Muskelberge mit Hundeblick

Arno Renggli über die TV-Bachelorette.

Arno Renggli, Leiter Kultur
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Arno Renggli

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Heute Abend gucke ich wieder «Die Bachelorette». Allerdings nicht in Echtzeit. Ich nehme auf, damit ich vorwärtsspulen kann. Und allein überstehe ich es nicht. Ich brauche jemanden, mit dem ich ablästern kann.

Netterweise stellt sich jeweils meine Liebste als Co-Kommentatorin zur Verfügung. Natürlich kann es sein, dass auch Männermuskeln ihr Motiv sind. Denn solche gibt es bergeweise zu sehen. Wobei die Berge auch in der Disziplin Hundeblick mit­einander wetteifern. «Bätschi» Eli scheint dafür empfänglich: Ausgemustert wurden bisher vor allem die Veganer, Esoteriker und andere Weichspüler.

Ohnehin bin ich sicher, dass Eli fast von Anfang an wusste, wen sie am Ende erküren würde. Man weiss aus der Verhaltensforschung, wie schnell solche Entscheidungen fallen. Dass tatsächlich Liebe ins Spiel kommt, ist möglich. Elis Vorgängerin ist ja immer noch mit ihrem Auserwählten zusammen.

Der ganze Rest ist eine abgekartete Sache. Dies zeigte etwa der Rauswurf von Davide, Grossmaul mit Silberblick. Würde jemand echt vor laufenden Kameras zwei Thai-Girls abschleppen? Natürlich hatte Eli es beobachtet (per Feldstecher!) und las Davide die Leviten. Ohnehin fällt sie zunehmend als Massreglerin auf. Für den Spassfaktor sorgen die Männer. Mittels unfreiwilliger Komik. Wer am Ende gewinnt? Ich tippe auf Nunzio. Der war bisher so brav, dass ihn die TV-Macher längst heimgeschickt hätten. Wäre er nicht ... Aber wer weiss.

Arno Renggli, Leiter Kultur

arno.renggli@luzernerzeitung.ch