Soundtrack voller Wucht. Wie schon in seinem Vorgänger «Star Trek», dem Start der neusten «Star Trek»-Reihe, ist die Musik von US-Komponist Michael Giacchino. Auch in der Fortsetzung verzichtet er fast ganz auf die Ausbreitung ganzer Themen, verarbeitet seine Melodien mehr fragmentarisch, zerstückelt die Melodien und setzt sie neu zusammen. Dies ist anspruchsvoll und spannend für die Zuhörer, verlangt aber auch vom Orchester grosse Flexibilität.

Sinfonischer Gast aus dem Osten

Zu Gast ist das Czech National Symphony Orchestra. Seit seiner Gründung 1993 hat es sich regelmässig mit Filmmusik beschäftigt und gewann mit der Aufnahme zum Tarantino-Film «The Hateful Eight» einen Oscar. Was beim Orchester sofort auffällt, ist sein breiter, sinfonischer Klang. Hier haben fixe Formationen, deren Hauptbetätigungsfeld in der klassischen Musik liegt, gegenüber spezialisierten Projekt­orchestern einen Vorteil. Zwar brauchen die Musiker unter der Leitung des erfahrenen Filmmusikdirigenten Ernst van Tiel einen Moment, bis sie sich finden. Aber nachher zeichnen sie mit grosser Spannung den Erzählbogen, weben die schnell wechselnden Melodienfragmente zum packenden Ganzen. Akzentreich, ohne hart zu sein, geben sie der Verfolgungsjagd mit den Klingonen, diesem Kampf mit dem personifizierten Bösen, Drama und Zug.

Vor allem die Sequenz nach der Pause, wo das Orchester kurz ohne den Film den Einstieg macht, gibt einen Einblick in die sinfonische Kraft des Ensembles. Der einzige Wermutstropfen an diesem Abend ist, dass im Saal viele Plätze leer bleiben. Dabei waren doch gerade die «Star Trek»-Filme in der Vergangenheit Zugpferde im KKL.

«Bis vor einem Monat war das Weltraumepos ‹Interstellar› für diese Aufführungen vorgesehen», sagt Produzent Pirmin Zängerle. «Doch Regisseur Christopher Nolan verlangte relativ kurzfristig, dass der Film nur noch in seinem Original gezeigt werden darf, das heisst in einer Präsentation im 70-mm-Format.» Dies ist das gleiche Format wie es im I-Max des Verkehrshauses. Zusammen mit dem KKL wurde zwar auf Hochtouren an einer Lösung gearbeitet. Doch vor einem Monat musste man die Notbremse ziehen. Offenbar deshalb wurden viele Tickets zurückgegeben. Das ruhige Epos und die actionreiche «Star Trek»-Saga ziehen wohl nicht das gleiche Publikum an. Dies trübt die Begeisterung der Anwesenden in keiner Wiese. Und als dann im Abspann noch das «alte» Hauptthema aus der Serie erklingt, sind auch die Nostalgiker endgültig zufrieden.

«Star Trek – Into Darkness» am Samstag, 3. November, 19.30 Uhr und am Sonntag, 4. November, 17 Uhr, im KKL. Nächste Filmmusikkonzerte im KKL: «The Sound of Hans Zimmer & John Williams» mit dem 21st Century Orchestra, So, 11. November, 18.30 Uhr. «How to Train Your Dragon», City Light Symphony Orchestra, Fr, 30. November, bis So, 2. Dezember. Info: www.kkl-luzern.ch.

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